Interview

Skurrile und skandalöse Vorstellungsgespräche: 11 Menschen erzählen

Im Vorstellungsgespräch passiert Skurriles. (Foto: Shutterstock)

Im Vorstellungsgespräch erleben Bewerber und Bewerberinnen manches, das fassungslos macht. Elf Menschen haben uns von ihren teils skandalösen Erlebnissen erzählt.

Es gibt Vorstellungsgespräche, die verlaufen angenehm. Und es gibt Vorstellungsgespräche, die lassen bisweilen sprachlos zurück – sowohl auf der Personaler- als auch auf der Bewerberseite. Wir haben t3n-Leser und -Leserinnen auf Twitter nach ihren skurrilsten Momenten im Jobinterview gefragt und streckenweise sogar skandalöse Antworten erhalten. Einige der Geschichten haben wir ausführlicher aufgearbeitet. Beim Lesen wird eines besonders klar: Wer auf Unternehmensseite so mit Bewerbern und Bewerberinnen umspringt, darf sich über fehlende Fachkräfte und hohe Fluktuation nicht beklagen. Elf Menschen erzählen von ihren Erlebnissen.

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„Er fragte: Tragen Sie auch Röcke und Kleider?“

Von Helena Mager

Nach dem Ende meiner Dienstzeit als Marineoffizierin habe ich 2015 viele Bewerbungsgespräche geführt. Das unglaublichste Jobinterview war im Öffentlichen Dienst. Mir gegenüber saßen fünf Personen, unter anderem auch die Gleichstellungsbeauftragte als einzige Frau. Die Stimmung war seltsam kühl, alle Anwesenden betont einsilbig und abweisend. Nachdem ich eine halbe Stunde fachlich gegrillt worden war, begann die Gleichstellungsbeauftragte, meinen Lebenslauf zu sezieren. Dabei ging es allerdings nicht um Fragen zu meiner fachlichen Qualifikation. Vielmehr hat sie meinen Studienabschluss an einer Bundeswehruniverstität infrage gestellt („Aber das ist doch keine richtige Uni!“) und immer wieder platte Soldatenklischees angebracht („In den Kasernen wird dauernd getrunken! Haben sie ein Alkoholproblem?“). Nach der dritten unqualifizierten Frage habe ich freundlich vorgeschlagen, doch einmal über meine fachlichen Qualifikationen zu sprechen. Daraufhin kam ihr der Personalleiter mit der Frage zuvor, ob ich im Arbeitsalltag eigentlich auch Kleider und Röcke tragen würde. Ich habe gefragt, warum das für die Stelle wichtig sei. Seine Antwort: „Also wenn wir hier schon eine Quotenfrau einstellen müssen, dann wollen wir ja auch was davon haben!“. Ich habe laut gelacht und mit den Worten „Danke, ich finde selbst raus“ den Raum verlassen.

„Er sprach nur mittelmäßig Englisch mit schwerem Akzent“

Von Annika Ritter

Als ich mit meinem Studium begann, wollte ich unbedingt nebenbei einer Werkstudententätigkeit nachgehen. So bewarb ich mich bei einem großen Forschungsinstitut und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Darüber habe ich mich natürlich erst einmal sehr gefreut. Um das Website-Contentmanagement ging es dabei. Während des Gesprächs kam dann mein Auslandsaufenthalt zur Sprache. Ich hatte zwei Jahre als Au-pair in den USA verbracht. Eine der besten Erfahrungen, die ich bisher machen durfte. Scheinbar sah das mein Gesprächspartner aber anders: Er fragte mich, ob ein Jahr im Ausland nicht gereicht hätte. Da war ich erst einmal perplex, antwortete aber, dass es für meine persönliche Weiterentwicklung und meine Sprachkenntnisse viel gebracht hätte. Wenig später wechselten wir zu einem Gesprächsteil in Englisch, um meine Kenntnisse zu prüfen. Da ich erst vor kurzem wieder nach Deutschland gezogen war, sprach ich ein absolut flüssiges Englisch mit amerikanischem Akzent, während er sich mit einem mittelmäßigen Englisch mit schwerem deutschem Akzent abmühte. Nach nur wenigen Sätzen reichte ihm das anscheinend auch und wir redeten wieder Deutsch. Den Job habe ich letztendlich nicht bekommen. Das fand ich aber auch gar nicht weiter schlimm. Meine zwei Auslandsjahre würde ich immer wieder verteidigen und es auch genauso noch mal machen.

