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Smart #3 im Test: Der große, sportliche Bruder des Smart #1

Der Smart #3 bietet jede Menge Fahrkomfort und eine außergewöhnliche Performance. Nur bei der Software ist noch Luft nach oben, wie unser einwöchiger Test zeigt.

Von Frank Feil
7 Min.
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Der Smart #3 ist ein echter Hingucker und hebt sich optisch deutlich vom #1 ab. (Foto: Frank Feil)

„Das hat doch nichts mehr mit einem Smart zu tun!“ – diesen und ähnliche Sätze hört und liest man immer wieder, wenn es um die neuen Modelle von Smart geht. Und ja, weder der Smart #1 noch der Smart #3 haben irgendwas mit dem ursprünglichen Smart Fortwo gemein, aber warum sollten sie auch?

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Als der Fortwo 1998 auf den Markt kam, war er etwas Besonderes. Er war klein, farbenfroh und fiel auf. Genau deshalb nutzten ihn Unternehmen gerne als Werbeträger. Ein Verkaufsschlager war der Kleinstwagen indes nie. Im Gegenteil. Analysten zufolge bescherte er Daimler Verluste in Milliardenhöhe.

Für das Zeitalter der Elektromobilität hat sich die Marke Smart deshalb neu erfunden. Mit dem #1 wurde bereits 2022 das erste erfolgreiche Modell lanciert, nun folgt der #3.

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Smart #3: 5 Ausführungen für unterschiedliche Zielgruppen

Anders als viele andere Autohersteller verzichtet Smart auf lange Aufpreislisten und einen abendfüllenden Konfigurator. Stattdessen gibt es den #3 in fünf Lines.

Der Smart #3 Pro ist die Budget-Variante. Ausgestattet mit einer 49-Kilowattstunden-Batterie (47 Kilowattstunden nutzbar) liegt die WLTP-Reichweite bei 325 Kilometern. Geladen wird mit 7,4 Kilowatt AC und 130 Kilowatt DC. Dennoch verfügt das 38.490 Euro teure Modell bereits über zahlreiche Komfortfeatures und allerlei Assistenzsysteme.

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Wer 5.000 Euro mehr investiert, bekommt zwar ebenfalls 200 Kilowatt (272 PS) und eine Beschleunigung von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde in 5,8 Sekunden, allerdings verfügt der Smart #3 Pro Plus über eine 66-Kilowattstunden-Batterie (62 Kilowattstunden nutzbar). Dadurch erhöht sich die WLTP-Reichweite auf 435 Kilometer. Geladen wird mit 22 Kilowatt AC und 150 Kilowatt DC.

smart #3 im Test

Der Smart #3 Brabus hebt sich nicht nur leistungstechnisch, sondern auch optisch an vielen Stellen von den anderen Ausstattungslinien ab. (Foto: Frank Feil)

Für 46.490 Euro gibt’s beim Smart #3 Premium zusätzlich noch ein Head-up-Display mit zehn Zoll, ein Beats-Soundsystem, eine Wärmepumpe und einiges mehr. Wenn man so will, ist der Premium die Ausführung mit Vollausstattung. Bis auf das Styling ist er weitestgehend identisch mit der limitierten Smart #3 25th Anniversary Edition.

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Und dann wäre da noch das Spitzenmodell für 50.990 Euro, der Smart #3 Brabus. Von der Ausstattung her entspricht er im Wesentlichen der Premium-Version, allerdings sorgt das Brabus-Styling dafür, dass das SUV-Coupé insgesamt etwas sportlicher daherkommt. Das passt zur Performance des Fahrzeugs, denn dank Allradantrieb und einer Leistung von 315 Kilowatt (428 PS) sprintet der #3 in nur 3,7 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde. Damit liegt er gleichauf mit einem Porsche Taycan 4S.

