Test

Schnieke Maus und Tastatur: Logitech MX Master 3 und MX Keys im Büro-Test

Einen Monat lang im t3n-Test: Logitechs Maus MX Master 3 und Tastatur MX Keys. (Foto: t3n)

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Mit der neuen Maus-und-Tastatur-Kombo MX Master 3 und MX Keys will Logitech Design, Komfort und Funktionalität auf euren Schreibtisch bringen. Wir haben das stylische Peripherie-Duo für einen Monat im Journalismus- und Büroalltag getestet.

Wie wir bei Ankündigung berichteten, sind die Logitech MX Master 3* und die Logitech MX Keys* kabellos, schlicht und wertig, und für Büroanwender konzipiert. Wir haben die Kombo aus Maus und Tastatur nun ein paar Wochen ausprobiert und geschaut, ob sie ihren Zweck erfüllen und wie sie sich auf dem Schreibtisch in den heiligen t3n-Hallen machen.

Die MX Master 3 ist die direkte Nachfolgerin der Master 2s und sieht dieser sehr ähnlich – die Upgrades stecken in der Technik und im Detail. Die MX Keys ist fast baugleich mit der Logitech-Craft-Tastatur, die sich speziell an Kreative richten soll. Größter Unterschied ist der bei der MX Keys fehlende Drehregler. Der sitzt bei der Craft markant in der linken, oberen Ecke und übernimmt je nach Anwendung verschiedene Aufgaben wie Zoom in Grafikanwendungen oder „Scrubbing“ – also Spulen – in Musik- und Videobearbeitungssoftware.

Das macht die Maus etwas teurer als ihre Vorgängerin, die Tastatur etwas günstiger als die „große Schwester“ Craft: Für beide Geräte ruft Logitech je gut 100 Euro auf, Bundles gibt’s bisher noch keine. Vielleicht sind sie ja was für eure Techie-Freunde und Familienmitglieder zu Weihnachten?

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MX Master 3 – gewöhnungsbedürftiger Alleskönner

Die Logitech MX Master 3* liegt gut in der Hand, die gummierte und in der Handfläche gerippte Soft-Touch-Oberfläche sorgt für Grip. Sie wird, wie es bei Soft-Touch häufig vorkommt, aber eventuell nach einiger Zeit eklig-klebrig. Trotz Plastik- und Gummigehäuse – nur die beiden Mausräder sind aus Metall – macht das Ding eine gute Figur auf dem Tisch und fühlt sich mit 140 Gramm Gewicht wertig an. Ein Linkshändermodell gibt es leider nicht, und es gibt sie auch nur in Einheitsgröße, die jedoch nur für wirklich große oder kleine Hände unpassend sein dürfte. Ihr braucht einen Rechner mit mindestens Windows 7, macOS 10.13 oder Linux.

Eine Auflage für den kleinen Finger fehlt, sodass dieser schnell „schleift“ – die für den Daumen ist hingegen super. Der dort unter der Gummierung versteckte Daumenknopf ist überraschend praktisch zum Wechsel zwischen geöffneten Fenstern. Man muss sich allerdings den Alt+Tab-Griff aktiv abgewöhnen. Alternativ lässt sich der Button mit der zugehörigen Logitech-Options-Software* auch anderweitig frei belegen.

Macht eine gute Figur auf dem Tisch: Logitechs MX Master 3. (Foto: t3n)

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Mit Magspeed durch die Website

Neben den üblichen Maustasten für Links- und Rechtsklick (Zeige- und Mittelfinger) sind zwei weitere Daumentasten, standardmäßig für Vor/Zurück, an Bord. Hinzu kommen zwei Mausräder: eins für den Daumen und horizontales Scrollen, ein klickbares an üblicher Stelle für die Vertikale. Scrollen funktioniert damit dynamisch, was gewöhnungsbedürftig ist: Rollt man vorsichtig, geht es in Drei-Pixel-Inkrementen voran, ab einer bestimmten Geschwindigkeit dann in größeren Schritten – das muss man erstmal austentern, sonst entgleist regelmäßig der Bildlauf. Außerdem rastet das Rad magnetisch ein, was angenehm leise ist und mechanischen Verschleiß vermeidet. Ein Sensor erkennt, wenn das Scrollen eine bestimmte Geschwindigkeit überschreitet – sprich, wenn man dem Rad ordentlich Schwung gibt.

Dann löst sich die Magnetverbindung automatisch und das Rad dreht fast reibungslos frei – Logitech nennt die Technik Magspeed. Ideal, um beispielsweise schnell zum Anfang einer Seite zurück oder durch eine Timeline auf Social Media zu scrollen. Mit einem separaten kleinen Button hinter dem Mausrad könnt ihr auch manuell in den Magspeed-Modus schalten. Das Geräusch und Gefühl beim magnetischen „Aushaken“ des Rades ist überraschend befriedigend.

Voll im Flow mit Logitech

Der Darkfield-Sensor an der Unterseite funktioniert selbst auf Glasoberflächen und ist mit maximal 4.000 dpi ausreichend genau für den Arbeitsalltag – höchstens Profigamern mag das nicht akkurat genug sein. In 50er-Schritten regelt man die Genauigkeit auf bis zu 200 dpi runter – das geht jedoch nicht an der Maus selbst, sondern nur in der Options-Software. An der Unterseite finden sich neben dem Sensor der Ein-Aus-Schiebeschalter und der Button zum Wechsel zwischen gekoppelten Geräten. Via Logitech-Unifying-Protokoll (2.4 Gigahertz), für das ein Dongle beiliegt, oder Bluetooth LE lassen sich bis zu drei Geräte gleichzeitig koppeln – mit dem Button wechselt man dann zwischen ihnen. Unifying war in letzter Zeit von Sicherheitslücken gebeutelt – um auf Nummer sicher zu gehen, bleibt, wenn möglich, bei Bluetooth.

Wie bei vielen neuen Logitech-Geräten ist auch hier die Flow-Technik mit an Bord, mit der ihr nahtlos zwischen mehreren verbundenen Rechnern wechselt oder auch Text und sogar Dateien zwischen mehreren verbundenen Geräten hin und her kopiert – sogar zwischen Windows und Mac. Voraussetzung ist die Logitech-Options-Software und dass alle eurer Geräte, die ihr per Flow verbinden wollt, im selben Netzwerk hängen.

Hand auf MX Master 3.

Die MX Master 3 liegt gut in der Hand – sofern die eine rechte ist und die richtige Größe hat. (Bild: t3n)

Die Logitech-Options-Software könnt ihr außerdem nutzen, um Belegungsprofile für verschiedene Programme zu definieren. So könnt ihr beispielsweise einstellen, dass der Daumenknopf in Microsoft Word Text kopiert. Wechselt ihr dann etwa in Photoshop, mag er hier mit einem anderen Befehl belegt sein und zum Beispiel Veränderungen rückgängig machen – ohne dass ihr in dem Moment manuell etwas umstellen müsstet.

An der Nase der Logitech MX Master 3* sitzt die USB-C-Ladebuchse, mit der ihr den 500-Milliamperestunden-Akku mithilfe des beiliegenden USB-C-auf-USB-A-Kabels aufladet. Ihr könnt sie auch während des Ladevorgangs weiter nutzen, der dank Quick Charge in nur wenigen Minuten Saft für viele Stunden liefert. Voll aufgeladen soll der Akku für bis zu 70 Tage ausreichen – wobei es natürlich darauf ankommt, wie viel ihr die Maus nutzt. Eine Status-LED warnt, wenn der Akku schwach ist. 70 Tage lang konnten wir das nicht testen, aber nach einer ersten Aufladung und rund 30 Tagen täglicher Benutzung ohne nächtliches Abschalten war der Akku noch immer bei über 80 Prozent – das kann sich sehen lassen.

MX Keys – tippen, schlicht und still

Optisches Tandem mit der MX-Master-3-Maus fährt die Logitech MX Keys.* Das dunkelgraue Alugehäuse sorgt für ein für Membrantastaturen eher hohes Gewicht (800 Gramm) und ist was fürs Auge und die Finger gleichermaßen – und dabei angenehm unempfindlich gegen Fingerabdrücke und Dreck. Nach über einem Monat Dauerbenutzung sollte man jede Tastatur mal sauber wischen – muss man bei der MX Keys rein äußerlich jedoch nicht.

Logitech MX Keys auf Schreibtisch.

Unaufgeregt und stylisch: Die Logitech MX Keys besticht durch minimalistisches Design, beleuchtete Tasten und Standard-Funktionsumfang – mit ein paar praktischen Extras. (Foto: t3n)

Die leicht nach innen gewölbten Tasten sind sowohl mit Windows-Tastenlayout als auch vielen Symbolen und Sonderzeichen für Macs bedruckt – praktisch. Leider fehlen – wie auch bei den Apple Magic Keyboards – die Aufdrucke für Sonderzeichen wie eckige Klammern oder Backslash. Die Caps-Lock-Taste hat eine kleine Status-LED eingebaut. Das 19-Millimeter-Tastenraster ist Tastatur-Standard.

Für Mac-User besonders gewöhnungsbedürftig und für kleinere Hände auch auf Dauer unpraktisch ist die Lage der rechten Option-Taste. Anstatt in direkter Nähe der Leertaste findet ihr sie hier auf dem gleichen Breitengrad wie die Enter-Taste. Damit ist sie zum Beispiel eine ganze Ecke weit weg von der L-Taste, mit der man unter macOS das @-Zeichen tippt – das wird dann mitunter zur Finger-Verrenkungsübung. Absolut hilfreich, besonders in Großraumbüros, ist die Lock-Taste ganz oben rechts über dem Nummernblock, mit der ihr euren Rechner mit nur einem Tipper sperrt.

Hand zeigt Abstand zwischen Options-Taste und L-Taste.

Weit gegriffen: Ist man Mac-Tastaturen gewöhnt, ist der Weg von der Options-Taste zum L ungewohnt lang. Für @-Symbole müsst ihr euch am Mac da etwas verrenken. (Foto: t3n)

Das scheint aber das einzige Manko zu sein – davon abgesehen schreibt es sich auf der MX Keys* angenehmer, schneller und vor allem leiser als auf vielen anderen Membrantastaturen, darunter auch Apples Magic Keyboard. Damit konnte auch schon die bauähnliche Logitech Craft punkten. Wer auf mechanische Schalter à la Cherry und Co. steht, mag hier aber dennoch enttäuscht werden. Unter uns: Als Gaming-Keyboard eignet sich das Brett nur bedingt – aber für den Büroalltag umso besser.

Verbindung und Voraussetzungen

Um die Tastatur mit euren Geräten verbinden zu können, müssen die ähnliche Voraussetzungen erfüllen wie bei der MX Master 3: Windows 7, macOS 10.11, Linux, Android 6 oder iOS 9 oder neuer. Auch hier könnt ihr das Logitech-Unifying-Protokoll mit dem beiliegenden Dongle verwenden, oder Bluetooth LE – sofern euer Gerät das kann. Auch die MX Keys koppelt ihr so mit bis zu drei Geräten gleichzeitig. Mithilfe dreier Tasten über dem Funktionstastenblock wechselt ihr dann ohne große Zeitverzögerung hin und her. Status-LED zeigen euch an, welche Gerätenummer gerade verbunden ist.

Flow funktioniert mit der MX Keys* auch – hier ist ebenfalls die Logitech-Options-Software nötig, und auch hier müssen alle Geräte im selben Netzwerk sein. Wechselt ihr beispielsweise mit der Logitech-Maus im Flow das Gerät, könnt ihr dort auch direkt mit der Tastatur lostippen.

Rückseite der Logitech MX Keys.

Platz für Ein-Aus-Schalter, USB-C-Buchse und Akku: Die Leiste an der Rückseite der MX Keys winkelt die Tastatur auf dem Tisch an – verstellbar ist sie nicht. (Foto: t3n)

Licht und Laden

Den integrierten Akku ladet ihr mit dem beiliegenden USB-C-Kabel über eine Buchse an der Rückseite des Gerätes. Gleich daneben findet ihr den Ein-Aus-Schalter. Eine Akkufüllung reicht dabei für bis zu zehn Tage Dauerbetrieb. Klingt erstmal wenig – das liegt an der standardmäßig aktiven Tastenbeleuchtung. Schaltet ihr die aus, reicht der Akku für bis zu fünf Monate. Ausprobieren konnten wir das nicht, die zehn Tage mit Licht kommen aber hin. Die Tastatur tut aber auch während des Ladevorgangs ihren Dienst.

