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Stellantis enthüllt auf EV Day: Opel wird 2028 rein elektrisch, 4 Plattformen für 14 Marken

Der multinationale Konzern hat auf einem Aktionstag seine Elektrifizierungsstrategie vorgestellt. Demnach nimmt er 30 Milliarden Euro in die Hand, um mehrere Führungsrollen einzunehmen.

4 Min. Lesezeit
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Neben der Ankündigung des elektrischen Manta-E präsentierte Opel auch einen neuen Slogan: „Green is the new cool“. (Screenshot: Opel/t3n)

Die Leitung um CEO Carlos Tavares hat umfangreiche Pläne zur Neuausrichtung von Stellantis und der 14 Automarken auf dem konzerneigenen „EV Day“ angekündigt. Sie sollen es dem Automobil-Multi ermöglichen, „mittelfristig nachhaltige, zweistellige operative bereinigte Gewinnmargen“ zu erzielen. Doch zunächst will er Geld ausgeben. Investitionen in der Höhe von mehr als 30 Milliarden Euro sollen ihn gleich in mehreren Segmenten in die Pole Position bringen. „Kultige Fahrzeuge“ verspricht Tavares in der Pressemitteilung zum Event. Sie sollen über die Eigenschaften verfügen, um sich nahtlos in das tägliche Leben einzufügen. Der komplette Stream steht als Youtube-Video online.

Das Ziel: Marktführer bei „emissionsarmen“ Fahrzeugen

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Bis zum Jahr 2030 sollen 70 Prozent der in Europa angebotenen Modelle zu den emissionsarmen Fahrzeugen (LEV) zählen. In den USA beträgt die Planzahl für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge 40 Prozent. Insgesamt strebt Stellantis im LEV-Bereich die Marktführerschaft an. Die angekündigten Investitionen, bei denen die Joint Ventures ausdrücklich einbezogen sind, sollen im Bezug zum Umsatz 30 Prozent effizienter ausfallen als im Industriedurchschnitt. Stellantis will zudem weltweit führend bei den elektrischen Nutzfahrzeugen werden. Ihre Elektrifizierung soll in den nächsten drei Jahren auf alle Produkte und Regionen ausgedehnt werden. Ende 2021 startet die Auslieferung von mittelschweren Transporten mit Brennzellen-Technologie.

5 Gigafactories in Europa und USA

130 Gigawattstunden Batteriekapazität will der Konzern bis 2015 benötigen, bis 2030 sollen es mehr als 260 Gigawattstunden sein. Diesen Riesenbedarf plant der Konzern über fünf große Batteriewerke zu decken. Nach Kaiserslautern und Douvrin (Frankreich) verriet Tavares einen dritten Standort: Das Motorenwerk in Termoli (Italien) baut die Tochter ACC dafür um. Diese Versorgung flankieren zusätzliche Lieferverträge und Partnerschaften. Als kritischen Rohstoff hat die Führung dabei Lithium identifiziert und sich die Lieferung über Verträge mit zwei Lithium-Geothermie-Sole-Prozesspartnern gesichert. Zusätzlich arbeite man daran, die Produktionskosten für die Energiespeicher zu senken. Stellantis plant bis 2024 eine Kostenreduktion von 40 Prozent und bis 2030 um weitere 20 Prozent. Die Lebenszyklen der Batterien werden dabei durch Reparatur, Wiederaufbereitung, Second-Life-Nutzung und Recycling maximiert und damit dem Wunsch nach Nachhaltigkeit entsprochen.

