Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Rohrpost im Kanzleramt: Deshalb hält die Regierung am Kommunikationssystem fest

Obwohl man sich im Kanzleramt eigentlich nächstes Jahr von der Rohrpost trennen wollte, scheint ein Ende des alten Kommunikationssystems derzeit nicht in Sicht. Die Vorteile sind einfach zu groß.

Von Christian Weindl
2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige
Altbewährtes Kommunikationssystem: Die Rohrpost ist nicht nur im Kanzleramt bislang unersetzlich. (Foto: Sylvia sooyoN/Shutterstock)

Wie die dpa vermeldet, will man sich im deutschen Kanzleramt in absehbarer Zeit nicht von der guten alten Rohrpost trennen. Obwohl die Sendung per Druckluft in vieler Hinsicht veraltet ist, hat sie gegenüber modernen digitalen Kommunikationsformen so manchen Vorteil.

Anzeige
Anzeige

Die Rohrpost ist schnell und sicher

Dokumente, Bargeld, Laborproben oder Blutkonserven – was auch immer man per Rohrpost verschicken möchte, steckt man in einen zylinderförmigen Behälter und vertraut diesen dann einem teils kilometerlangen Rohrsystem an.

Per Druckluft gelangt die Transportbüchse dann mit Geschwindigkeiten von bis zu sechs Metern pro Sekunde ans Ziel.

Anzeige
Anzeige

Wer noch nie vom faszinierenden Prinzip der Rohrpost gehört hat, erfährt alles Wichtige dazu in diesem Youtube-Video:

Vor dem digitalen Zeitalter war die Rohrpost in vielen größeren Städten und Bürogebäuden gang und gäbe. Mit der Erfindung von Faxgeräten und spätestens seit Erfindung des Internets verlor die Kommunikationsform aber nach und nach an Bedeutung.

Anzeige
Anzeige

Trotz elektronischer Akte: Der Kanzler will an der Rohrpost festhalten

Die Ausnahmen bilden in der Regel Krankenhäuser, Banken – und das deutsche Kanzleramt. Dort wurde sogar erst im Jahr 2001 ein brandneues Rohrpostsystem installiert. Und das ist immer noch eifrig in Betrieb. Laut eines Regierungssprechers werden im Monat 1000 Sendungen damit verschickt.

Das ist laut Rheinischer Post zwar etwas weniger als noch 2019 unter Kanzlerin Merkel, wo im Monat 2400 Transportkapseln durch das 1300 Meter lange Zweiliniensystem mit den 36 Stationen  sausten, trotzdem will Kanzler Olaf Scholz laut der dpa-Meldung vorerst weiter an der Rohrpost festhalten.

Anzeige
Anzeige

Rohrpost sollte abgeschafft werden

Ursprünglich war geplant, dass das System nach vollständiger Einführung der elektronischen Akte abgeschafft werden sollte, spätestens im Jahr 2025. Bislang gibt es aber keine wirklich guten Alternativen. Denn viele Dokumente im Kanzleramt unterliegen entweder der Geheimhaltung oder müssen persönlich unterschrieben werden.

Dabei ist die Rohrpost im Gegensatz zum elektronischen Datenverkehr nicht nur zu 100 Prozent sicher vor Cyberangriffen, sie kostet mit 15.000 Euro pro Jahr auch deutlich weniger als der Transport vertraulicher Dokumente über Hausboten.

Dass Behörden und öffentliche Stellen aus verschiedenen Gründen noch sehr lange auf veraltete Technologie setzen, ist keine Seltenheit. So hat man ausgerechnet im High-Tech-Land Japan erst 2022 beschlossen, die Verwendung der Floppy-Disk in Ämtern abzuschaffen.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige