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iPod auf Baumarkthandschuh geklebt – Gründer erhalten 40 Millionen

Proglove-Mitgründer Thomas Kirchner (links) mit CEO Andreas König. (Foto: Proglove)

Ein Wearable für Fließbandarbeiter: Die Münchner Firma Proglove ging einst aus einem Tüftlerwettbewerb des Chipherstellers Intel hervor. Jetzt gibt es Millionen von einem namhaften Investor.

Manchmal entspringt die große Geschäftsidee einer bloßen Spielerei. So war es auch bei Thomas Kirchner und seinem Kompagnon Paul Günther, als sie 2014 an einem Tüftlerwettbewerb des Chipherstellers Intel teilnahmen.

Mithilfe eines Baumarkthandschuhs und einem alten iPod bastelten die Ex-Studenten den Prototypen für einen smarten Fertigungshandschuh. „Das konnte technisch nichts, sah aber cool aus“, sagte Kirchner einst der Wirtschaftswoche. Die Tüftler drehten ein Video und reichten es bei Intel ein – mit Erfolg: Das Preisgeld nutzten Kirchner und Günther, um ihre Firma Proglove zu gründen.

Knapp fünf Jahre sind seitdem vergangen und heute ist Proglove eines der Vorzeige-Startups, wenn es um die Digitalisierung der Industrie geht. Die Firma aus München beschäftigt mehr als 160 Mitarbeiter, zählt Konzerne wie BMW und DHL zu ihren Kunden und sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel überzeugte sich schon persönlich von der Qualität des Fertigungshandschuhs. Längst ist der iPod diversen Sensoren und einem Barcodescanner gewichen. Mitarbeiter in Logistikzentren beispielsweise können Pakete so freihändig scannen, falsche oder unnötige Handgriffe werden sofort durch ein akustisches Warnsignal gemeldet. Das spart wertvolle Zeit – bis zu vier Sekunden pro Arbeitsschritt sind es laut Proglove.

Uber-Investor steigt bei Proglove ein

Das lockt neben Industriekonzernen auch Investoren an. Nachdem Intel im vergangenen Jahr nochmals einen Millionenbetrag in Proglove steckte, kann das Startup nun die nächste Kapitalspritze verkünden: 40 Millionen Dollar investiert demnach allein der US-Kapitalgeber Summit Partners in die Jungfirma.

„Wir glauben, dass der kundenorientierte Ansatz von Proglove bei der Produktentwicklung eine bedeutende Chance bietet, den menschlichen Mitarbeiter zu stärken und gleichzeitig die Effizienz am Arbeitsplatz zu steigern“, kommentiert Matthias Allgaier, Managing Director bei Summit Partners und neuer Aufsichtsrat bei Proglove, das Investment in einer Mitteilung. Summit Partners ist in der Szene kein Unbekannter. Der Investor aus Boston hält etwa Beteiligungen am Fahrdienstvermittler Uber oder dem Berliner Prozessoptimierer Signavio.

Die 40 Millionen Dollar will Proglove nun nutzen, um seine internationale Präsenz in den USA auszubauen und das Produkt weiterzuentwickeln. Geplant sei unter anderem, den Handschuh mit einer Kamera auszustatten, um etwa Qualitätssicherungs- und Dokumentationsabläufe zu vereinfachen. Ebenfalls in Arbeit sei ein tragbares Display, wie das Startup auf Nachfrage mitteilt. Das käme der ursprünglichen Idee mit dem iPod dann schon wieder sehr nahe.

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Ein Kommentar
Chris
Chris

Ihr schreibt über die Entstehung, die Gründer, Investitionen etc. aber es wird mit keiner Silbe erwähnt was die Firma tut. Smarte Handschuhe für die Fertigung kann alles sein. Man hätte zumindest dahinter schreiben können dass es um wearable Barcode Scanner Lösungen geht.

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