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Zu vielen Retouren im Onlinehandel: So wollen Forscher das Problem lösen

Weil die Größen selten auf Anhieb passen, wird vor allem Kleidung im Onlinehandel oft zurückgegeben. Das nervt nicht nur Kunden, sondern belastet auch die Umwelt. Ein neues Tool könnte helfen.

Quelle: dpa
2 Min. Lesezeit
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Vor allem Kleidung geht besonders oft wieder zurück an den Verkäufer. Mit einem neuen Tool wollen Forscher der Hochschule Hof das Problem lösen. (Foto: JLco Julia Amaral / shutterstock)

Retouren im Onlinehandel sind lästig für die Verbraucher und belasten Umwelt und Wirtschaft – ein neues Tool der Hochschule Hof könnte die Zahl der Rücksendungen senken. Ein Online-Demonstrator soll helfen, dass im Internet-Shop gleich die individuell passende Kleidung ausgesucht wird – und soll so die Retourenflut eindämmen.

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Der Ansatz: Produkte können am Computer virtuell anprobiert werden, wie Projektleiter Christian Groth vom Institut für Informationssysteme der oberfränkischen Hochschule sagte. Das Ziel: Die Kundschaft soll eine möglichst präzise Vorauswahl hinsichtlich Passform, Größe und Geschmack treffen können – fast wie in der Umkleidekabine im Laden. „Lediglich das Tasterlebnis des Stoffes oder das Tragegefühl ist hier noch nicht darstellbar.“

„Man sieht, ob die Ärmel zu lang sind“

Der Demonstrator verwendet das aktuelle Kamerabild der Kundin oder des Kunden sowie Bilder der Artikel in unterschiedlichen Posen. „So ist es möglich, eine fotorealistische und größenkorrekte Darstellung des gewählten Kleidungsstückes virtuell an den Kunden anzupassen“, sagte Groth. Bei derzeit gängigen Computermodellen, die zu bestellende Kleidung an Menschen darstellten, würden die Textilien immer perfekt passen – und die Enttäuschung sei groß, wenn das Paket dann ankomme. Beim Demonstrator aus Hof hingegen gehe es präziser zu: „Man sieht, ob beispielsweise die Ärmel zu lang sind.“ Einzig die Gesamtkörpergröße müsse die Kundschaft zusätzlich zum Foto noch angeben, „der Rest wird errechnet“, sagte Groth weiter. Die Hochschule will ihr Tool als Open-Source-Software veröffentlichen und hofft damit, vor allem kleinere und mittlere Unternehmen zu unterstützen.

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Im Onlinehandel gibt es große Bemühungen, die Zahl der Retouren zu senken, weil die Rücksendungen hohe Kosten verursachen. Laut einer im Dezember veröffentlichen Studie des Handelsforschungsinstituts EHI müssen Händler für jeden zurückgesendeten Artikel im Schnitt zwischen fünf und zehn Euro aufwenden.

Fast die Hälfte der bestellten Kleidung geht zurück

Laut EHI liegen die Quoten für Retouren im Schnitt zwischen sechs und zehn Prozent, bei Modeprodukten sogar bei 26 bis 50 Prozent. Doch auch für die Verbraucher ist es nur auf den ersten Blick bequem, die Kleidung nach Hause geliefert zu bekommen. Wenn es nicht passt, oder nicht gefällt, müssen Jeans und Co. wieder verpackt werden, ein Retourenschein erstellt und das Paket wieder zum Paketdienstanbieter gebracht werden. Zudem verlangen einige Händler inzwischen Geld für die Rücksendungen.

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Retouren im Textilbereich seien unter anderem deshalb so häufig, weil Kunden oft die gewünschte Ware in zwei Größen bestellen, damit eine dann auch wirklich passt, sagte Marco Atzberger, Mitglied der EHI-Geschäftsleitung. Um dies zu verhindern, gebe es derzeit zwei Möglichkeiten: Den Händlern sei daran gelegen, die Ware möglichst genau zu beschreiben, etwa auch mit Hinweisen, ob das Kleidungsstück groß oder klein ausfalle. Eine andere Variante sei es, den Kunden quasi zu vermessen. Doch hier sieht Atzberger eine Hürde – nämlich die Akzeptanz der Verbraucher, diese Daten zur Verfügung zu stellen.

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Dennis

Wie wollen die Forscher das Problem lösen, das XL nicht gleich XL ist. Sogar bei gleicher Marke und gleichem Shirt?
Solange die Fertigungsabweichungen bis zu einer ganzen Größe betragen, und wie gesagt, auch bei gleicher Marke und Model, nur andere Farbe, dann wird der beste virtuelle Ansatz scheitern.

Antworten
Alex O.

Bevor man die ganzen Größenangaben an ein Tool übergibt könnte man diese ja erstmal überhaupt auch in die Produktbeschreibung mit aufnehmen. Abmessen muss man ja dann sowieso. Schreibt doch einfach die abgemessen Werte mit zu dem Artikel. Das Thema zu viele Retouren ist ja jetzt nicht brandneu und mich wundert das schon seit Jahren. Gerade die komische Angewohnheit meist amerikanischer Marken bei einem Pullover z.B. an drei Stellen zwar die Breite anzugeben aber völlig ohne Längenangabe ist mir ein Rätsel, und Armellängenangabe hab ich ausserhalb von Hemden noch nie gesehen.
Grüße von einem der fast aus der Dachrinne saufen kann ;)

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