„Als Mutter war ich ein Experiment“

Von Julia Collard

15 Jahre ist es her, dass ich mich nach der Geburt meiner Töchter und vier Jahren Elternzeit auf eine neue Stelle beworben habe. Ohne große Erwartungen. Ortsnah, zeitlich kompatibel. Auf meine Bewerbung erhielt ich nach langen vier Monaten eine erste Rückmeldung: eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Auf das üblichen Geplänkel folgte dort schnell: „Auch wenn ich das nicht fragen darf: Bei zwei Kindern sind sie jetzt ja aber fertig, oder?“. Pause, kurzes Kopfpingpong – und dann meine Antwort: „Bestimmt.“ Ganz abgesehen davon, dass es definitiv konsequenter gewesen wäre, aufzustehen und zu gehen und dass der Wahrheitsgehalt meiner Antwort in keiner Weise überprüfbar war: Ich war überzeugt davon, dass es genau so abläuft in den Köpfen vieler Personaler und Geschäftsführer. Dass sie ein Problem mit Frauen und deren Kinderwünschen haben. Auch heute noch. Angenommen habe ich die Stelle trotzdem. Ich arbeite sogar noch heute dort und weiß, dass sich nach meiner Einstellung der Weg für Mütter verbessert hat. Nicht aber die Grundhaltung. Eine Frau ist ein wirtschaftliches Risiko. Ab einem gewissen Alter und mit der statistischen Übererfüllung von 1,59 Kindern wird sie wieder tragbarer. „Sie sind ein Experiment“, waren die Worte zum ersten Arbeitstag. Warum ich das aushalte? Inhaltlich hat die Stelle meine Erwartungen übertroffen. Und weil ich diese Haltung nur so ändern kann. Von innen heraus.

„Mein Abi lag 18 Jahre zurück“

Von Sachar Klein

2016 entschied ich mich, meinen Arbeitgeber zu verlassen. Also führte ich einige Bewerbungsgespräche. Etwas „speziell“ war das mit einer Kommunikationsberatung: Nachdem die Partner einen tollen Eindruck bei mir hinterlassen hatten, traf ich die Personalerin, die mich recht schnell nach meiner Abitur-Note fragte. Zu dem Zeitpunkt war ich 36. Mein Abi lag 18 Jahre zurück. Ich drückte mein Unverständnis für die Frage aus. Sie meinte, dass das Unternehmen ziemlich einheitlich sei und gute Schulabschlüsse üblich wären. Mein Hinweis, dass ich ja etwas Neues einbringen solle und meine Abi-Note deswegen egal sei, ignorierte sie und beharrte auf einer Antwort. Ich stand auf und ging. Es erschien mir unlogisch und falsch, für etwas bewertet zu werden, was so lange zurücklag. Abgesehen davon, dass die Schule nichts darüber aussagt, ob man ein guter PR-ler wird oder nicht. Die Schule hat mich auf so ziemlich nichts vorbereitet, was ich heute in meinem Job brauche. Selbst mein Verständnis für die deutsche Sprache entwickelte ich später als Student, der sein Geld als Journalist verdiente. Das Gespräch war für meinen Werdegang trotzdem wichtig: Ich verstand, dass meine Ansichten mittlerweile so reif und vielleicht auch radikal sind, dass ich mich selbständig machen musste. Also tat ich das: Nun bin ich derjenige, der Bewerber befragt – nach ihrer Motivation, wie sie die Welt verändern wollen. Gewiss nicht nach Abi-Noten.

