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Payment-Studie: Paypal überholt den Rechnungskauf im Onlinehandel

Erstmals ist Paypal Spitzenreiter beim Bezahlen im Onlinehandel in Deutschland. Dass der beliebte Rechnungskauf nur noch Platz 2 dahinter belegt, hat Gründe, die vor allem in der Einfachheit des Bezahlvorgangs liegen. Doch bald könnte ein weiterer Player hinzukommen.

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Paypal führt flexiblere Zahlungsmöglichkeiten ein. (Foto: Michelmond/Shutterstock)

Seit jeher gilt Deutschland als Sonderling in Sachen Bezahlverhalten. In keinem anderen Land wurde und wird so lang und intensiv am Rechnungskauf festgehalten wie bei uns. Von Amazon wurde seinerzeit sogar kolportiert, Deutschland sei das erste Land gewesen, in dem man aufgrund des Käufer:innendrucks über den Kauf per Rechnung überhaupt nachgedacht habe. Doch jetzt vollzieht sich offenbar langsam, aber sicher ein Wandel. Denn erstmals bevorzugen mehr Kund:innen den Kauf per Paypal gegenüber dem auf Rechnung.

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Das geht aus einer Studie des EHI hervor, die jetzt in Teilen vorab veröffentlicht wurde und ab Juli komplett vorliegt. Schon im vergangenen Jahr hatten die Käufer Paypal in Deutschland einen echten Schub verliehen, doch jetzt wird im Rahmen der EHI-Studie „Online-Payment 2023“ klar, dass Paypal inzwischen an der Spitze liegt. Demnach wurden 2022 29,6 Prozent der Onlinekäufe mit Paypal bezahlt (2021: 28,2 Prozent).

Mit einem Umsatzanteil von nur noch 23,8 Prozent liegt der Rechnungskauf an zweiter Stelle und verliert damit 4,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz drei der umsatzstärksten Bezahlverfahren im E‑Commerce folgt die Lastschrift (20,9 Prozent) und auf Platz vier die Kreditkarte (12,1 Prozent). Giropay, das gemeinsame digitale Zahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen, ist einer der Aufsteiger des vergangenen Jahres und konnte seinen Anteil von 0,4 Prozent auf 1,6 Prozent steigern.

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„Buy now, pay later“ verändert den Markt der Bezahlverfahren

Besonders diskutiert wird in der Branche das Thema „Buy now, pay later“ (BNPL), also eine Art niedrigschwelliger Konsumentenkredit, der der Kundschaft die Möglichkeit eröffnet, beim Onlineshopping eine sofortige Belastung ihres Verrechnungskontos zu vermeiden und damit einen Konsumentenkredit in Anspruch zu nehmen. Diese Zahlungsart bieten mehr als drei Viertel der befragten Händler in ihrem Onlineshop an (76,9 Prozent). Die im vergangenen Jahr am häufigsten genutzte BNPL-Zahlungsmöglichkeit war der Kauf auf Rechnung (67 Prozent), gefolgt von Paypal (43 Prozent) und Ratenkauf/Finanzierung (24 Prozent).

Das könnte allerdings auch mit dem Trend zusammenhängen, Rechnungskauf als Händler nur noch in Kooperation mit Dienstleistern wie Klarna anzubieten. Hier sind Komplikationen bei (Teil-)Retoure der Waren alles andere als selten. Insbesondere wenn Händler:innen nicht rechtzeitig zum vorausgesetzten Zahlungsziel eine Meldung an den Rechungszahlungs­dienstleister erstellt haben, leitet dieser möglicherweise weitere Schritte ein. Und die können bekanntermaßen auch eine Verschlechterung des Schufa-Scores nach sich ziehen, ohne dass der Kunde oder die Kundin hierfür etwas kann. Diese können das allerdings verhindern, indem sie gegebenenfalls eine Meldung im Portal über die erfolgte (und verzögerte) Rücksendung machen, was freilich die wenigsten tun.

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Schaut man sich die Verteilung der Bezahlverfahren an, wird klar, dass Händler:innen, die Paypal, den Kauf auf Rechnung sowie Lastschrifteinzug anbieten, schon fast drei von vier in Deutschland durchgeführten Bezahlvorgängen abdecken können. Zwar raten (mit Recht) viele E‑Commerce-Anbieter und natürlich auch die Payment-Service-Provider Händler:innen dazu, möglichst viele verschiedene Bezahlverfahren anzubieten, um Kaufabbrüche in der Kassenzone zu verhindern, doch ist die beschriebene Verteilung der Bezahlarten schon ein gutes Indiz dafür, was als Minimum wichtig ist.

Bezahlverfahren wie Giropay, Amazon Pay oder Sofortüberweisung rangieren dagegen weit hinten und machen nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Bezahlvorgänge aus, auch wenn die Umfragen, in denen Kund:innen nach gewünschten Bezahlverfahren gefragt werden, etwas anderes sagen.

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Europäische Zahlungsinitiative kommt mit App ab 2024

Verändern könnte sich die Situation in Hinblick auf das Paypal-lastige Bezahlen in den kommenden Jahren, wenn die European Payment Initiative es schaffen sollte, ein entsprechendes Alternativverfahren auf Basis der europäischen Banken zu etablieren. Denn bei Paypal, ähnlich wie in der Welt der Kreditkartenzahlungen, spielen US-Player die Hauptrolle – was man nicht zwingend problematisch finden muss, aber bedenken sollte. Allerdings ist Paypal mit (laut Unternehmensangaben) 29 Millionen privaten Nutzer:innen in Deutschland so etabliert, dass auch alternative E‑Commerce-Bezahlverfahren hieran erst einmal wenig ändern dürften.

Die an der EPI beteiligten 16 Zahlungsdienstleister und Banken planen eine App, die Anfang 2024 an den Start gehen soll. In diesem Zusammenhang ist geplant, zunächst eine App für Handy-zu-Handy-Zahlungen in Belgien, Deutschland und Frankreich einzuführen. Bis Ende 2024 soll EPI auch Zahlungen in Onlineshops ermöglichen und im Laufe des Jahres 2025 als Zahlungsoption an der Ladenkasse verfügbar sein. Am Status von Paypal wird das aber bestenfalls mittelfristig rütteln, auch wenn einige der beteiligten Banken vollmundig erklärt hatten, dem US-Konkurrenten Marktanteile abjagen zu wollen.

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