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Rettungsballon: So absurd wollte die Nasa Space-Shuttle-Astronauten retten

Zu Beginn des Space-Shuttle-Programms hat die Nasa nach Methoden geforscht, ihre Astronaut:innen im All zu schützen. Eine dieser Methoden: ein Stoffballon, der aus heutiger Sicht lachhaft wirkt.

Von Jennifer Caprarella
2 Min.
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Was, wenn bei einem solchen Docking-Manöver im All etwas schiefgeht? Dafür wollte die Nasa kurios vorsorgen. (Bild: BEST-BACKGROUNDS/Shutterstock)

Raumanzüge sollen Astronaut:innen schützen, wenn ein geplanter oder ungeplanter Außeneinsatz ansteht. Doch was passiert, wenn im Notfall nicht genügend dieser Anzüge für die gesamte Besatzung vorhanden sind?

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Für einen derartigen Fall wollte die Nasa in den 70er Jahren vorsorgen und hat den Prototyp eines Rettungssystems kreiert, das glücklicherweise nie in Produktion gegangen ist.

Albtraumhafte Rettungskapsel

Das Projekt lief unter dem Namen Personal Rescue Enclosure (PRE) oder kurz Rescue Ball (deutsch: Rettungsball) – Medien wie Science Alert bezeichnen das Konstrukt jedoch als klaustrophobischen „Albtraum“.

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Denn der Stoffballon war mit einem Durchmesser von 86 Zentimetern und einer Größe von 0,33 Kubikmetern kaum groß genug für einen Menschen, um sich darin zusammenzurollen. Ein winziges Fenster in dem Stoffball aus Polyurethan, Kevlar und einer Wärmeschutzschicht sollte dafür sorgen, dass man kaum etwas von seiner Umgebung mitbekommt.

Wenig Platz, wenig Zeit, komplettes Ausgeliefertsein

Viel Zeit, um jene Umgebung einzuschätzen, hätte man ohnehin nicht gehabt: Der Sauerstoffvorrat in der Kapsel hätte nur rund eine Stunde gereicht. Wer angesichts dessen in Panik ausgebrochen wäre, hätte wenige Optionen gehabt, denn der Reißverschluss ließ sich nur von außen öffnen.

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Ausgeliefert wären die Astronaut:innen auch in anderer Hinsicht gewesen, denn über einen Antrieb verfügte der Rettungsball nicht. Geplant war, ihn von einem anderen Besatzungsmitglied im Raumanzug ziehen, von einem Roboterarm kontrollieren oder wie an einer Wäscheleine zwischen Space Shuttles hängen zu lassen.

Schon in Tests gescheitert

Im Jahr 1979 hat die Nasa sein PRE-Projekt noch stolz in einer Broschüre vorgestellt und angepriesen, wie es „eindrucksvolle und kostspielige Raumfahrtmissionen zur Routine machen“ würde.

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In einem internen Interview hat der Nasa-Mitarbeiter H. Joseph McMann Jahre später schließlich über Tests mit dem PRE-System gesprochen. Auf den ersten Blick habe man noch gedacht: „Mann, wenn ich hier drin ein Licht und ein Buch hätte, ist das vollkommen in Ordnung.“ Probeweise habe man den Mitarbeiter Robert F. Thompson reingesteckt, der „auf der Stelle“ klaustrophobisch geworden sei, einen Krampf im Fuß bekommen habe und beim Öffnen des Reißverschlusses eine Handvoll Haare verloren habe.

Die letztendliche, glorreiche Lösung der Nasa, um Astronaut:innen im Notfall zu schützen: Man hat sich entschieden, genügend Raumanzüge an Bord der Shuttles zu haben.

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