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SAP: Schluss mit Master und Sklaven

(Foto: dpa)

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Master und Slave sind in Programmierkreisen gängige Begriffe. Doch sie sind längst nicht mehr zeitgemäß. Nun will auch SAP die Fachbegriffe verbannen und ersetzen.

Der Softwarekonzern SAP hat beschlossen, Informatiker-Fachbegriffe wie „Master“ und „Slave“ zu ersetzen. Als Master wird ein Teil einer Software bezeichnet, der bevorzugt auf Daten zugreifen darf. Die Slaves, also alle anderen Anwendungen, werden erst später berücksichtigt. Dass da schon ein bisschen Rassismus mitschwingt, sei dem SAP-Vorstand Jürgen Müller erst kürzlich bewusst geworden, wie er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mitteilte.

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SAP wolle deshalb jetzt ein Zeichen setzen und neue Sprachregeln für alle wichtigen Produkte einführen. Innerhalb des nächsten halben Jahres sollen diese dann vollständig umgesetzt werden. Dabei werden keine Funktionen einzelner Programme verändert, sondern Dokumentationen, Trainigsmaterial, das Userinterface und die dazugehörigen Websites angepasst. Auch in einsehbaren Codebestandteilen sollen sich keine diskriminierenden Fachbegriffe mehr finden lassen.

Begriffe wie Master und Slave, aber auch Blacklist und Whitelist werden bei SAP zukünftig ersetzt. Je nach Anwendungsbereich, sollen an diesen Stellen dann „Sperr- und Erlaubnislisten“ und „Leit- und Folgesysteme“ erscheinen.

Auch andere Unternehmen verzichten auf Sklaven und Master

Ähnliche Schritte wurden bereits von anderen Unternehmen unternommen. GitHub hat bereits im Juni 2020 angekündigt, rassistisch aufgeladene Begriffe wie Master durch andere Termini zu ersetzen, die keinerlei Bezüge zur Sklaverei aufweisen. Auch Linux zog im Juli nach und machte aus dem „Slave“ einen „Secondary“ und aus der „Blacklist“ eine „Blocklist“. Jetzt hat SAP ebenfalls die Wichtigkeit dieser Thematik erkannt und gehandelt.

Da SAP ein international agierender Konzern ist, ist es Müller besonders wichtig, dass sich niemand in der Belegschaft diskriminiert fühlt und das Gefühl bekommt, nicht dazuzugehören, sagte er gegenüber der FAZ. In den USA arbeitet SAP beispielsweise gerade daran, die Anzahl der afroamerikanischen Mitarbeiter in den nächsten drei Jahren zu verdoppeln. Bis dahin wird es auch bei SAP keine „Master“ und „Slaves“ mehr geben.

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6 Kommentare
Gerechtigkeit
Gerechtigkeit

Kapitalisten, die einen Kniefall vor faschistischen Marxisten begehen, Schaufeln sich ihr eigenes Grab.

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Ribert Lirert
Ribert Lirert

Besser hätte man das nicht sagen können.

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Leser
Leser

Quatsch. Was wollen Sie? Für immer diese unnötigen und kontroversen Begriffe beibehalten? Wozu?

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Ano Nym
Ano Nym

Keine diskriminierenden ausdrücke mehr um niemanden auf den schlips zu traten aber software ans militär und die rüstingsindustrie zu verkaufen die es dann einfache haben irgendwo menschen in die luft zu sprengen? Das ist dann wohl kein Problem. Die Gier nach Geld ist unerschöpflich!

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NanoPolymer
NanoPolymer

Das Thema ist nicht wichtig und die sinnlosen Änderungen lösen auch kein Problem welches wir gehabt hätten.

„…sei dem SAP-Vorstand Jürgen Müller erst kürzlich bewusst geworden…“

Schlicht niemand hat vorher irgendwas negatives dabei gedacht. Insofern wundert mich auch die Reaktion von Herr Müller nicht. Da wurde einfach etwas hineininterpretiert.

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Black Perl
Black Perl

„Jetzt hat SAP ebenfalls die Wichtigkeit dieser Thematik erkannt und gehandelt.“
Wichtigkeit? Ehrlich?
Wenn DAS unsere Probleme sind, dann haben wir eigentlich sonst schon gar keine mehr… Welthunger, Ausbeutung, Rassismus und Ungleichbehandlung, Klimawandel scheint alles schon behoben zu sein…
Und jetzt kommt mir bitte keiner mit „diese Begriffe gehören in die Problematik Rassismus und Ungleichbehandlung. BEGRIFFE waren noch nie das Problem sondern Gedankengut…

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