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Ratgeber

Steuererklärung: Mit diesen Apps und Online-Diensten gibt’s Geld vom Finanzamt

Geld zurückholen vom Finanzamt? Gerade bei Anwendern, die zu einer Steuererklärung nicht verpflichtet sind, stehen die Chancen gut. (Bild: empics / Shutterstock)

Wer seine Steuererklärung abgeben will, hat heute eine Vielzahl von Möglichkeiten. Wir stellen die wichtigsten Varianten vor und erklären, was Online-Dienste einer Software voraus haben. 

Die Steuererklärung ist für viele Arbeitnehmer ein lästiges Übel, das sie gerne so lang wie möglich verdrängen und aufschieben. Doch spätestens Ende Mai ist es wieder soweit. Laut unterschiedlichen Statistiken bekommt jeder, der eine Steuererklärung macht, im Schnitt einen Betrag von gut 900 Euro zurückerstattet. Grundsätzlich lohnt sich eine Steuererklärung für fast jeden, der seitens des Finanzamts nicht dazu verpflichtet ist. Denn die Finanzbehörden achten schon darauf, dass sie bei jedem, der höchstwahrscheinlich nachzahlen muss, auch eine Steuererklärung einfordern. Gerade bei Steuerklasse 1 und einigen Vorsorgeaufwendungen sowie Pendlerpauschale ist es eigentlich immer sinnvoll, eine Steuererklärung abzugeben.

Wer nicht auf einen (vergleichsweise teuren) Steuerberater oder einen (günstigeren, aber nicht für alle verfügbaren) Lohnsteuerhilfeverein setzen will, hat im Prinzip drei Möglichkeiten: Er kann die Steuererklärung mit der finanzamtseigenen Elster-Software erledigen, die aber kaum Tipps beim Ausfüllen und Ansetzen bestimmter Leistungen gibt. Er kann eine Software wie Wiso Sparbuch oder die Steuersparerklärung einsetzen oder auf einen Online-Service oder eine App setzen. Auf den folgenden Seiten stellen wir die wichtigsten Softwareprodukte vor.

Für die datenbasierte Lösung mit Software, App oder Online-Dienst spricht ab diesem Jahr noch ein weiteres Argument: Das Finanzamt fordert nur noch in Ausnahmefällen Belege an – diese sollte man daher aufbewahren, aber nicht ungefragt mitschicken. Am schnellsten und einfachsten geht die Steuererklärung daher zukünftig per Elster oder mit einer Software oder Online-Lösung, die via Elster überträgt.

Elster: Einfach, aber nicht immer komfortabel

Irgendwie verrät es einen guten Sinn für Humor, wenn eine Finanzbehörde ihr IT-System für die Steuerabgabe Elster nennt. Elster ist im Prinzip nur eine IT-Schnittstelle mit Frontend, die du über www.elster.de erreichst. Elster ermöglicht die Eingabe der steuerrelevanten Daten, hilft aber im Gegensatz zu „richtigen“ Tools zur Steuererklärung nicht mit Ratschlägen weiter, was man wo wie absetzen könnte.

Deshalb reicht Elster grundsätzlich zur Abgabe der Steuererklärung aus, der niedrige zweistellige Betrag, den man für eine andere Lösung jährlich aufwenden muss, macht sich aber schon bezahlt, wenn man nur einen der zusätzlichen Tipps für sich verwenden kann. Abgesehen davon zählt Elster nicht zu den benutzerfreundlichsten Tools dieser Welt, sodass eine Steuererklärungssoftware sich schon in dieser Hinsicht bezahlt macht. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl anderer Anwendungen, die auf das Elster-Protokoll setzen, also eine rechtsgültige Steuererklärung ermöglichen. Allerdings ist die dortige Auflistung nicht komplett.

