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Signal-Messenger: Tipps und Tricks für den Einstieg

Signal Messenger. (Foto: Shutterstock)
Lesezeit: 4 Min.
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Der Signal-Messenger erfreut sich als sichere Whatsapp-Alternative derzeit großer Beliebtheit. Nie war der Zustrom größer als jetzt. Mit diesen Tipps und Tricks kommen Einsteiger schneller mit Signal zurecht.

Mit Ankündigung der AGB-Änderungen von Whatsapp, um einen umfangreichen Datenaustausch mit Mutterkonzern Facebook zu ermöglichen, begann eine regelrechte Massenabwanderung zu Whatsapp-Alternativen wie Signal und Threema. Nutzer der Messaging-Apps Signal und Threema konnten quasi beobachten, wie die Kontaktliste sukzessive länger wurde.

Besonders Signal dürfte für viele Nutzer attraktiv sein, da die App kostenlos auf den großen Plattformen angeboten wird, während Threema mit etwa vier Euro zu Buche schlägt. Signal kann kostenlos angeboten werden, da hinter der App eine Non-Profit-Stiftung steht, die zum einen von Spenden lebt, zum anderen wird das Signal-Protokoll an andere Unternehmen wie Whatsapp oder Wire lizenziert. Mit diesen Mitteln – und einer Geldspritze von Whatsapp-Mitgründer Brian von 50 Millionen Dollar – entwickelt die Stiftung um Gründer Moxie Marlinspike den Messenger weiter und hat den Anspruch, keinerlei Daten von uns zu sammeln. Laut Signal kann nicht einmal die Telefonnummer, die zur Anmeldung erforderlich ist, direkt mit uns in Verbindung gebracht werden.

Damit ist Signal quasi der Gegenentwurf zu Whatsapp, wo zwar sichere Kommunikation ermöglicht wird, aber dennoch viele (Meta-)Daten von uns gesammelt werden, um Nutzerprofile von uns und unseren Kontakten zu erstellen.

Dieser Artikel richtet sich in erster Linie an Signal-Einsteiger, um ihnen den Wechsel auf den neuen Messenger zu erleichtern. Wir zeigen außerdem, wie sehr die App auf Sicherheit getrimmt ist. Edward Snowden freute sich schon 2015 darüber.

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Signal-Messenger am Desktop nutzen

In Sachen Funktionalität bietet Signal ähnliche Features wie Whatsapp – angefangen beim Versenden von Sprach- und Gruppen-Nachrichten und dem Führen von (Gruppen-)Videochats. Auch eine Desktop-Anwendung gibt es, die angesichts der identischen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ähnlich wie die von Whatsapp funktioniert: Sie muss mit eurem Smartphone gekoppelt werden, um Inhalte zu synchronisieren. Ihr könnt bis zu fünf Geräte mit dem Signal-Messenger koppeln.

Signal lässt sich wie Whatsapp am Desktop verwenden. (Bild: Signal)

Signal bietet entsprechende Clients für Windows, macOS und Linux-Distributionen auf Debian-Basis an. Die Anwendungen werden auf der Downloadseite des Messengers angeboten. Im Unterschied zu Whatsapp hat Signal sogar eine angepasste App für iPads in petto – die App spiegelt wie der Desktop-Client entweder die Inhalte vom iPhone oder kann als Stand-alone-Messenger genutzt werden.

Signal-Messenger unterstützt verschwindende Nachrichten

Signal unterstützt den Versand von Nachrichten mit „Selbstzerstörungsfunktion“. (Foto: t3n)

Der Signal-Messenger bietet abseits der üblichen Messenger-Funktionen allerhand weitere Einstellungsoptionen an, die ihn noch sicherer machen. So könnt ihr etwa für einzelne Kontakte die Funktion „Verschwindende Nachrichten“ auswählen. Ihr könnt dabei Zeitspannen von fünf Sekunden bis zu einer Woche wählen.

Beim Versenden von Inhalten habt ihr außerdem die Möglichkeit, sie den Empfängern nur einmal anzuzeigen. Signal nennt das Feature „Einmalig anzeigbare Medien“. Nach dem einmaligen Betrachten werden die Inhalte automatisch aus der Unterhaltung entfernt.

Signal-Messenger mit weiterem Extraschutz

Die Datenschutzeinstellungen im Signal-Messenger bieten viele Optionen. (Foto: t3n)

Der Messenger unterstützt nicht nur verschwindende Inhalte, sondern bietet weitere Mechanismen, um eure Konversationen zu schützen. Zum einen könnt ihr den Messenger mit einer weiteren Sicherheitssperre versehen: In den Einstellungen nennt Signal das Feature „Bildschirmsperre“. Zum Öffnen der App ist eine erneute Eingabe des Smartphone-PIN oder euer Fingerabdruck vonnöten. Diese Funktion ist etwa sinnvoll, wenn ihr das Gerät aus der Hand gebt, um Fotos oder andere Inhalte zu zeigen, ihr aber nicht wollt, dass eure Chatnachrichten gelesen werden.