„Mein Übergewicht spielt keine Rolle“

Von Sabine Bremer

Das Gespräch lief zuerst sehr gut. Und dann sind mir fast die Gesichtszüge entglitten, denn es folgte tatsächlich die Frage, inwiefern ich denn an meinem Übergewicht arbeiten würde, um nicht allzu viele krankheitsbedingte Fehltage zu generieren. Ich habe den genauen Wortlaut vergessen, aber ich weiß noch genau, dass mein erster Gedanke war, meine Sachen zu nehmen und zu gehen. Der zweite Gedanke: „Moment, was ist, wenn das ein kleiner Persönlichkeitstest ist?“. Also antwortete ich, innerlich kochend, aber bedacht: „Mein Übergewicht hat keine Einwirkungen auf meine Fehlzeiten; mein Asthma würde mir auch mit Normalgewicht entsprechend zusetzen, ansonsten bekomme ich wie jeder andere eine Grippe oder Kopfschmerzen.“ Die beiden tauschten einen Blick und ab diesem Moment fühlte ich mich da gar nicht mehr so wohl. Gottseidank war das so ziemlich das Ende des Gesprächs und man versprach mir, dass man sich bis spätestens Ende nächster Woche melden würde. Ich rang mir ein letztes Lächeln ab und verließ eiligen Schrittes das Unternehmen, wollte einfach nur nach Hause. Die anderthalb Wochen vergingen. Keine Reaktion. Erst nach weiteren zwei Wochen bekam ich eine E-Mail mit Zusage. Ich nahm meinen Mut zusammen und antwortete freundlich, aber bestimmt, dass ich kein Interesse hätte, wünschte alles Gute und verabschiedete mich. Eine Antwort kam nie.

„Ich wurde stutzig, aber kämpfte mich durch das Gespräch“

Von Julia Schwendner

Ich war unerfahren und auf der Suche nach meinem ersten Job. Also bewarb ich mich auf eine Junior-Stelle. Nach Rücksprache mit der HR-Verantwortlichen hatte ich aber eingesehen, dass meine Chancen gering waren, also warf ich meinen Hut auf ihr Anraten hin als Trainee in den Ring. Ich fuhr mit einem guten Gefühl und hohen Erwartungen quer durch Deutschland zum Gespräch, denn die Kollegin hatte sich ja offensichtlich intensiv mit meiner Bewerbung auseinandergesetzt. Vor Ort saß auch gleich die zukünftige Chefin im Raum, ein guter Start. Nacheinander sollte ich mich dann bei fünf weiteren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vorstellen. Ich wurde langsam stutzig, kämpfte mich aber durch die dreistündigen Gespräche. Zum Schluss bestätigten sich dann meine bereits aufkommenden Zweifel: Es stellte sich nämlich heraus, dass außer der HR-Verantwortlichen, die an dem Tag nicht da war, niemand wusste, dass sie mich als Trainee vorgesehen hatte – ich befand mich also mitten im Junior-Bewerbungsprozess. Unbeeindruckt von der peinlichen und unprofessionellen Situation wurde mir dann tatsächlich eine Stelle angeboten – als Trainee – die ich dankend ablehnte. Und zwar nicht, weil das Gehalt unterdurchschnittlich gewesen oder ich doch lieber als Junior eingestiegen wäre, sondern weil jegliche Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit verloren war.

„Sie machte sich erst einmal eine Zigarette an“

Von Annika Schach

Nach meinem Volontariat befand ich mich auf Jobsuche. Die Arbeit in Hamburg war eine spannende Option für mich. Das Vorstellungsgespräch in einer dort ansässigen Agentur zählte jedoch zu den skurrilsten Erlebnissen meiner beruflichen Laufbahn. Ich betrat die Agenturräume und führte zunächst ein Vorgespräch mit der Seniorberaterin. Das Gespräch war angenehm und wir hatten einen guten Draht zueinander. Dann gingen wir in das Büro der Agenturchefin. Sie rauschte in den Raum, setzte sich an den Schreibtisch und – ich traute meinen Augen kaum – legte die Füße auf den Tisch und machte sich eine Zigarette an. Okay, die Agentur betreute einen Kunden aus der Zigarettenindustrie und die Nichtraucherregelungen waren 2004 noch nicht so streng wie heute, aber ich empfand dieses Verhalten als respektlos, unhöflich und ziemlich „bossy“. Und das, obwohl ich selbst Raucherin war. Was sie jedoch nicht wissen konnte, da sie mir nicht einmal eine angeboten hatte. Der Rest des Gesprächs im blauen Dunst passte zu den schlechten Umgangsformen, sodass ich mich für einen anderen Job entschieden habe. Heute als Professorin und Praktikumsbetreuerin empfehle ich: Behandelt junge Menschen respektvoll und fair, denn es spricht sich rum. Wer sich so benimmt, braucht über Nachwuchskräftegewinnung nicht jammern. Die Agentur gibt es heute übrigens nicht mehr.

