News

Spionage durch Huawei? Deutsche Sicherheitsbehörden finden keine Beweise

Huawei. (Foto: Shutterstock)

Haben die USA den Beweis dafür gefunden, dass Huawei über seine Netzwerkkomponenten Spionage betreibt? Deutsche Sicherheitsbehörden zweifeln die sogenannte „Smoking Gun“ an.

Vor wenigen Tagen sahen sich die USA offenbar gezwungen, einen stichhaltigen Beweis für ihre Anschuldigungen vorzulegen, dass Huawei Spionage im Auftrag Chinas betreibt. Der Vorwurf: Huawei soll die gesetzlich vorgeschriebenen Hintertüren für den Zugriff durch Strafverfolgungsbehörden widerrechtlich selbst nutzen, ohne den Netzbetreiber darüber zu informieren. Huawei widersprach. An der angeblichen „Smoking Gun“ wurden Zweifel laut. Laut Recherchen von WDR, NDR und SZ sehen deutsche Sicherheitsbehörden jedenfalls keine Beweise für Huawei-Spionage in deutschen Netzen.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Deutsche Behörden nicht überzeugt von US-Hinweisen

Dem entsprechenden Bericht zufolge seien deutsche Behörden nicht nur nicht überzeugt von den US-Hinweisen. Mehrere Regierungsvertreter sollen auch große Zweifel am Wahrheitsgehalt der Behauptungen seitens der USA geäußert haben. Sogar von Propaganda war am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz die Rede, wie tagesschau.de berichtet. Die neuen Anschuldigungen seien jedenfalls nicht überprüfbar.

Schon in der vergangenen Woche im Ausschuss Digitale Agenda im Bundestag hatten Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Innenministeriums und des Wirtschaftsministeriums sowie nachgeordneter Behörden den Parlamentariern von den Warnungen aus den USA berichtet. Laut tagesschau.de hatten Teilnehmer diese US-Belege aber als „nicht überzeugend“ und „wenig erhellend“ bezeichnet. Für den Ausschutzvorsitzenden Manuel Höferlin (FDP) sei zwar klar, dass chinesische Anbieter ein unkalkulierbares Risiko für die deutsche IT-Sicherheit seien. Aber: Die Bundesregierung dürfe nicht naiv sein, welche Motive hinter den Warnungen der USA steckten.

Huawei-Spionage für Telekom nicht möglich

Der Deutschen Telekom zufolge sei ein unbemerkter Datenabgriff, wie ihn die USA auch für Deutschland sehen, unmöglich. Zwar seien in den deutschen Netzen zahlreiche Huawei-Komponenten verbaut, allerdings sei beim Aufbau des Netzes auf höchstmögliche Sicherheit mit Blick auf die im Fokus stehende Schnittstelle geachtet worden. Die Steuerung des Zugangs zu der Hintertür für die Behörden erfolge über ein getrenntes Netz und jeder Zugriff werde protokolliert. Die dafür verwendete Technik stamme von einem deutschen Anbieter.

Mehr zum Thema:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
peter
peter

„Die Steuerung des Zugangs zu der Hintertür für die Behörden erfolge über ein getrenntes Netz und jeder Zugriff werde protokolliert.“
Sorry, aber solche Statements sind doch Desinformation. Um die „Hintertür“ für Behörden geht’s doch hier gar nicht! Es geht um Hintertüren, die ein Hersteller in seine Komponenten einbaut/einbauen kann.
Und wir reden doch nicht um Geräte wie Küchenmixer, sondern Netzwerkkomponenten – Geräte mit permanenten Netzzugriff. Wenn ein Huawei (sinngemäß auch alle anderen) 5G Gerät innerhalb von 5G an eine Senke Daten transportiert, kriegt das überhaupt niemand mit. Komplett unterhalb des Radars irgendeines noch so tollen Überwachungsansatzes.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung