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Homeoffice-Rückzug? Personaler zweifeln am Nutzen von Flexibilisierung

Die Akzeptanz von Flexibilisierungsmaßnahmen wie dem Homeoffice oder der telefonischen Krankschreibung hat gelitten, wie eine Personaler-Umfrage zeigt. Doch sind die Errungenschaften wirklich so schlecht wie ihr teilweiser Ruf?

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Erleben wir in der Arbeitswelt gerade ein Comeback der Kontrolle? (Foto: Fizkes / Shutterstock)

Erleben wir in der Arbeitswelt gerade ein Comeback der Kontrolle? Eine Randstad-Umfrage unter Personalleitenden zeigt anhand von zwei Themen, dass in vielen Unternehmen offenbar ein Umdenken stattfinden könnte. Konkret geht es um die Homeoffice-Vereinbarungen, die für großen Unmut in vielen Teams sorgt und die telefonische Krankschreibung, die auch politisch für sprichwörtlichen Zündstoff in der Vergangenheit gesorgt hat.

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Beide Themen sehen die Befragten kritisch: 20 Prozent wollen Homeoffice leicht oder deutlich reduzieren. Knapp jedes zehnte Unternehmen plant, es abzuschaffen. 66 Prozent empfinden die telefonische Krankschreibung als problematisch. Die Hauptsorgen drehen sich um den Missbrauch der Flexibilisierungsmaßnahmen. Im Homeoffice wird Arbeitszeitbetrug vermutet. Aufgrund der telefonischen Krankschreibung steigende Krankenstände.

Inwieweit ist das Homeoffice auf dem Rückzug?

Dass eine mögliche Abkehr des Homeoffice – trotz Beispiele wie etwa Amazon – sich hierzulande bisher nicht in Zahlen niederschlägt, zeigt das Ifo-Institut. Im März 2025 hat mit 24,5 Prozent fast jeder Vierte teilweise im Homeoffice gearbeitet. Dieser Wert variiert seit Monaten nur minimal und pendelt sich ein. „Wir sehen in den Daten keinerlei Hinweise darauf, dass das Homeoffice auf dem Rückzug ist“, sagte Ifo-Forscher Jean-Victor Alipour.

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Anders als bei Amazon, wo eine hundertprozentige Büropflicht besteht, wird in deutschen Unternehmen hybrid gearbeitet. Die Unstimmigkeiten unter den Geschäftsleitungen und den Mitarbeitenden beziehen sich vorwiegend auf die Ausgestaltung der Hybrid-Richtlinien. Bisweilen gehen diese sogar vor Gericht, wie bei SAP. Der Softwarekonzern will an drei Tagen auf Anwesenheit bestehen. Der Betriebsrat möchte mehr Flexibilität.

Auch bei Otto gab es zuletzt Tumult. Bei dem Online-Versandhändler hat bislang das Team selbstständig entschieden, ob im Homeoffice oder im Büro gearbeitet wird. Nach der Ankündigung einer starren Hybridregel, die die eine Anwesenheitspflicht von 50 Prozent ins Auge fasst, hat das jedoch für Unmut in der Belegschaft gesorgt. Otto hat sich daraufhin einer zusätzlichen Testphase verschrieben, um eventuell nachzujustieren.

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Missbrauch der telefonischen Krankschreibung?

Die Debatte um die telefonische Krankschreibung hat zuletzt Ex-FDP-Chef Christian Lindner entfacht. Es gebe „eine Korrelation zwischen dem jährlichen Krankenstand in Deutschland und der Einführung der Maßnahme, die als guter Bürokratieabbau gedacht war“, hat er im September 2024 behauptet. Seitdem haben sich verschiedene Fachexperten zu Wort gemeldet, die Christian Lindners Aussagen eingeordnet haben.

Markus Beier, Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, sieht den Hauptgrund darin, dass die gestiegene Zahl der Krankschreibungen in großen Teilen auf die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) zurückzuführen ist. Auch der GKV-Spitzenverband, die Vertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, hat die eAU-Einführung als Grund der höheren Krankenstände bestätigt.

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Einer regelmäßig durchgeführten DAK-Auswertung nach ist die Anzahl der Krankentage in den Jahren 2021 und 2022 gestiegen. Kassenchef Andreas Storm fordert mit Blick auf erwartbare Kommentare hinsichtlich der Zahlen durch die Politik eine „seriöse und gründliche Debatte über die wirklichen Ursachen“. Auch die DAK erklärt den Anstieg mit der eAU. Für 2024 hat die Krankenkasse wieder einen leichten Rückgang bestätigt.

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