„Haben die meinen Lebenslauf überhaupt angeschaut?“

Von Mara Reichert*

Als ich im vergangenen Jahr auf Jobsuche war, stellt ich mich bei einer Agentur für Markenführung vor. Meine Erwartungen an das Gespräch waren hoch. Immerhin kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch innerhalb weniger Tage. Das Gespräch fand mit der Abteilungsleitung und HR statt. Wir tauschten uns aus, das übliche gegenseitige abchecken, ob wir zusammen passen. Der erste Dämpfer kam nach 20 Minuten, als die Abteilungsleiterin mitteilte, sie sei in Eile und müsse gleich weg. Sie schicke jemanden rein, der mir was zu einer anderen Stelle erzählen könne – so eine 50/50-Position wäre sicher was für mich. Beworben habe ich mich als Copywriterin. Die Kollegin, die dann reinkam, guckte so verwirrt wie ich und erzählte mir von einer ausscheidenden Dame, die ich als PR-Assistentin ersetzen sollte. Mein Alltag hätte hauptsächlich aus dem Verwalten von E-Mails bestanden, nicht aus kreativer Arbeit. Niemand hatte sich im Vorfeld meinen Lebenslauf richtig angeschaut, so mein Gefühl. Aber auch während des Gesprächs wurde auf die eigentliche Position nicht wirklich eingegangen. Bei Agenturen ergibt sich oft vieles, das anders geplant war. Aber man sollte zumindest ein klein wenig auf den Bewerber und seine Wünsche eingehen. Das hat für mich auch etwas mit Respekt zu tun. Meine Absage an die Agentur habe ich noch am selben Tag mitgeteilt.

„Wenn es sich schon zu Beginn nicht gut anfühlt, lass es lieber”

Von Frank Krause

Nach dem Studium wusste ich nicht so recht, was nun? Was mit Medien sollte es aber sein. Einige Monate war ich auf Jobsuche als ich auf eine Eventagentur stieß: Praktikum als VJ? Klang spannend! Ein Anruf, ein Anschreiben – der Vorstellungstermin war schnell gefunden. Nachdem ich mit der Bahn in die Nachbarstadt gefahren und am Bahnhof ausgestiegen war, klingelte das Handy: „Bist du schon unterwegs? Können wir den Termin verschieben?“ Uff. „Ja, ich bin aber schon am Hauptbahnhof.“ „Kein Problem, wenn du nächstes Mal kommst, zahle ich dir das Ticket.“ Einige Tage später wieder hin. Dort angekommen, saßen der Chef und der scheinbar einzige Angestellte in einem ungemütlichen kleinen Raum, beide interessiert, mich als Praktikant zu gewinnen. Vom versprochenen Ticket für die doppelte Anreise war aber schon keine Rede mehr. Ich fühlte mich unwohl. Einer sprach von vorn mit mir, der andere aus dem Hintergrund des Raumes, während er an etwas bastelte. Beiden erwarteten ganz schön viel. Ich sollte sofort eine volle Stelle füllen – ohne Mentor und Einarbeitung, aber zum Praktikumsgehalt. Die fällige Krankenversicherung und das Pendelticket – immerhin fast 400 Euro – hätte ich davon nicht zahlen können. Das war nichts für mich. So sehr ich nach dem Studium in die Praxis wollte, habe ich hier gelernt: Wenn es sich schon zu Beginn nicht gut anfühlt, lass es lieber!

„Der Grund der Absage hat mich schockiert“

Von Jana Lewandowski*

Noch während meiner Masterarbeit wurde ich von einer Agentur über Xing kontaktiert. Ein Mitglied der Geschäftsleitung lud mich zu einem Vorstellungsgespräch für den Job als Consultant ein, da mein Profil sehr gut passen würde, meinte er. Ich hatte noch Zeit bei der Jobsuche, wollte aber alles mitnehmen, um herauszufinden, was genau ich eigentlich machen will. In einem ungemütlichen Meetingraum wurde ich dann eine Stunde lang befragt. Da hieß es am Schluss, man melde sich Ende der Woche. Die Interviewer wirkten angetan von meinem Hintergrund. Doch zwei Wochen später kam eine E-Mail mit einer Absage ohne Angabe des Grundes. Etwas später traf ich einen der Herren in einem anderen Kontext wieder und kam nicht umhin, zu fragen, woran es eigentlich lag. Die Antwort, die ich bekam, schmiss mich förmlich vom Stuhl. Ich hatte mich auf „zu wenig Erfahrung“ oder „passendere Kandidaten“ eingestellt, aber nein, der Grund für die Absage war meine Körpergröße von 1,56 Meter. Die Begründung „Wir arbeiten viel mit älteren Vorstandsherren zusammen und, Sie sind ja nun sehr klein; wir befürchteten, dass die Sie aufgrund Ihrer Größe nicht ernst nehmen könnten“, hat mich sprachlos zurückgelassen. An meinem Geburtstag erhielt ich noch Nachricht von dem Herrn: „Alles Gute! Trinken Sie ein Glas Wein für mich mit, ja?“. Ganz sicher nicht.