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Den steigenden Batteriebedarf kann die Stellantis-Tochter ACC nur zum Teil aus eigener Kraft stemmen. (Screenshot: Stellantis/t3n)

4 Plattformen für 14 Marken

98 Prozent der Modelle will Stellantis elektrifizieren. Dazu haben die Ingenieure vier reine Elektroplattformen entwickelt, die eine „führende“ Schnellladefähigkeit von 32 Kilometern pro Minute bieten sollen. STLA Small hat das Unternehmen für Kleinwagen und mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern konzipiert. Die Leistungsspanne reicht von 37 bis zu 82 Kilowattstunden. Die Medium-Variante soll die Fahrzeuge bis zu 700 Kilometer weit bringen und ist für 87 bis 104 Kilowattstunden ausgelegt. Für Large gibt Stellantis bis zu 800 Kilometer an. Sie ist für bis zu 5,50 Meter lange und bis zwei Meter breite Wagen mit bis zu 118 Kilowattstunden gedacht. Die 800er Reichweite gilt für auch für STLA Frame, der Plattform für große Pickups und Lieferfahrzeuge. Sie sollen die Autos auch bei starker Beladung schaffen, deswegen sind hier Batteriepacks zwischen 159 und 200 Kilowattstunden geplant.

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Vier Plattformen sollen alle Fahrzeugtypen im Konzern abdecken. (Screenshot: Stellantis/t3n)

2 Zellchemien und ab 2026 Feststoffbatterien

Die geplanten Kostenersparnisse will der Konzern auch über die Zellchemie erreichen. Für günstige Modelle sieht er eine Lithium-Eisen-Mangan-Technologie vor, die ohne Nickel und Kobalt auskommt. Er gibt deren Energiedichte mit 400 bis 500 Wattstunden pro Liter an. Per Cell-to-Pack-Ansatz wandern sie ohne Module in die Autos.

Die zweite Zellchemie basiert auf einer Nickel-Mangan-Kathode und soll 600 bis 700 Wattstunden pro Liter erreichen. Sie kommen zunächst in Form von Modulen in die Produkte, erst ab 2026 plant Stellantis eine Cell-to-pack-Version. Zum gleichen Zeitpunkt wandern laut Plan Feststoffbatterien in Serienfahrzeuge. Auch sie sollen aus den konzerneigenen Gigafactorys kommen – mehr verriet das Event nicht über sie.

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Plattformen und Antriebe haben Überschneidungen um bessere Kombinationsmöglichkeiten zu bieten. (Screenshot: Stellantis/ t3n)

3 Antriebe und jede Menge Synergie

Einen Baukasten mit drei verschiedenen Antrieben sieht der Plan in Zukunft vor. EDM1 (EDM: Electric Drive Module) hat er für Einsteigerfahrzeuge vorgesehen. Die Einheit stellt 70 Kilowatt bereit und ist für die STLA-Small-Plattform bestimmt. Der große Bruder EDM2 besitzt eine Bandbreite von 125 bis 180 Kilowatt und lässt sich beliebig mit den Batterieplattformen kombinieren. Als einziger Antriebsstrang arbeitet EDM3 mit 800-Volt-Technologie und bietet je nach Konfiguration zwischen 150 und 330 Kilowatt. Seinen Platz sieht das Konzept in den Plattformen Medium, Large und Frame vor. Alle Module sollen sich je für Front-, Heck-, Allrad- oder Hybridantrieb eignen.

Zusätzlich zeigte der Konzern den neuen Standard-Inverter für alle Baureihen. Er ist auf 350 Kilowatt ausgelegt und kann Stromstärken von bis zu 750 Ampere verarbeiten. Bei Allrad-Modellen lassen sich zwei Inverter verwenden. Stellantis betont die Effizienz des Baukastens und die hohen Synergieeffekte für alle Marken. Software und Steuerung verbleiben jedoch bei den Firmen, damit sie ihren Markenkern erhalten können. Über Over-the-Air-Updates sollen sie aktuell gehalten werden.

Opel wird elektrisch und orientiert sich nach China

Bis 2028 soll Opel zur reinen Elektromarke werden. Mit vollelektrischen Modellen plant die deutsche Tochter, auf den chinesischen Markt zu gehen. Opel-CEO Michael Lohscheller verkündete zudem in einem Videoclip, man werde den Manta-E als Elektroauto auflegen. Das hatte sich schon durch den Prototypen Manta GSe angebahnt. Das neue Modell soll 2025 erscheinen. Auch andere Hersteller hatten eigene Schaltungen, um konkrete Umsetzungen zu erläutern.

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