News

Rekordquartal für Netflix – Corona-Pandemie sorgt für Kundenansturm

(Foto: sitthiphong/Shutterstock)

Lesezeit: 3 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Streaming-Boom dank Corona-Stillstand: Netflix erfreut sich in Zeiten des Lockdown besonders großer Beliebtheit. An der Börse hat der Online-Videodienst sogar den Hollywood-Giganten Disney überholt. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, warum Netflix hoch im Kurs steht.

Die Corona-Pandemie und Serienhits wie „Tiger King“ haben dem Online-Videodienst Netflix zu seinem bislang stärksten Quartal verholfen. In den drei Monaten bis Ende März schoss die Anzahl der Bezahlabos weltweit um 15,8 Millionen in die Höhe, wie der Streaming-Marktführer am Dienstag nach US-Börsenschluss in Los Gatos mitteilte. Damit verbuchte Netflix das Vierteljahr mit seinem bislang größten Kundenandrang und übertraf sowohl die eigene Prognose als auch die Erwartungen der Wall-Street-Analysten bei Weitem.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Zum Quartalsende brachte es Netflix auf knapp 183 Millionen bezahlte Mitgliedschaften. Das Wachstum habe im März rasant zugelegt, als die Menschen in immer mehr Ländern wegen des Coronavirus angewiesen wurden, möglichst zu Hause zu bleiben, hieß es im Brief an die Aktionäre. Auch finanziell lief es rund: Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um rund 28 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn wurde mit 709 Millionen Dollar (653 Millionen Euro) mehr als verdoppelt.

Während viele Firmen stark unter der Coronakrise leiden, profitiert Netflix davon, dass viele Menschen wegen des Virus kaum noch ausgehen. Das Unternehmen warnte seine Investoren jedoch, dass der Boom wohl nur vorübergehend sei – mit dem Ende der Pandemie dürfte auch das Wachstum wieder abflauen. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Netflix mit im Jahresvergleich sinkenden Abozahlen. Im laufenden Quartal erwartet der Videodienst 7,5 Millionen Neukunden.

Mit der im März angelaufenen Serie „Tiger King“ gelang Netflix ein großer viraler Hit. Die bizarre Dokumentation über exzentrische Liebhaber von Großkatzen wie Tigern und Löwen wurde in den ersten vier Wochen nach dem Start bereits von 64 Millionen Nutzerkonten aus angeschaut. Auch andere Produktionen wie der Film „Spenser Confidential“ oder die neuen Staffeln des Krimi-Dramas „Ozark“ und der spanischen Serie „Money Heist“ liefen laut Netflix gut an.

Auch Aktie steigt weiter

Der 1997 im kalifornischen Los Gatos gegründete Konzern befindet sich auf einer der größten Erfolgswellen seiner Unternehmensgeschichte. An der Börse hat die Aktie von Netflix – bei einem allgemeinen Kurssturz – in diesem Jahr schon um über 36 Prozent zugelegt und zuletzt neue Rekordhochs geknackt. Mit einem Börsenwert von knapp 190 Milliarden Dollar wurde sogar der US-Unterhaltungsriese Walt Disney überholt, der im Winter noch doppelt soviel wert war wie Netflix.

Experten gehen davon aus, dass der Höhenflug noch etwas anhalten wird. Die durch den Virus-Ausbruch bedingte „Stay at Home“-Ära dürfte dafür sorgen, dass Netflix seinen Vorsprung im Streaming-Markt noch weiter ausbaut, meint Analyst Brian Russo von der Credit Suisse. Die Konkurrenz sei noch nicht global genug aufgestellt, um im gleichen Maße vom Trend zu profitieren.

Der große Rivale Disney Plus boomt zwar ebenfalls stark – vorletzte Woche gab er bekannt, nur fünf Monate nach dem Start bereits 50 Millionen zahlende Abonnenten zu haben. Disney lockt allerdings – neben beliebten Produktionen wie der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“ – auch mit günstigen Aktionspreisen.

Der Abstand zu Netflix dürfte vorerst groß bleiben. Denn während der Marktführer seit über zehn Jahren im Geschäft und in über 190 Ländern weltweit vertreten ist, hat die internationale Expansion von Disney Plus gerade erst begonnen. Anders als Disney betreibt Netflix bislang zudem keine anderen Geschäftsfelder wie Themenparks oder Kreuzfahrten, die stark unter der Coronakrise leiden. dpa

Zum Weiterlesen:

Meistgelesen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 70 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Luca Caracciolo (Chefredakteur t3n) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung