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Wunsch nach Nachhaltigkeit sorgt für Boom bei Secondhand-Mode

Eine Untersuchung zeigt, dass der Kauf gebrauchter Kleidung – nicht nur bei Kinderbekleidung – in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Eine wichtige Rolle spielt das Bedürfnis nach Nachhaltigkeit und einem umweltfreundlichen Warenkreislauf.

3 Min. Lesezeit
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Secondhand-Ware spielt nicht nur bei Kinderkleidung eine wichtige Rolle. (Bild: Africa Studio / Shutterstock)

Das Bewusstsein der Kunden für Nachhaltigkeit hat einem eigentlich nicht neuen Phänomen in den letzten Jahren zu einem neuen Aufstieg verholfen. Die Rede ist von Secondhand-Produkten. Und während sich bei Technikprodukten nach und nach das Bewusstsein durchsetzt, dass es nicht immer ein Neugerät sein muss, ist der Secondhand-Bekleidungsmarkt offenbar ein weiterer Bereich, indem Gebrauchtware akzeptiert und geschätzt wird. So ergab eine repräsentative Studie mit fast 8.000 Teilnehmer:innen zum Secondhand-Fashion-Markt in Deutschland, dass 71 Prozent der Kund:innen weniger Geld für Neuware ausgegeben haben, weil sie Secondhand-Kleidung gekauft haben.

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Die Studie, deren Auftraggeber Momox Fashion natürlich alles andere als unbeteiligt und unvoreingenommen bei dem Thema ist, ermittelte, dass für knapp jede:n Zweite:n (45 Prozent) der Kauf gebrauchter Bekleidung bereits selbstverständlich geworden ist. Die repräsentative Kantar-Umfrage zeigt, dass zwei von drei Befragten (67 Prozent) schon einmal Secondhand-Kleidung gekauft haben – ein Zuwachs von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehr als jede:r Zweite (56 Prozent) tut dies regelmäßig – mindestens ein Mal jährlich. Dabei ist für 45 Prozent der Kauf von Secondhand-Kleidung selbstverständlich geworden. Zudem schätzt über die Hälfte der Deutschen (53 Prozent), dass ihr Kleiderschrank zu bis zu 20 Prozent aus Secondhand-Kleidung besteht.

Vor allem ältere Zielgruppen kaufen online

Immerhin 44 Prozent der Befragten kaufen Bekleidung aus zweiter Hand (auch) im Netz und rund jede:r Dritte (28 Prozent) begibt sich in Secondhand-Läden auf die Suche nach dem nächsten Lieblingsteil aus zweiter Hand, gefolgt von Flohmärkten mit 14 Prozent. Dabei überrascht, dass besonders die Generation 50 plus gerne online kauft (44 Prozent). Die Generation Z (unter 25-Jährige) bevorzugt dagegen Secondhand-Läden (30 Prozent).

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Umgekehrt klappt es aber offenbar auch mit dem Warenkreislauf: Denn 45 Prozent verkaufen eigene gebrauchte Kleidung weiter und tun dies am liebsten online (76 Prozent) – was aktuell natürlich auch mit einem Schub durch die Pandemie zu tun haben dürfte. Lediglich elf Prozent verkaufen auf Flohmärkten und nur acht Prozent an Secondhand-Läden.

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Ein Bereich, in dem der Gebrauchtmarkt erwartungsgemäß besonders beliebt ist, sind Einkäufe für Kinder, die aus der Kleidung oft schneller herauswachsen als Eltern erwarten. Bei den Eltern unter den Secondhand-Shopper:innen kaufen 85 Prozent Kleidung aus zweiter Hand für ihre Kinder. Am beliebtesten sind hier Onlineshops (58 Prozent), Online-Marktplätze und Secondhand-Onlineshops (51 Prozent). 43 Prozent kaufen gebrauchte Kinderkleidung von Freunden. 33 Prozent gehen gerne in Secondhand-Läden. Auch nicht überraschend: 63 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mehr Secondhand-Kleidung kaufen, seitdem sie Eltern geworden sind. Am liebsten werden Jacken und Mäntel (70 Prozent) aus zweiter Hand geshoppt, gefolgt von Pullovern (60 Prozent), Kleidern und Röcken (56 Prozent) und Hosen (49 Prozent).

Es geht um Nachhaltigkeit und günstigere Preise

Klare Motivation für den Kauf von gebrauchter Kleidung bleibt weiterhin, zumindest der Erhebung nach, mit 87 Prozent der Nachhaltigkeitsaspekt. 83 Prozent kaufen gebrauchte Kleidung aufgrund der Preisersparnis im Vergleich zur Neuware. Rund jede:r Zweite (49 Prozent) geht auf Kleidungssuche im Secondhand-Handel, da die gewünschte Ware nicht mehr reguläre verfügbar ist. Für mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten ist der Markenname beim Kauf von gebrauchter Kleidung weniger wichtig oder unwichtig. Ob die Kleidung nachhaltig produziert wurde, erachten 60 Prozent hingegen als sehr wichtig oder wichtig. Vor allem für die Generation 60 plus (75 Prozent) ist eine nachhaltige Produktion der Secondhand-Kleidung sehr wichtig oder wichtig.

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Insgesamt gehen die Erkenntnisse der Studie auf zwei Quellen zurück: Zum einen ließ Momox eine repräsentative Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Kantar durchführen, zum anderen eine Kundenumfrage unter Momox-Fashion-Kund:innen, mit dem Ziel, detaillierte Einblicke in den Gebrauchtwarenmarkt für Kleidung zu bekommen. Insgesamt nahmen diesmal 7.826 Personen an den Umfragen teil.

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