Mit der Bildschirmschutz-Funktion können keine Screenshots vom Signal-Messenger angefertigt werden. (Foto: t3n)

Weiter könnt ihr verhindern, dass Screenshots von den Signalinhalten angefertigt werden – weder in der App, noch in der Task-Switcher-Ansicht, in der die zuletzt genutzten Anwendungen aufgelistet werden. Diese Funktion aktiviert ihr in den Signal-Datenschutzeinstellungen unter dem Punkt „Bildschirmschutz“.

Im Bereich Datenschutz findet ihr ferner die Funktion „Inkognito-Tastatur“. Ist dieses Feature aktiviert, zwingt ihr die von euch oder dem System festgelegte Standard-Tastatur, die Funktion für personalisiertes Lernen auszuschalten, um während der Signal-Nutzung keine Daten zu sammeln.

Signal: Lesebestätigung deaktivieren, Tipp-Indikator aus

Im Signal-Messenger könnt ihr festlegen, ob der Sender eine Lesebestätigung erhält oder sehen kann, ob ihr eine Nachricht schreibt. (Foto: t3n)

Bei Whatsapp sind es blaue Haken, bei Signal sind sie weiß und zeigen an, ob die Nachrichten vom Empfänger gelesen wurden. Da nicht jeder möchte, dass beim Gesprächspartner eine Lesebestätigung erscheint, lässt sie sich auch bei Signal abstellen. Hier gilt das Gleiche wie bei Whatsapp: Ist sie abgeschaltet, erhalten beide Seiten keine Bestätigung.

Eine weitere Funktion, die sich für weniger externe Kontrolle abschalten lässt, ist der Tipp-Indikator, mit dem euer Chatpartner sehen kann, ob ihr gerade eine Antwort schreibt.

Nachrichten personalisieren

Signal bietet zwar (noch) keine Bildschirmhintergründe wie Whatsapp, dennoch besteht die Möglichkeit, den Messenger ein wenig zu individualisieren. Hierfür begebt ihr euch in einen Chat und öffnet die Unterhaltungseinstellungen. Dort könnt ihr neben den verschwindenden Nachrichten unter anderem den Klingelton ändern, sodass ihr schon am Klang erkennt, wer euch geschrieben hat oder anruft. Außerdem könnt ihr hier mithilfe einer Palette vorgegebener Töne die Farbe eines Chats ändern.

Im Signal-Messenger könnt ihr die Akzentfarben eines Chats anpassen. (Foto: t3n)

Signal-Messenger unterstützt GIFs und Sticker

Mit Stickern und animierten GIFs könnt ihr auch im Signal-Messenger leben in den Chat bringen. (Screenshots: t3n)

Selbstredend unterstützt der Signal-Messenger auch das Aufpeppen von Chats mit animierten GIFs, Emojis und Stickern. Hinsichtlich der Sticker bietet Signal ein kleines, feines Angebot eigener Sticker an, die ihr direkt aus der App installieren könnt. Habt ihr die Stickerauswahl geöffnet, müsst ihr anschließend auf das Plus-Symbol tippen, schon erscheint die zusätzliche Auswahl. Reichen euch die nicht aus, könnt ihr weitere per Smartphone auf der Website Signal-Stickers finden.

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6 Kommentare
Saujunge
Saujunge

Es gibt übrigens einen feinen Unterschied der Desktop-App zum WhatsApp-Pendent: Nach dem Koppeln muss das Handy nicht angeschaltet sein, damit sie funktioniert, das ist bei WA Web-App anders.

Meiner Erfahrung nach gibt es für Umsteiger nur drei entscheidende Probleme an Signal:
– es ist nicht so zuverlässig wie WA (mal kommen Telefonate nicht an, mal streikt die Infrastruktur bedingt durch den Ansturm an WA-Flüchtlingen)
– Der WA-Status (was auch immer das ist) fehlt
– Die Verbreitung ist zwar gewachsen, sie ist aber immer noch nicht so hoch wie bei WA

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dicks
dicks

Was der Author verschweigt ist, dass Signal seit 2019 eine US Firma gehört und damit unter der Patriots Act fällt. Dh bei Strafverfahren muss Signal auf richterlicher Beschluss die Nachrichten aushändigen.

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Andreas Floemer

… was Signal aber nicht kann, da die Nachrichten nicht auf irgendwelchen Servern liegen.

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dicks
dicks

Sie sind trotzdem gesetzlich verpflichtet dies zu tun, da die Signal LLC ein Unternehmen nach US-Recht ist.

Ralf
Ralf

Da aber keine gespeichert werden……
Wenn die Behörden gut sind, erfahren Sie wann Du dich angemeldet hast und wann du das letzte mal online warst. Nicht mal mit wem.

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pzumk
pzumk

Leider ist die Mac-App nicht so schön. Einerseits lädt sie nicht und ich muss sie permanent neu starten, andererseits werden Nachrichten, die ich am Mac verschicke und empfange, nicht in der iOS-App angezeigt.

Oder soll das so?

Ich habe meinen Kontakten jedenfalls vor zwei Wochen mitgeteilt, dass ich ab Februar kein WhatsApp mehr benutze und habe vor ein paar Tagen auch mein Instagram-Konto deaktiviert.

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