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Olympia: Willkommen in der Stadt der Roboter

Sie servieren Essen, desinfizieren Anlagen und mixen Drinks: Roboter sind bei den Winterspielen in China sehr präsent. Das hat unterschiedliche Gründe.

3 Min. Lesezeit

Die automatisch hergestellten Speisen lässt das System von der Decke herunter. (Foto: dpa)

Bei den Olympischen Winterspielen in der chinesischen Hauptstadt kommen besonders viele Roboter zum Einsatz. So haben die Organisatoren die Olympia-Kantine fast vollständig automatisiert. Maschinen bereiten das Essen zu, das Drohnen über ein Schienensystem zum Sitzplatz transportieren. Dort lassen sie die Mahlzeiten zu den Gästen hinunter. Große Teile des Systems sind gläsern eingefasst, damit man den Robotern bei der Arbeit zusehen kann. Sportreporter schreiben von der „verrückten Roboter-Kantine“ und erzählen vom Spaß, das Essen auf seinem Weg zu verfolgen. Andere drücken sowohl Faszination als auch Unbehagen aus.

Beim Zimmerservice und an der Bar haben ebenfalls Maschinen die Arbeit von Menschen übernommen. Auch für die Sicherheit setzt man Roboter ein – einige stammen aus Berlin.

Wegen Corona: Weniger menschlicher Kontakt

In erster Linie gehört der umfassende Robotereinsatz zu den strengen Hygienemaßnahmen, zu denen sich die Veranstalter verpflichtet haben. Das Ziel: Es soll kein einziger Covid-Fall bei den Spielen auftreten – im Gegensatz zu anderen Sportgroßereignissen, etwa der Handball-WM, die von Dutzenden Covid-Fällen überschattet wurde. Auf der anderen Seite will China zeigen – wie alle Ausrichter in den Jahrzehnten zuvor –, wie modern und technologisch innovativ das Land ist. Daher steht die erste fast vollautomatische Kantine der Welt auch ausgerechnet im Medienzentrum.

Ein Roboter in der Küche schüttelt einen Korb mit Pommes Frites. (Foto: dpa)

Roboter-Kantine samt mechanischem Barkeeper

Die Kantine ist die größte Ansammlung von Robotern auf dem Gelände. Die Küche besteht aus einer Reihe von Zubereitungsmaschinen, die dünsten, kochen, braten und würzen. Beobachter zeigen sich beeindruckt von der riesigen Auswahl an Gerichten, die aus den Produktionsstraßen fahren: Von chinesischer Traditionskost bis zum Burger spannt sich die Bandbreite. Niedliche Roboter im Wall-E-Design geben Eis aus, die Hauptspeisen werden von einem Zuliefersystem an der Decke abgeseilt. Ein Barista-Roboter mahlt Bohnen und bereitet in vier Minuten Kaffee zu. Das Highlight ist der Barkeeper. Er sieht aus wie ein veredelter Industrieroboter und schüttelt in abgehackten Bewegungen die Drinks der Gäste.

Security-Roboter erschnüffeln Kampfstoffe

Doch nicht nur in den Restaurants finden sich mechanische Dienstleister. Der Zimmerservice im Hotel ist genauso ein Automat wie die Reinigungskräfte im Sanitärbereich. Sie sorgen für saubere und vor allem durchgehend desinfizierte Örtlichkeiten. Lieferroboter bringen Waren von einem Ort zum anderen und Wachroboter sichern die Anlagen. Die Aufpasser stammen zum Teil aus der Berliner Hightech-Schmiede Robowatch Technologies, die sich auf mechanische Security-Drohnen spezialisiert hat. Ofro und Mosro lauten die Namen der beiden Hauptprodukte. Dabei sieht der rund 50.000-Euro teure Ofro wie ein Miniaturpanzer aus. Er besitzt eine Phalanx aus Sensoren und verschiedene Analysesysteme. Mosro ähnelt einer Säule und verfügt über komplexe Systeme, um nukleare, biologische und chemische Kampfstoffe zu erkennen, und soll der Terrorabwehr dienen. Auch unter den Kostümen der Maskottchen können – wie bereits zu den Sommerspielen – Roboter stecken, die den Zuschauern zuwinken.

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