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Fundstück

Warum bei Sipgate die Mitarbeiter entscheiden, wer ins Team kommt

Recruiting ist keine Chefsache. (Foto: Sipgate)

Recruiting ist Chefsache? Nicht bei Sipgate. Im „On the Way to New Work“-Podcast erklärt Gründer Tim Mois, warum es absurd ist, dass Manager neue Mitarbeiter einstellen.

Tim Mois ist einer der zwei Gründer des VoIP-Dienstleisters Sipgate. Seit knapp 14 Jahren arbeitet er daran, die Telefonanlage für Unternehmen bestmöglich in die Cloud zu hieven. Doch Sipgate ist für noch weit mehr bekannt. Die Düsseldorfer haben sich wie kaum ein anderer Arbeitgeber mit den Verheißungen und Konsequenzen der neuen Arbeit beschäftigt – das heißt: Lean, wo immer es geht. Scrum in allen Teams. Transparenz als Teil der Unternehmenskultur. Und 100-prozentiges Arbeiten in der Cloud. In dem Buch „24 Work Hacks“, das Sipgate unlängst herausgebracht hat, wird deutlich, wie intensiv Tim Mois und sein Team sich mit den Chancen der New Work auseinandersetzen.

Peer-Recruiting bei Sipgate: „Grundsätzlich kann jeder Mitarbeiter mitmachen“

On the Way to New Work: Der Podcast über neue Arbeit. (Screenshot: t3n.de)

Ein spannendes Kapitel, das Christoph Magnussen mit Mois im Rahmen des „On the Way to New Work“-Podcasts genauer besprochen hat, findet sich im Peer-Hiring. Jeder Mitarbeiter kann sich bei Sipgate am Recruiting-Prozess beteiligen und beim Bewerbermanagement sein Feedback einbringen. „Grundsätzlich kann jeder Mitarbeiter mitmachen, er muss aber nicht“, erklärt Tim Mois dazu. Das Ganze sieht wie folgt aus: Das HR-Team spannt Mitarbeiter aus den entsprechenden Teams im Auswahlprozess ein, die beurteilen sollen, ob der Bewerber geeignet ist oder nicht. Innerhalb von 24 Stunden bekommt der Jobsuchende dann eine Absage oder eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

„Die Teams haben ihre eigenen Stellenanzeigen geschrieben.“

In dem Gespräch sitzen die Kollegen dann konsequenterweise mit dem Bewerber zusammen. In der Regel sind das die Mitarbeiter, die den gleichen Job machen, aber auch solche, die aus einer etwas anderen Richtung auf die Arbeit gucken. Fest steht nur, dass niemanden aus dem Management dabei sein darf. „Die Personen befinden sich auf Augenhöhe“, erklärt Tim Mois dem Gesprächsführer Christoph Magnussen. Das Team, in dem der Bewerber arbeiten wird, oder aber der Peer wird dann entscheiden, ob es zum Probearbeiten kommt oder der Bewerber direkt eingestellt wird. An dem System wird auch bei einer Kündigung festgehalten. Das Team entscheidet, ob man sich wieder trennt, wenn es doch nicht passt.

Angefangen haben die Sipgate-Gründer mit dem System vor ungefähr fünf Jahren. Erst nur in den Vorstellungsgesprächen, dann aber auch bei der Frage, ob überhaupt jemand neues im Team benötigt wird, so Tim Mois. „Die Teams haben dann ihre eigenen Stellenanzeigen geschrieben.“ So ging es dann weiter bis zur Betreuung des potentiellen neuen Kollegen während der Probearbeit sowie dem Feedbackgeben im Rahmen der Probezeit bis hin zur Thematik der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Dabei stellt er klar, dass der Prozess noch viel radikaler durchgezogen werden könnte. Außerdem achte er darauf, dass es zwar klare Regeln in dem Prozess gibt, jedoch Verbesserungen immer genug Raum bekommen können.

Wie die Mitarbeiter auf Peer-Recruiting reagieren, was Tim Mois meint, wenn er sagt, dass der Prozess noch radikaler durchgezogen werden könnte und warum er es absurd findet, dass Chefs überhaupt am Recruiting-Prozess beteiligt sind, erfahrt ihr in der neuen Folge des „On the Way to New Work“-Podcasts.

Übrigens, weitere Folgen des Erfolgs-Podcast „On the Way to New Work“ findet ihr hier und wenn ihr mehr über die Macher herausfinden wollt, empfehlen wir euch einen Blick in unser Interview: Zwei Podcaster wollen herausfinden, wie wir in 20 Jahren arbeiten

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