„Der Agenturchef hat meine Ideen geklaut“

Von Ulrike Krämer

Eines meiner skurrilsten Erlebnisse im Vorstellungsgespräch hatte ich für meine erste Stelle nach dem Studium. Ich wollte Juniorkontakterin in einer Werbeagentur werden. Auf die Stelle haben sich viele Bewerber und Bewerberinnen beworben und ich habe einen hohen Druck empfunden. Der Gesprächspartner hat sich kurz mit mir und meinem Lebenslauf beschäftigt. Dann entgegnete er mir, dass wir ja lange reden könnten, aber man am besten sehe, was ich drauf hätte, wenn ich eine Aufgabe löse. Es ging um eine Kampagne für den Tiefkühlkostmarkt. Die Agentur hatte einen Kunden, für den ich einen Pitch vorbereiten sollte. Ich hatte eine Dreiviertelstunde und saß alleine in einem Zimmer. Ich sollte die Chancen für ein Produkt bewerten und erste Ideen entwickeln, wie man es positionieren könnte. Die innere Aufregung war hoch, doch wie sich herausstellte, war das genau mein Ding. Ich hatte die Schnelligkeit im Blut, die Aufgabe in der Zeit gelöst und alles präsentiert. Die Rückmeldung kam dann schnell: super Eindruck, super vorgetragen, Stress bewältigt. Ich wäre die „100 Prozent richtige Kandidatin“ und habe so den Job bekommen. Was mich dann jedoch geärgert hat: Der Agenturchef hat meine Ideen geklaut. Ich habe mich einerseits ausgenutzt gefühlt, da mein Copyright ohne Erlaubnis übernommen wurde. Andererseits aber auch geschmeichelt als junge Anfängerin, dass meine Ideen so gut rüberkamen.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

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*= Der Name wurde auf Wunsch geändert.

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Was macht schlechte Führungskräfte aus? Sechs Berufstätige erzählen, was sie Unmögliches bei Chefs und Chefinnen erlebt haben. Lies auch: „Was macht einen schlechten Chef aus? 6 Menschen erzählen“

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14 Kommentare
Christl Mueller
Christl Mueller

Tja, Agenturen. Die meisten ‚Partner‘ oder ‚Vorstände‘ müssen sich schlecht benehmen, um ihrem eigenen Image gerecht zu werden und tun es, weil sie es können. Im Endeffekt ist es das gelebte Patriarchat wobei Despotentum vor keinem Geschlecht halt macht. Nebeneinander existieren die Gleichen und diejenigen, welche noch gleicher sind, für andere ist da wenig Raum.

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Niels Clasen
Niels Clasen

Am meisten berührt hat mich gleich der erste Bericht von Frau Mager. Man muss kein Freund von Bundeswehroffizierinnen sei – aber so etwas braucht sich kein Mensch gefallen lassen. Finde es auch sehr fit und obercool, wie sie die unwürdige Situation beendet hat.
Aber Öffentlicher Dienst! Was erlauben die sich von Steuergeldern, die sie verbrauchen? Da gibt es auch vorgesetzte Ebenen und – Abgeordnete in zuständigen Parlamenten. Hat Frau Mager sich über diese „Behandlung“ in einer öffentlichen Behörde beschwert? Sollte sie tun.

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Werner
Werner

Bei manchen wirkt es so, als wären sie einfach beleidigt, weil man ihr Aussehen kritisiert. Klar kommt es bei der Arbeit auf die Fähigkeiten an, aber man will sich ja auch optisch mit Leuten umgeben, die zu einem passen. Wenn jemand zu fett ist, dann sollte er nicht beleidigt sein, sondern mal überlegen ob er wirklich abnehmen sollte. Wieso sind dort so viele so kritikunfähig?