Die Beleuchtung ist weiß – die Farbe lässt sich nicht verändern, nur ihre Helligkeit mithilfe der F6- und F7-Tasten. Darüber hinaus ist sie aber auch adaptiv: Einerseits passt sie sich mithilfe eines Belichtungssensors der Umgebungshelligkeit an – je heller es um euch ist, desto weniger Licht braucht ihr schließlich in den Tasten. Um Strom zu sparen, reagiert das Tastenlicht aber auch auf Annäherung eurer Hände. Legt ihr die Finger auf die Tasten, dreht das Licht automatisch hoch – nehmt ihr sie weg, dunkelt es ab. Das Feature ist nice to have – in erster Linie, wenn ihr öfter nur im Zwielicht eures Monitors arbeitet. In einem gut beleuchteten Büro ist die Funktion jedoch überflüssig.

Praktisch und leider noch nicht bei jeder beleuchteten Tastatur Standard: Die Beschriftung der Tasten ist durchscheinend, sodass sie auch im Dunkeln gut erkennbar ist. Bei vielen eigentlich beleuchtete Tastaturen ist das noch nicht der Fall, sodass nur die Ränder der Tasten beleuchtet sind – was im Zweifelsfall der Sichtbarkeit nicht viel bringt.

Ergonomisch Luft nach oben

Weil die MX Keys* eine solide Bürotastatur ist, wäre genau dieser Anwendungsbereich ein guter Grund für ergonomisches Design. Von den beleuchteten Tasten und dem leisen Tippgeräusch abgesehen ist hier aber noch deutlich Luft nach oben. Das gilt übrigens auch für die Maus – wenn ihr Wert auf Ergonomie legt, dann empfehlen wir euch die Logitech MX Vertical.*

So könnt ihr etwa die Neigung der Tastatur auf dem Tisch nicht einstellen. Eine Leiste auf der hinteren Unterseite kippt euch das Brett in flachem Winkel entgegen – veränderbar ist der leider nicht und passt dadurch eventuell nicht für jeden.

Hinzu kommt der Nummernblock. Der ist für viele Büromenschen vorteilhaft im Arbeitsalltag – ergonomisch sind die Tastenfelder jedoch nicht. Der Weg vom Tippen zur Maus und zurück durch einen Nummernblock knapp zehn Zentimeter länger als beispielsweise auf sogenannten Tenkeyless-Tastaturen, bei denen der Num-Block fehlt. Das versaut die Statik im Oberkörper, was besonders für Schreiberlinge (wie große Teile des t3n-Teams) unpraktisch und unergonomisch ist.

Fazit

Die Kombo taugt – das kann man festhalten. 200 Tacken für Büroperipherie sind nicht wenig, aber auch nicht zu viel, wenn man Lust auf Qualität hat. Klar, man kommt günstiger weg – aber auch wesentlich teurer. Fürs Geld bekommt man hier von Logitech dann aber auch was Feines, an dem es wenig zu beanstanden gibt.

Die größten – aber dennoch eher kleinen – Kritikpunkte für mich: das gewöhnungsbedürftige Mausrad der Logitech MX Master 3 * und der Akku der MX Keys*, der bei eingeschalteter Beleuchtung schon nach einer guten Woche leer ist. Außerdem bevorzuge ich Cherry-Schalter – Membrantasten sind nicht so mein Ding. Aber das ist reine Geschmacksache. Keiner dieser Kritikpunkte spricht aber partout gegen die Geräte.

Wer vielleicht eh gerade neue Büro-Hardware sucht oder endlich mal auf was Ordentliches™ upgraden will – und die Kohle übrig hat –, der ist mit Logitechs MX Master 3 und MX Keys gut beraten.

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