Smart #3: Stylischer und geräumiger als der #1

Als wir unseren Smart #3 Brabus in der Deutschland-Zentrale des Unternehmens abholen, parkt er direkt neben einem #1 – und auch wenn die Fahrzeuge im Kern relativ ähnlich sind, so unterscheiden sie sich doch maßgeblich im Design. Der #3 ist gut 13 Zentimeter länger und 8 Zentimeter niedriger als der #1. Dadurch wirkt er vor allem in Kombination mit dem abfallenden Coupédach um einiges eleganter und sportlicher, was uns während des Testzeitraums gleich mehrere interessierte Passanten im Gespräch bestätigten.

smart #3 im Test

Die hohe Mittelkonsole ist nicht jedermanns Sache, aber durchaus praktisch. (Foto: Frank Feil)

Insgesamt geht es im Smart #3 etwas geräumiger zu, was vor allem beim Kofferraumvolumen deutlich wird: Während es der Smart #1 auf 313 bis 986 Liter bringt, sind es beim #3 370 bis 1.160 Liter. Dazu kommt noch der variable Laderaumboden, der zusätzlichen Stauraum bietet.

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Worüber man sich sicherlich vortrefflich streiten kann, ist die hohe, freistehende Mittelkonsole, die Fahrer und Beifahrer gewissermaßen einrahmt. Wir empfanden insbesondere die daraus resultierenden Ablageflächen als überaus praktisch, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Innenraum ohne die wuchtige Mittelkonsole noch einmal deutlich geräumiger wirken würde.

smart #3 im Test

Der Kofferraum des Smart #3 fasst 370 Liter und damit gute 60 Liter mehr als der #1. (Foto: Frank Feil)

Smart #3: Ladeleistung und Reichweite

Wer über die Anschaffung eines Elektroautos nachdenkt, interessiert sich häufig vor allem für die Reichweite – und da gibt es beim Smart #3 nichts zu meckern.

Mit einem cW-Wert von 0,27 pendelte sich der Verbrauch in unserem Test bei winterlichen Temperaturen und überwiegend dynamischeren Ausfahrten auf der Autobahn und Landstraße bei etwa 20,5 Kilowattstunden pro 100 Kilometer ein. Die daraus resultierende Reichweite belief sich auf rund 320 Kilometer. Wohlgemerkt für die Brabus-Version mit 428 PS. Greift man zu einer der Ausstattungslinien mit Heckantrieb und fährt etwas gemächlicher, sind – je nach Streckenprofil – auch Werte um die 17 Kilowattstunden pro 100 Kilometer und Reichweiten um die 380 bis 400 Kilometer durchaus realistisch.

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Bei der DC-Ladeleistung ist der Smart #3 indes nur durchschnittlich. 150 Kilowatt sind maximal möglich, allerdings nimmt die Ladeleistung bereits ab etwa 30 Prozent SoC (State-of-Charge) kontinuierlich ab, weshalb man für den klassischen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent SoC mit gut 30 Minuten rechnen muss. Das ist kein schlechter Wert, aber wenn man bedenkt, dass Fahrzeuge wie der Hyundai Ioniq 5 oder Kia EV6 dafür nur 18 Minuten brauchen, eben auch kein übertrieben guter.

smart #3 im Test

An der DC-Ladesäule wartet der Smart #3 mit eher durchschnittlichen Werten auf. (Foto: Frank Feil)

Allerdings muss man bedenken, dass der Smart #3 nicht als Langstreckenauto konzipiert wurde, sondern das klassische Fahrzeug für Stadt- und Überlandfahrten ist. Von daher dürfte die DC-Ladeleistung für die Zielgruppe ohnehin nicht entscheidend sein, denn selbst wenn das Auto mal am DC-Charger des Supermarkts geladen wird, spielen zehn Minuten mehr oder weniger keine Rolle.

Viel wichtiger ist die AC-Ladeleistung. Ab der Ausstattungslinie Pro Plus sind 22 Kilowatt Standard, was in dieser Fahrzeugkategorie extrem selten ist, dafür aber gerade innerstädtisch umso nützlicher. Denn mit 22 Kilowatt lässt sich der Smart #3 auch mal an einer AC-Ladesäule am Straßenrand in unter drei Stunden vollladen.