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IstEgal
IstEgal

@Werner Das Aussehen hat wirklich gar nichts damit zu tun, wirklich rein gar nichts. Ansonsten könnte ich mit den meisten älteren Männern nicht arbeiten, sprechen mich optisch nicht an. Was für ein Bullshit.

@Lisa wahrscheinlich passiert das häufiger Frauen da in den Chefetagen auch eher Männer sitzen. Aber grundsätzlich auszuschließen das Männern sowas passiert ist falsch. In dem Bericht sind halt nur Frauen, vielleicht hat sich auch kein Mann gemeldet, oder den paar denen sowas passiert ist, war es zu peinlich (wie bei häuslicher Gewalt).

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Lisa
Lisa

Habt ihr (fast) nur Frauen gefragt oder machen Frauen mehr solche seltsamen Erfahrungen in Bewerbungsgesprächen? Just asking.

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Andreas Weck

Hallo Lisa, ich habe auf Twitter offen gefragt (siehe Link oben). Die meisten skurrilen bis skandalösen Antworten haben tatsächlich Frauen eingereicht. Das Verhältnis oben spiegelt annähernd die eingegangenen Kommentaren ab. Wobei das Verhältnis für mich kein Auswahlkriterium war, sondern vielmehr die Intensität der Momente an sich.

Lieben Gruß

Andreas

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Nina
Nina

Ich habe leider auch selber Erfahren müssen, dass besonders Frauen solche Erfahrungen machen müssen. Habe einen Masterabschluss im Ingenieurswesen und in den meisten Gesprächen ging es fast gar nicht um meine Fähigkeiten oder um die Stelle usw., sondern um mein Geschlecht. Das Highlight war, als ich in einem Gespräch saß und mir gesagt wurde, ich solle eine Geschlechtsumwandlung machen, damit ich bessere Jobchancen habe. Das beschreibt diese Branche ganz gut bzw. das was Freundinnen und ich erlebt haben.

sadddsasadsadsda
sadddsasadsadsda

Ist Plagiarismus bei Ulrike normal? Der Artikel wurde von einer US Seite nur geklaut und übersetzt.

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Andreas Weck

Hallo, mit Ulrike hab ich ein Telefoninterview für diesen Artikel geführt, ein Protokoll geschrieben und es ihr zur Abnahme geschickt. Von Plagiat kann keine Rede sein. Bitte sende mir mal den Link von dem du sprichst.

Danke

Andreas

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Heike
Heike

Es war im Jahr 1994, ich hatte gerade meine Stelle im Tagebau verloren und mich voller Zuversicht bei verschiedenen Firme beworben und war schließlich bei einem Vorstellungsgespräch. Ich saß in einem größeren Raum in einer Sitzecke und sollte irgendwelche Fragebögen ausfüllen, während die Sekretärin und der Chef hemmungslos flirteten und die Sekretärin ihren Umzug organisierte. Nach ca einer Stunde ohne ein Gespräch, sagte dann der Chef ich könnte wieder gehen, sie wollten nur mal sehen, wie eine Frau aussieht, die sich als Elektriker bewirbt. Ein Gespräch lief dann erst einmal über Telefon, der Herr am anderen Ende war ganz angetan und fragte dann, wann mein Mann anfangen könnte. Als ich ihm klar machte, dass ich mich beworben habe, brüllte der nur ins Telefon, wie ich es mir wagen könnte, seine wertvolle Zeit zu vergeuden. Irgendwann hat es dann schließlich doch geklappt und ich bin in meinem Beruf geblieben und mittlerweile in der Planung gelandet.

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Michael Müller
Michael Müller

