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Kolumne

Brauchen wir bald alle einen „New-Work-Führerschein“?

Wenn Teams ins Homeoffice geschickt werden oder wenn neue Policys die Arbeit von zu Hause oder überall ermöglichen, dann passiert das meist ohne Anleitung, Übung oder Hilfe. Das ist fatal, meint unser Autor.

Von Christoph Magnussen
4 Min.
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Der New-Work-Ansatz ist auf dem Vormarsch. (Foto: gettyimages.at)

Die erste Fahrerlaubnis in Deutschland wurde am 1. August 1888 an Carl Benz ausgestellt. Die Notwendigkeit des Führerscheins wird seither nicht infrage gestellt – schließlich muss beim Ablegen der theoretischen wie der praktischen Prüfung jede:r mindestens einmal alle Regeln kennen und vernünftig einparken.

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Das macht aber noch lange keine:n gute:n Fahrer:in aus einem, klar. Wie so oft im Leben lernt man auch beim Autofahren nie aus. Doch wenigstens gibt es zum Start ein gemeinsames Grundverständnis davon, wie man sich im Straßenverkehr verhalten sollte.

Der Führerschein ist nur ein Beispiel dafür, dass wir bestimmte Dinge nicht „einfach so“ machen können. Aber auch im normalen Zusammenleben und im Berufsalltag gibt es ähnliche sinnvolle Konventionen: Erste-Hilfe-Kurse etwa und jede Form der Ausbildung.

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Warum aber denken alle, dass New Work jede:r kann?

Der allgemeinen Huldigung des Quereinsteigertums zum Trotz: Es ist doch mindestens erstaunlich, dass in den meisten Unternehmen davon ausgegangen wird, dass selbstorganisierte, vielleicht sogar hierarchielose Zusammenarbeit einerseits und Remote Work, Homeoffice und Co. andererseits ohne Anleitung, Hilfe oder Übung gelebt werden können!

Wer sich im „new digital normal“ bewegt, braucht Guidance. Selbstführung und Vertrauen sind zwar absolute Grundlagen, aber schon der Begriff Homeoffice ist – hier beispielhaft einmal herausgegriffen – problematisch.

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So haben die meisten Wissensarbeiter:innen in den vergangenen zwei (bald drei!) Jahren zwar Erfahrungen mit dem „Arbeiten von zu Hause“ gemacht, diejenigen mit Führungsverantwortung auch mit dem „Führen auf Distanz“ und diejenigen mit Familien oder einem anderen Leben neben der Arbeit auch noch mit den Konsequenzen eines fragmentierten Alltags. Nur die wenigsten haben dabei im Kontext ihrer Organisation gelernt, wie das bestmöglich geht, die meisten mussten sich bestimmte Routinen und Fähigkeiten selbst aneignen.

Wir müssen uns bewusst machen: In dem Satz „Ich bin heute im Homeoffice“ verbirgt sich eine geballte Ladung an Herausforderungen. Und um die zumindest im Job zu meistern, braucht es Regeln oder wenigstens ein Framework.

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Im Straßenverkehr ist es selbstverständlich, an einem Zebrastreifen zu halten, um Fußgänger:innen über die Straße zu lassen. Es gibt aber eben auch die klare Regel dazu und damit keinen Zweifel daran, wer Vorrang hat. Funktioniert. Warum nicht auch beim Thema New Work, konkret Homeoffice?

Kollaboration ist Kommunikation – sprechen wir darüber!

Der erste Schritt, um Klarheit und einen Rahmen zu schaffen und so etwas wie den „New-Work-Führerschein“ zu bekommen: sprechen über das, was alle als „selbstverständlich“ ansehen und deshalb gern übersehen — die Kommunikation im Team.

Gute Kommunikation ist die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit, Innovation, Transformation – was auch immer gerade die Herausforderung ist.

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Um nun effektiv, effizient und transparent zu kommunizieren, braucht es Tools. Das Büro wie auch das Homeoffice sind solche (Kommunikations-)Tools. Mehr noch: Alles von der E-Mail über Messenger bis zum (hybriden) Meeting im (Heim-)Büro ist ein Tool. Als Mittel zum Zweck sollten sie uns helfen, schneller, transparenter und intensiver zu kommunizieren und damit besser zusammenzuarbeiten.

Damit der Idealfall eintritt, kann eine Kommunikationsmatrix helfen. Diese Matrix ist so simpel, dass im Zweifel Zettel und Stift genügen, um sie zu erklären – und sie funktioniert absolut verlässlich.

Auf der x-Achse wird die Synchronität der Kommunikation abgebildet, auf der y-Achse der Ort und über eine Querachse die Emotionalität. So gilt wie im Straßenverkehr „recht vor links“: je emotionaler das Thema, desto synchroner der Kanal.

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(Grafik: Blackboat)

Kommunikationsmatrix: Wissen, wann wer wo wie mit wem spricht

Sprich: Ein Kennenlernen, ein wichtiges Entscheidungsmeeting oder ein richtungsweisendes Personalgespräch gehören ins Office oder zumindest in ein Live-Meeting. Da zählt der persönliche Kontakt, der direkte Blick in die Augen – egal, wie gut eine Webcam mit Vanity Light ist.

Alle normalen Updates sind sehr viel effizienter über die digitalen, asynchronen Tools wie MS Teams oder Slack zu erledigen. Vorausgesetzt, man hat sich im Team Gedanken dazu gemacht, wie man sie benutzen will. Regeln sind nicht immer lästig!

Übrigens: Mindestens 80 Prozent der Kommunikation in diesen Tools sollte transparent erfolgen, um die Produktivitätsgewinne realisieren zu können, die wir uns im Digitalen erhoffen. So ist es wenig sinnvoll, 100 Direktnachrichten zu verschicken – dafür gibt es geteilte Channels mit allen Teammitgliedern, die die Information bekommen sollten.

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Die Kommunikationsmatrix haben wir bei Blackboat selbst im Einsatz und passen sie auch in Projekten immer wieder individuell an. Es geht in Sachen Homeoffice dann ganz basal darum, Klarheit darüber zu schaffen, wann arbeiten zu Hause und wann arbeiten im Büro der richtige Modus ist.

Dass es innerhalb der einzelnen Teams dann auch noch Abstufungen und Varianten gibt, ist kein Problem. Aber die grundlegende Klarheit hilft.

Denn ohne Kommunikation funktioniert auch und insbesondere in Sachen New Work nichts, weil selten alle Kolleg:innen an einem Ort sind – und Missverständnisse somit vorprogrammiert sind. Ob Kommunikation „gut“ ist, entscheidet sich an der Art und Weise zu einer gegebenen Zeit an einem gegebenen Ort. Orientierung dazu bietet etwa eine Kommunikationsmatrix, die jedes Unternehmen für sich entwickeln sollte.

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Die Sache ist doch: Mit Errungenschaften wie dem Homeoffice definieren wir jetzt die neuen Verhaltensweisen für die Arbeitswelt der Zukunft. Wir sollten zusehen, dass es möglichst ideale Verhaltensweisen sind, die den Kulturwandel in die gewünschte Richtung bringen. Dann brauchen wir fürs Erste vielleicht doch keinen New-Work-Führerschein.

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