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Roboter als Retter bei Schlaganfällen: MIT-Forschung macht große Fortschritte

Bei Schlaganfällen zählt jede Minute. Weil aber nicht überall Chirurgen vor Ort sind, haben Forschende des MIT einen Roboter mit Magnetarm entwickelt, mit dem sich Blutgerinnsel auch aus der Ferne lösen lassen.

Von Eike Kühl
2 Min. Lesezeit
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Per Joystick und Video wird dieser Schlaganfall-Roboter gesteuert. (Foto: MIT)

Forscherinnen und Forscher des MIT haben ein telerobotisches System entwickelt, um Chirurgen bei der schnellen und ferngesteuerten Behandlung von Patienten mit Schlaganfall oder Aneurysma zu unterstützen. Per Joystick können die Ärztinnen und Ärzte einen Roboterarm steuern, um die Patienten zu operieren. Das System wird in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Science Robotics“ vorgestellt.

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Das System sei primär für den Einsatz in der „goldenen Stunde“ ausgerichtet – so nennen Mediziner die kritischen Zeit nach Beginn eines Schlaganfalls, in der behandelt werden sollte, um die Schäden am Gehirn zu minimieren. Während es in Städten häufig spezielle Schlaganfallstationen für dieses Szenario gibt, dauert die medizinische Verpflegung auf dem Land – vor allem in großen Ländern wie den USA – meist länger. Vor allem hier könnte das System Leben retten, sagen die Forschenden.

Das Robotersystem funktioniert per Magnet und ermöglicht endovaskuläre Eingriffe: Es soll konkret dazu eingesetzt werden, um Blutgerinnsel zu entfernen. Das geschieht gewöhnlich, indem die Chirurgen einen dünnen Draht in die Blutgefäße einführen, sich damit bis zum Gerinnsel hin vorarbeiten und es schließlich mechanisch oder mithilfe von Medikamenten entfernen.

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Ein Magnet zieht den Draht durch den Körper

Mussten die Ärzte für einen solchen Eingriff bislang vor Ort sein, könnten er durch den MIT-Roboter auch aus der Ferne stattfinden: Am Ende des Roboterarms ist ein Magnet, der mit einem kleinen Joystick ferngesteuert werden kann. Durch Kippen des Joysticks können die Forscher den Magneten in verschiedene Richtungen kippen, und somit den magnetischen Draht steuern, sowie ihn vor- und zurückbewegen.

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„Der Hauptzweck des magnetischen Führungsdrahts besteht darin, schnell und sicher zum Zielort zu gelangen, sodass Standardgeräte wie Mikrokatheter zur Verabreichung von Therapeutika verwendet werden können“, sagt der Forscher Yoonho Kim. Das System sei somit wie ein Pfadfinder.

Kims Team hat das System im Katheterlabor des Massachusetts General Hospital getestet. Sie installierten den Roboterarm zusammen mit einem lebensgroßen Silikonmodell von Blutgefäßen im OP und platzierten den Joystick zusammen mit einem Monitor, der ein Live-Video des Modells anzeigte, in einem angrenzenden Kontrollraum. Mithilfe des Videos steuerte die Testperson anschließend den Roboter – und konnte zuverlässig das Blutgerinnsel finden und entfernen.

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Tatsächlich mussten die MIT-Ingenieure nur eine Stunde lang eine Gruppe von Neurochirurgen an der Maschine ausbilden, heißt es. Nun soll das System weiter getestet werden, um eines Tages einen Einsatz an lebenden Schlaganfallpatienten möglich zu machen. Auch in anderen Bereichen macht die Roboterchirurgie große Fortschritte.

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