Mein erstes >Vorstellungsgespräch nach dem Studium war von meinem Prof. eingefädelt, auf der Anfahrt zum Gespräch, Ort 2 mal verschoben, ich bin rumgeirrt wie ein Depp, damals gab es keine Navis, dann viel zu spät eingetroffen, riesige Runde, mir wurde ein Idiotenplatz am äußersten Rand zugewiesen. Anschliessend Gespräch mit einem Typ ganz schmieriger Autohändler vom Fähnchenplatz, der Typ sich auch erst mal in einem fremden Büro in den Stuhl gelümmelt, Zigarette angesteckt (Büro war erkennbar Nichtraucher), in eine Kaffetasse geascht, und dann in so einem lümmeligen frechen Ton mir was erzählt, ich sollte gebrauchte E-Teile verkaufen, in 0,5j sollte das Gewinn abwerfen, es werden nur EU Gelder eingesetzt, selber investieren die Beteiligten nichts, ich sollte rund um die Uhr arbeiten, weil ich bräuchte ja den Job, Bezahlung kann es auch geben und nach irgendeinem öffentlichen Dienst Tarif bezahlt werden. Nach 0,5j ist Schluss, wenn kein Gewinn da ist. Auf die Frage ob man bei einer neuen Abteilung/Firma nicht mindestens mit 3j rechnet:“wir sind doch nicht blöd und setzen unser Geld ein haha“ Ach ja ich wäre dann auch Geschäftsführer. Mein Prof. war auch dabei und hat dann immer versucht durch nette Erklärungen das zu beschönigen. Mein Gehalt wäre natürlich niedriger, als ich früher als Handwerker verdient hatte. Ich bin dann dankend aufgestanden, höflich geblieben, der Typ leicht verwirrt:“Ja wie und jetzt?“ „Ich denke wir kommen nicht zusammen“ „Wie sie üssen doch eh für uns arbeiten?“ „Ich denke nicht“ „Sie suchen jemanden den sie ausbeuten können, um EU Gelder abzugreifen für 0,5j, eigenes Geld setzen sie nicht ein, wenn da eine Pleite dabei herauskommt, bin ich als Geschäftsführer dafür verantwortlich und soll noch weniger verdienen als als Handwerker.“ „Da gehe ich lieber wieder seriös im Handwerk arbeiten.“ Das war vor 20j Webkataloge und Internet gab es so noch nicht, darüber würde man das heute lösen, damals waren Jobs auch rar. Mein Prof. war dann auch noch sauer und hat mich anschliessend angerufen und wollte mich überreden, da habe ich ihmdann meine Meinung dazu etwas klarer gesagt, und das ich mich mit so einem Flegel/Lümmel ganz bestimmt nicht einige oder für den arbeite. Dann wollte er den Job einem anderen Kumpel anbieten, ich habe den dann vorgewarnt, gesgat er kann es sich ja mal anhören, ich fand den Auftritt und die Fakten extrem unseriös. Das einzige was gut war, der Lümmel hat wenigstens die Grundfakten ehrlich bennannt, es geht um Abzocke der EU-Gelder und man rechnet nicht mit einem Erfolg, will aber selber da nicht auftauchen.

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Umay
Umay

uiiuiii, ich war einige Monate arbeitslos und wurde dann noch operiert. Nach der OP wollte ich wieder arbeiten und das so schnell wie möglich. Ich habe mich üüüüüüberall beworben. Ich bin gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau, liebe meinen Beruf und den Kontakt zu Menschen. Zu dem Zeitpunkt war ich 24 und hatte einen Ring am Finger, den ich von meinem Freund EINFACH SO bekam und bin türkischer Herkunft. Dazu später mehr.

Ich habe eine Anzeige gesehen und habe mich direkt für eine Tätigkeit im Büro beworben. Der Personaler hat bei meiner alten Firma angerufen, sich über mich erkundigt. Als ich dann dort ankam musste ich erstmal lange im Verkaufsraum für Fliesen sitzen und auf den Geschäftsführer warten. Ich dachte mir nur „Haben die keinen Besprechungsraum?“. Da kamen mir schon die Gedanken, dass die mich im Einzelhandel einstellen möchten. Na ja, ich habe eine gute dreiviertel gewartet Stunde und dann kamen 2 türkische Männer haben mich mit meinem Vornamen angesprochen und waren direkt per Du! Was mich schon äußerst gestört hat.

