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CES: Stadtflitzer Sion könnte dank Solarzellen ohne Laden auskommen

Solarauto Sion nähert sich der Serienfertigung. (Foto: Sono Motors)

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Wie angekündigt, hat das Münchener Auto-Startup Sono Motors auf der CES 2021 einen seriennahen Prototypen des Solarautos Sion gezeigt. Die Technologie will die Firma auch lizenzieren.

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Sono Motors nach einer wahren Zitterpartie eine Crowdfunding-Kampagne über 50 Millionen Euro letztlich doch noch erfolgreich absolviert. Damit stand der Realisierung des Solarautos Sion nichts mehr im Wege. Wie zuvor angekündigt, hat das Münchener Startup auf der Online-CES Details zu dem E-Van mit integrierten Solarzellen bekannt gegeben und einen seriennahen Prototypen gezeigt.

Sono Motors: Eckdaten des Sion in der Übersicht

Der Sion soll – ohne Mehrwertsteuer – 21.429 Euro kosten. Mit der aktuellen Mehrwertsteuer von 19 Prozent würde das Elektroauto demnach für rund 25.500 Euro in den Handel kommen. Inwieweit der Preis sich durch den Umweltbonus oder ähnliche Nachlässe reduzieren ließe, ist noch nicht klar. Sono Motors weist darauf hin, dass die aktuelle Förderphase bis zum 31. Dezember 2021 läuft – und der Sion erst 2022 an den Start geht. Möglich wäre aber, dass der Preis für das Elektroauto deutlich unter 20.000 Euro gedrückt werden kann.

Mit seinem 120-Kilowatt-Motor und der 35-Kilowattstunden-Batterie kann der Sion mit anderen modernen Elektroautos kaum mithalten. Schließlich beträgt die Reichweite gerade einmal 255 Kilometer (nach WLTP-Standard). Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 140 Kilometer pro Stunde begrenzt. Geladen werden kann mit 50 oder elf Kilowatt. An Schnellladestationen soll der Akku innerhalb von 30 Minuten zu 80 Prozent geladen werden können, verspricht Sono Motors. Das bidirektionale Ladegerät ermöglicht zudem, dass der Sion andere E-Autos beladen kann.

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Integrierte Solarzellen als Alleinstellungsmerkmal

Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal sind aber die direkt in die Karosserie eingebauten Solarzellen. Die sollen – auf deutsche Wetterverhältnisse gerechnet – immerhin 35 Kilometer zusätzliche Reichweite ermöglichen. Damit ließen sich die meisten täglichen Wege in Städten für normale Fahrzeugnutzer sicher erledigen. Die Technologie der in ein Polymer integrierten Solarzellen will Sono Motors künftig auch lizenzieren. Bei der CES-Präsentation zeigt das Startup schon einen entsprechenden Solaranhänger für Lkw.

Ebenfalls interessant klingen die über eine eigene App realisierbaren zusätzlichen Dienstleistungen. So sollen Sion-Besitzer über die App Strom oder eine Mitfahrgelegenheit anbieten können. Sowohl Carsharing als auch Carpooling sollen möglich sein. Zudem dient die App als digitaler Schlüssel für den Sion und lässt den Nutzer auf Echtzeit-Fahrzeugdaten zugreifen.

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4 Kommentare
Gunar Gürgens
Gunar Gürgens

Sehr sehr cool! Freut mich, dass sie es geschafft haben. Wenn ich nicht seit 3 Wochen einen Twingo Electric auf dem Hof stehen haben würde, hätte ich mir vermutlich einen Sion geholt.
Aber vielleicht hole ich das noch nach ;)

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Ulrich Schmitz
Ulrich Schmitz

Ich würde es Sono Motors ja gönnen dass sie noch die Kurve kriegen. Aber nach den bisherigen Erfahrungen mit der Führungsriege bleibe ich skeptisch. 2022 sind die mühsam über Crowdfunding zusammengekratzten 50 Millionen längst verbraten. Weder ist klar wer die Produktion macht, noch sind die Fragen des Service geklärt. Die integrierten Solarzellen sind ein nettes Gimmick, wiegen aber die inzwischen im Vergleich zur Konkurrenz veraltete Technik nicht auf. Bei den inzwischen am Markt vertretenen Anbietern gibt es Besseres zu vergleichgbaren Preisen, und Lizenznehmer sind ebenfalls nicht in Sicht.

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Marcel
Marcel

Das mit den angeblichen bis zu 35 km durch die Solarzellen hätte man gerne nachgewiesen. Dann wären da Solarzellen eingebaut, die wesentlich besser sind, als was es sonst zu kaufen gibt. Oder der Verbrauch vom Sion wäre so viel kleiner als jedes Konkurrenzmodell. Zur Erklärung: 8m2 Sonnenkollektoren ergeben im Jahr rund 950 kWh. Runtergerechnet auf die wahrscheinliche Dachfläche von 1.6m2 ergibt das 190 kWh pro Jahr. Durch 365 Tage macht noch 0.52 kWh – das Auto darf dann aber nicht im Schatten oder einer Garage stehen. Die sparsamsten Elektroautos haben pro 100 km einen Verbrauch von gut 12 kWh. Ergibt pro km also einen Verbrauch von 0.12 kWh. 0.52 durch 0.12 ergibt so lediglich 4.33 Kilometer. Die Übertragungsverluste sind hierbei aber noch nicht berücksichtigt. 35 vs 4.33 Kilometer ist eine verdammt grosse Differenz, die jenseits jeder Toleranz liegt. Bin auf die Erklärung gespannt.

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Frederic
Frederic

Auch wenn die Solarzellen nicht nur das Dach, sondern wohl auch die Motorhaube und die Seitenflächen bedecken und dadurch der Stromertrag größer ist als in der Rechnung oben, gibt es trotzdem allen Grund zur Skepsis. Die eigene Stromerzeugung ist sehr vom Wetter und der Parksituation abhängig, wie schon erwähnt, und wird wohl durch den Mehrverbrauch durch die Klimaanlage aufgrund der dunklen Karosserie neutralisiert. Die Solarzellen sind empfindlich und altern, woraus Reparaturkosten und Wirkungsgradreduktion resultieren. Die Kosten für die Zellen hätte man besser in eine größere Batterie investiert. Ohne Solarzellen gäbe es aber kein Alleinstellungsmerkmal mehr.

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