Steuererklärungssoftware: Von Wiso bis Steuersparerklärung

In Deutschland gibt es drei große Unternehmen, die Jahr für Jahr Steuersoftware auf den Markt bringen: Wiso Steuer und Tax von Buhl, Quick Steuer und Taxman von Lexware sowie die Steuer-Spar-Erklärung und Steuer Easy von der Akademischen Arbeitsgemeinschaft. Bei allen drei Anbietern macht man nichts falsch, weil die Programme über inzwischen mehr als 20 Jahre immer weiterentwickelt wurden und sich auch im Errechnen der Steuer keine groben Schnitzer leisten. Die beiden Programme, die jedes der Unternehmen auf dem Markt hat, unterscheidet sich vor allem die Benutzerführung: Während etwa Wiso Steuer mit zahlreichen Videos, Erklärtexten und Zusatzfunktionen kommt und den Nutzer quasi an der Hand nimmt, ist Tax etwas weniger umfangreich und nüchterner und eignet sich daher gut für Nutzer, die zumindest ein Grundverständnis in Sachen Steuererklärung mitbringen und eher zahlengetrieben arbeiten. Ähnlich ist die Unterscheidung bei den anderen Anbietern.

Neben den Standard-Versionen mit und ohne umfangreiche Steuerfalldatenbank gibt es in einigen Fällen noch solche für Rentner und Pensionäre, für Lehrer oder für Freiberufler, die vor allem durch zusätzliche Informationsangebote und Datenbanken für die jeweilige Zielgruppe glänzen. Ob sich der jeweilige Mehrpreis bezahlt macht, musst du für dich prüfen. Im Fall der Steuersparerklärung ist die Freiberufler-Edition beispielsweise mehr als doppelt so teuer wie die Standardversion, bietet aber bei der reinen Abgabe der Erklärung lediglich zusätzlich die automatische Berechnung der Sondervorauszahlung, eine konsolidierte Umsatzsteuererklärung für mehrere Betriebe sowie ein eigenes Modul für Besitzer von Photovoltaik-Anlagen – Funktionen, die nicht jeder Freiberufler zwingend braucht.

Viele kleinere Projekte oder Sondereditionen, wie sie beim Discounter oder Kaffeeröster für wenige Euro verkauft werden, basieren übrigens auf einer dieser drei Lösungen / Engines. Dabei achten die Unternehmen peinlich darauf, dass nicht klar wird, welche Software dahinter steckt, da sie sich nicht ihr Kerngeschäft schädigen wollen. Diese Editionen – sie werden beispielsweise bei Aldi und Lidl rund um den Jahreswechsel für rund 5 Euro angeboten – eignen sich auch für die Steuererklärung, haben aber einige Einschränkungen gegenüber der vollwertigen Originalsoftware. So lassen sich oft die Daten nicht aus dem Vorjahr übernehmen und auch der Import im Folgejahr in das Original-Vollprodukt ist nicht möglich. Dabei ist gerade dies ein wichtiges Feature, das dir mehr Überblick über deine steuerliche Situation verschafft: Was habe ich im vergangenen Jahr wie hoch angesetzt, habe ich auch nichts anzusetzen vergessen, wie hat sich meine Steuerbelastung im Vergleich zum Vorjahr verändert?

Tipp: Frage auch bei deiner Bank, ob sie eines der Steuerprogramme günstig oder kostenlos für Kunden anbietet. Die Postbank hat beispielsweise eine Kooperarion mit der Akademischen Arbeitsgemeinschaft und bietet als Aktionsware den Steuer-Sparer für 2,99 Euro offline an. Und Steuerzahler, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen, also Studenten, Azubis und Berufseinsteiger sind, die maximal 28 Jahre alt sind und nicht mehr als 25.000 Euro Jahresverdienst haben, können auf die vollständig kostenlose Version der Steuer-Spar-Erklärung setzen, die unter Steuerhelden.de bereit steht.

Auf der nächsten Seite erfährst du, wie du mit Online-Services und Apps deine Steuererklärung erledigst – und welche der Dienste noch nicht so wirklich ausgereift sind.

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