Dann führten die Männer mich hinter dem Geschäftsraum in ein Haus mit 2 3 Sportwagen vor der Haustür. Mir wurde mulmig, aber ich ging weiter. Wir waren tatsächlich in dem Haus des Chefs. Der Sohn saß an der Playstation und wir saßen am Esstisch und dort sollten wir jetzt ein Vorstellungsgespräch führen. Für mich war die Sache schon zu 99% erledigt, dennoch war ich neugierig und blieb sitzen. Der Chef sah sich meine Bewerbungsmappe an und sagte „Ich habe mir deine Bewerbung nicht angeschaut, deine Noten sind mir auch egal, was kannst du bieten?!“ Und ich habe alle Tätigkeiten aufgezählt, die ich bei der alten Firma hatte. Der meinte nur „das bringt mir alles nichts, du kannst ja nur Büroarbeit! Kannst du mit Kunden umgehen?“ Und ich sagte ganz trocken „Ich habe mich auch für eine Bürotätigkeit bzw. für Sachbearbeitung beworben. Hätten Sie sich meine Bewerbung durchgelesen, würden Sie mir diese Fragen nicht stellen “ Begeistert war der Mann nicht und fragte mich wieder „was kannst du bieten?“ Und ich zählte wieder alles auf. Und der andere Herr sagte dann, dass er bei der alten Firma angerufen habe und ich nur gelobt worden bin. Das sei ein Vorteil für mich. Ich nickte und bedankte mich. Der Chef, der da schief im Stuhl saß, fragte mich plötzlich, ob ich einen Freund habe und vorhabe zu heiraten. Ich sage, dass ich einen Freund habe. Bis dahin wusste ich nicht, dass ich nicht antworten musste. Dann schaute er auf meinen Ring und fragte „bist du verlobt“ und ich sagte „nein“ der fragte mich 2- bis 3-mal hintereinander und meinte dann also bei uns ist Ehrlichkeit ja das A und O und ich sagte wieder, dass ich nicht verlobt bin Er ließ nicht locker und erzählte dann, dass er eine Frau in meinem Alter eingestellt habe und dass sie nach der Probezeit schwanger wurde und demnach nicht mehr kam. Er musste dann eine andere einstellen, doch sie sei keine Türkin und passe deshalb nicht ins Team und er wolle sie kündigen. (wenn er nur wüsste, dass ich deutscher als manch Deutsche bin!) Ich wollte aufstehen, denn es hatte gereicht aber ich blieb sitzen. Ich war neugierig. Er fragte mich nach meinen Gehaltsvorstellungen und ich antwortete. Er bot mir fast 40 % weniger und dafür sollte ich samstags nicht arbeiten (was ich sowieso nicht vorhatte) Im Kopf hatte ich die Stelle nach den ersten 5 Minuten schon abgeschrieben, aber ich wollte weiter sitzen.
Der Chef fragte plötzlich, ob ich vor habe schwanger zu werden. Und ich sagte wieder trocken lächelnd: „das hat sie nicht zu interessieren“ Er sagt das er offen reden würde und bei uns Türken wäre es ja normal, dass man mit Mitte zwanzig heiratet und Kinder bekommt. Wenn ich Ihm verspreche, dass ich in den nächsten 3 bis 5 Jahren keine Kinder auf die Welt setze, dann würde er mich einstellen. Ich sagte, dass ich ihm viele Versprechen geben könne, aber nicht einhalten müsse. Dann Stand ich auf und ging nach Hause. Wenige Tage später rief mich der Personaler an und fragte mich, wann ich zum Unterschreiben kommen wolle :D :D :D Ich sagte, dass ich weitere Vorstellungsgespräche habe und mich melde. Eine Woche danach habe ich per E-Mail abgesagt.

Antworten
Volker
Volker

Der erste Fall (Quotenfrau) ist schon krass. Aber die meisten anderen zeigen, dass an unseren Universitäten inzwischen ziemliche Mimis herangezogen werden, die sich für den Mittelpunkt der Welt halten. Leute, die man mit der simplen Frage nach der Abi-Note bereits aus der Fassung bringen kann, möchte man in schwierigen Situationen bei Kunden oder Lieferaten lieber nicht neben sich haben.

Antworten
Nicholas
Nicholas

Das mit der Dame von der Bundeswehr ist hart und indiskutabel.
Ansonsten sind da so einige bei, die sich über die angemessenen Maße anstellen, sich wie ein verhätscheltes Kleinkind anstellen oder so überheblich geben, dass man dem Arbeitgeber nur gratulieren kann Glück gehabt zu haben.

Insbesondere Personen wie die Julia S. haben den Schuss nicht gehört und sind in der heutigen Arbeitswelt kaum verwendbar. Einen Job den man haben wollte, wegen eines Fehlers einer Person (von der man nicht mal weiß warum sie kurzfristig ausgefallen ist) in der Art und Weise abzulehnen und das dann auch noch mit völliger Abwesenheit der Vertrauensbasis zu rechtfertigen… wo bitte lernt man so eine Attitüde?
Viele beschriebenen Verhaltensweisen würden mich als Vorgesetzten zweifeln lassen, ob ich die Person auf einen Kunden loslassen kann.

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