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Smart #3: Sportlicher Fahrkomfort, ausbaufähige Software

Und wie fährt er sich so? Kurz gesagt: Der Smart #3 macht vom ersten Moment an Spaß. Gegenüber dem #1 liegt das Coupé deutlich besser auf der Straße, was sich vor allem auf kurvigen Strecken bemerkbar macht. Das Fahrwerk ist sportlich abgestimmt, aber immer noch komfortabel genug, um problemlos Schlaglöcher und Unebenheiten zu schlucken.

Wichtig zu wissen: Egal, für welche Ausstattungslinie man sich entscheidet, das Fahrwerk ist immer das gleiche. Der einzige Vorteil des Smart #3 Brabus ist in diesem Zusammenhang sein leistungsstarker Allradantrieb, der bei dynamischeren Ausfahrten eine bessere Traktion bietet. Ob das im Alltag allerdings tatsächlich eine Rolle spielt und den Aufpreis von gut 4.500 Euro rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Beschleunigung und insbesondere der Raketenstart sind beeindruckend, keine Frage, aber wie oft nutzt man dann dann auch tatsächlich? Für die absolute Mehrheit der Käufer dürften Pro Plus und Premium vollkommen ausreichend sein.

smart #3 im Test

Die Software hat hier und da noch ihre Macken, erhält aber regelmäßig Updates mit neuen Features. (Foto: Frank Feil)

smart #3 im Test

Die Software hat hier und da noch ihre Macken, erhält aber regelmäßig Updates mit neuen Features. (Foto: Frank Feil)

Und sonst so? Im Innenraum sind kaum Wind- oder Abrollgeräusche wahrnehmbar, was den Smart #3 vor allem in Kombination mit den unzähligen Assistenzsystemen zu einem durch und durch komfortablen Begleiter im Alltag macht. Die Software lässt zudem allerlei Feintuning bei den Einstellungen zu – und auch praktische Features wie der Haustiermodus wurden integriert.

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Dennoch hat die Software stellenweise noch ihre Macken. Das fängt bei kleineren Übersetzungsfehlern an, geht über eine nur wenig hilfreiche Ladeplanung und endet beim ab und an erratischen Verhalten mancher Assistenzsysteme. All das ist Smart allerdings bekannt – und man arbeite an einer kontinuierlichen Verbesserung der Software. Erst Anfang März erschien das neue SmartOS 1.3.2, das unter anderem die manuelle Vorkonditionierung der Batterie ermöglicht und Funktionen wie den „Car Wash Mode“ und „Valet Mode“ in den Smart bringt. Zudem wurden einige aus der Community angemahnte Fehler behoben, etwa das automatische Abschalten der Online-Service-Funktion.

smart #3 im Test

Optisch ist der Smart #3 durch und durch gelungen. (Foto: Frank Feil)

Smart #3: Gelungener Start ins Zeitalter der Elektromobilität

Ohne Zweifel werden weder der Smart #1 noch der #3 jemals den ikonischen Status des Fortwo erlangen, aber dafür sprechen sie eine weitaus breitere Käuferschicht an – und entsprechen nicht zuletzt dem Zeitgeist.

Der Smart #3 ist nicht das effizienteste Elektroauto am Markt, aber dafür wurden beim Design keine Kompromisse eingegangen. Die DC-Ladegeschwindigkeit ist nur durchschnittlich, aber dafür bekommt man bei fast allen Ausstattungslinien 22 Kilowatt AC in Serie. Bei der Software ist noch Luft nach oben, aber immerhin kommen regelmäßig Updates, die die Probleme beheben. Und vor allem beheben die Updates nicht nur Probleme, sondern bringen auch neue Features ins Fahrzeug. Letzteres ist nach wie vor die Ausnahme im Automobilbereich (mal abgesehen von Marken wie Tesla oder Nio).

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Preislich ist der Smart #3 ebenso wie der #1 kein Schnäppchen, aber das will er auch gar nicht sein – und wenn man sich anschaut, wie viel VW etwa für die ID-Modelle aufruft oder Volvo für den EX30, dann ist der #3 für das Gebotene durchaus preiswert.

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Jennss

Der Brabus ist super. Schön wäre noch ein 77 kWh-Akku wie im MG4 und ID.3/Born. Und ein Schiebedach fände ich gut.

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