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Analyse

PS5: Sony zieht „Playstation Now“-Karten zurück – das ist der Grund

Laut eines Berichts wird Playstation schon bald einen Abo-Service mit Codenamen Spartacus launchen. Doch besonders in einem wichtigen Punkt soll er sich vom Xbox Game Pass unterscheiden.

4 Min.
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Wer einen Playstation Game Pass erwartet, dürfte enttäuscht werden. (Foto: Girts Ragelis/Shutterstock)

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Es war zu erwarten, kommt nun aber doch recht überraschend: Der Journalist Jason Schreier will in Erfahrung gebracht haben, dass Sony schon im Frühjahr des kommenden Jahres einen eigenen Abo-Service starten möchte. Der Codename dafür ist Spartacus, wie seinem Artikel für Bloomberg zu entnehmen ist, und soll in direkter Konkurrenz zum Xbox Game Pas*s stehen. Nun tauchen Berichte auf, dass Sony die Händler in UK auffordert, ab dem 21. Januar keine „Playstation Now“-Karten mehr zu verkaufen. Das alles deutet darauf hin, dass es mit Spartacus bald schon losgehen könnte. Ein Detail im Bericht von Schreier zeigt  jedoch, dass Playstation schlussendlich doch einen anderen Fokus haben wird als Microsoft.

Was ist mit Playstation Now?

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Nun mögen sich manche denken, dass Playstation ja eigentlich bereits so einen Abo-Service anbietet – und das stimmt auch. Playstation Now ging in Europa im April 2016 ans Netz. Der Abo-Service kostet 9,99 Euro im Monat und bietet den Abonnierenden Zugang zu über 300 Titeln. Dabei handelt es sich sowohl um Retro-Spiele als auch um Blockbuster, die Monate nach Release zum Service hinzugefügt werden.

Laut Bloomberg soll Playstation Now zukünftig ein Teil von Playstation Plus werden. Der Service also, den Spieler und Spielerinnen nutzen müssen, wenn sie Online spielen wollen. Ebenso bietet Playstation Plus monatlich Spiele, die Abonnierende ohne Aufpreis herunterladen und so lange spielen können, wie sie Mitglied des Service sind. Playstation Now soll also verschwinden und Playstation Plus der Service sein, der sowohl Online-Gaming als auch Abo-Service umfasst.

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Was ist neu an Spartacus?

Die Unterlagen, die Bloomberg einsehen konnte, sollen von drei Abo-Stufen reden. Die erste Stufe soll die Benefits beinhalten, die PS-Plus-User schon heute wahrnehmen können: Online-Play und monatliche kostenlose Spiele. Die zweite Ebene soll Zugang zu PS4-Spielen gewähren. Gegen einen etwas höheren Aufpreis, genaue Preise sind freilich noch nicht bekannt, soll Abonnierenden also ein Katalog an Games zur Verfügung stehen – vergleichbar mit dem Xbox Game Pass. Nach und nach sollen zu diesem Sortiment auch Spiele für die Playstation 5 dazukommen.

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Die dritte und teuerste Stufe wiederum soll Zugang zu noch mehr Retro-Spielen gewähren. Damit sind Games der Playstation-1-, PS2-, PS3-, und PSP-Ära gemeint. Ähnlich wie Nintendo mit ihrem Online-Service, scheint sich Playstation also besonders auf Nostalgie konzentrieren zu wollen. Das teuerste Abo-Paket ist das mit den Retro-Spielen. Und oft sind es auch diese Games, die ohne Emulator kaum noch erhältlich sind, die besonders viele Gamer anziehen. Darum sind derzeit auch viele Fans sehr unzufrieden mit dem Online-Service von Nintendo, der zwar inzwischen auch N64-Spiele beinhaltet, diese aber nur tröpfchenweise anbietet. Derweil sind Spiele aller Handheld-Systeme und der Konsolen nach dem Nintendo 64 noch immer hinter Tor und Riegel.

Ein wichtiges Detail

Der Xbox Game Pass soll inzwischen über 18 Millionen Abonnierende haben. Sicherlich werden viele von ihnen Indie-Spiele spielen oder auch die Xbox-Spiele älterer Generationen. Ein großer Teil der Spielerinnen und Spieler dürfte den Abo-Service aber wohl vor allem nutzen, um die großen Blockbuster-Spiele direkt am Release-Tag über eine monatliche Abogebühr zocken zu können. Die große Stärke des Game Pass ist es, dass selbst AAA-Spiele wie „Halo Infinite“ nicht erst Monate nach Release – wenn sich die meisten das Spiel schon zum Vollpreis gekauft haben – im Game Pass angeboten werden.

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Hier scheint Sony, wenn die Informationen von Bloomberg denn stimmen, noch immer einen anderen Weg gehen zu wollen. Denn das wohl wichtigste Detail der Informationen ist: Es sollen keine Sony-Spiele direkt zum Release Teil des Abo-Service werden. Nach wie vor will Playstation die hauseigenen Blockbuster-Spiele zum Vollpreis verkaufen. Das zeugt von einer anderen strategischen Ausrichtung als Konkurrent Microsoft. Und auch eine andere Ausrichtung als die vielen anderen Publisher, die inzwischen Abo-Services aufgebaut haben: Electronic Arts, Ubisoft, Google und mehr.

Die großen Marken

Auch wenn die Xbox Games Studios in den letzten Monaten durch viele Zukäufe immer größer wurden – noch sind die großen und bekannten Marken, neben Nintendo, bei Playstation zu finden. Sicherlich, „Halo“ oder „Forza“ sind sehr erfolgreiche Franchises. Ebenso auch ein „Gears of War“. Doch bedienen diese Spiele vor allem ein Publikum: Fans von Action-Spielen mit starkem Multiplayer-Aspekt. Darum können solche Spiele auch wunderbar über Abo-Services angeboten werden. Im besten Fall sind es Spiele, die zu Plattformen werden. Die über Monate und Jahre erweitert werden, für die DLCs und andere Zusatzinhalte angeboten werden – und die dafür sorgen, dass die Spieler und Spielerinnen jeden Monat ihr Abo erneuern.

Playstation mag nun mehr Geld in den hauseigenen Abo-Service zu stecken, scheint damit aber eher Playstation-Fans ansprechen zu wollen, die alte Spiele nachholen möchten, ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen. Die bekannten Playstation-Marken wie „God of War“, „Horizon: Zero Dawn“ oder „The Last of Us“ haben einen großen Fokus auf den Singleplayer. Es sind teure Spiele, die in den ersten Wochen nach Release viel Umsatz machen müssen, um gegenfinanziert zu werden. Inzwischen erscheinen einige dieser Spiele auch auf dem PC – aber eben erst Monate oder Jahre später.

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Xbox setzt eher auf Masse. Es sollen die vielen hundert Spiele des Game Pass sein, die die Menschen dazu bewegen sollen, ein Abo abzuschließen. Die Hardware-Verkäufe sind weniger wichtig als die Masse an Abonnierenden. Sony möchte sicherlich auch möglichst viele Menschen in ihren Ökosystem ziehen. Mit Playstation Plus machen sie schon seit Jahren Milliardenumsätze. Doch der Fokus scheint hier noch immer darauf zu liegen, möglichst viel Hardware zu verkaufen, um auf dieser Hardware dann exklusive Spiele zum Vollpreis zu verkaufen. Und wie die Verkaufszahlen zeigen: Noch geht diese Strategie auf.

 

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