Ratgeber

Steuererklärung: Mit diesen Apps und Cloud-Diensten gibt’s Geld vom Finanzamt zurück

Seite 4 / 4

(Foto: Shutterstock)

Taxfix: Steuererklärung am Smartphone, noch nicht für alle Fälle

Bei der App Taxfix soll es im Idealfall ausreichen, die vom Arbeitgeber erstellte Steuerbescheinigung abzufotografieren und per OCR-Texterkennung umsetzen zu lassen. Zur Beurteilung des Steuerfalls stellt die App einige Fragen nach weiteren anzurechnenden Punkten. Das dürfte in den meisten Fällen tatsächlich in unter einer halben Stunde erledigt sein, wie der Anbieter verspricht.

Denn der Nutzer erfährt bei der Abfrage der wichtigsten Rahmendaten, dass er nur als klassischer Angestellter, Minijobber, Azubis oder Student die App auch wirklich nutzen kann. Sowohl bei Freiberuflern oder Selbstständigen als auch bei Rentnern muss die App bisher nämlich passen und verweist lapidar darauf, dass man in Zukunft entsprechende Gruppen unterstützen wolle. Auch wer Mieteinnahmen erzielt, fällt bisher aus dem Raster. Immerhin: Erst nachdem die App die Steuerschuld oder -rückzahlung errechnet hat, wird der Kunde, so er dann noch eine Steuererklärung abgeben will, mit 34,99 Euro zur Kasse gebeten. Das ist verglichen mit der Konkurrenz nicht wenig. Vorteil für alle, die ermitteln, dass sie eine Nachzahlung oder eine Erstattung von weniger als 50 Euro erwartet: Die Abgabe der Steuererklärung ist in diesem Fall kostenlos seitens Taxfix.

Trotz der genannten Einschränkungen ist ein Projekt, das man sich sicher in den nächsten Jahren noch einmal ansehen kann – zum jetzigen Zeitpunkt aber ist die App vor allem für einfache Fälle geeignet. Und dass die sich innerhalb von wenigen Minuten erledigen lassen, ist nachvollziehbar.

Wundertax: Im Idealfall schnell erledigt

Als schnelles Cloud-Tool, das die Steuererklärung innerhalb weniger Minuten erledigt, will sich auch Wundertax positionieren. Das Berliner Startup hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Anwender die Steuererklärung erledigen sollten. Immerhin: Im Schnitt benötigten die über 800 Teilnehmer 27 Minuten, die drei schnellsten schafften es in unter sieben Minuten.

Die Bedienerführung wirkt aufgeräumt und führt den Nutzer mit einigen Fragen durch den Prozess der Datenerfassung. Schnell wird deutlich: Wer mehr als nur die Basics eintragen muss, wird mit einstelligen Minutenzahlen nicht hinkommen, das mit der halben Stunde kann aber klappen. Was man zugeben muss: Wundertax ist so niedrigschwellig und nutzerfreundlich, dass auch absolute Einsteiger damit klarkommen. Das erlebt man in vielen anderen Programmen anders. Positiv auch: Anders als beispielsweise das kostenlose Elster-Formular der Finanzämter füllt das Tool die geltenden Pauschalen, etwa bei Werbungskosten schon im Sinne des Nutzers aus, wenn der die entsprechenden Fragen korrekt beantwortet.

Anders als einige andere Anwärter kommt Wundertax bereits heute mit einigen Sonderfällen klar, beispielsweise bei nebenberuflichen selbstständigen Einkünften. Alles in allem sind die 34,90 Euro, die man pro Abgabejahr zahlen muss – möglich sind bis zu vier Jahre rückwirkende Steuererklärungen – gut angelegtes Geld, wenn man sich nicht zu tief in die Materie einarbeiten will. Jeder Lohnsteuerhilfeverein wäre teurer und auch nicht effizienter.

Taxbutler: Ohne Nacharbeit geht es nicht

Ebenfalls mit Text- und Belegerkennung arbeitet die App Taxbutler. Hier kannst du auf Basis einer Checkliste die wichtigsten Belege fotografieren und auswerten lassen. Die Steuer-App eignet sich sowohl für Angestellte als auch für Studenten und Rentner. Auch wenn hier in einigen Fällen etwas Nacharbeit nötig ist und bei unserem Test nicht alle Felder korrekt erkannt wurden, zeigt die App, wie Steuererklärung in einigen Jahren ablaufen kann, wenn wir dann immer noch mit Papierbelegen arbeiten. Taxbutler arbeitet mit Yourxpert zusammen, einem Steuerberatungsdienst, der für 1,99 Euro pro Minute telefonisch alle anfallenden Fragen zur Steuererklärung beantwortet.

Steuerbot: Grundfunktionen sollen dauerhaft kostenlos sein

Es gibt noch eine weitere App, die Steuerzahlern das Leben leichter machen soll. Steuerbot ist eine App für Android und iOS (auch als Web-App verfügbar), die wie ein virtueller Chat aufgebaut ist und sich an Nutzer wendet, die keinerlei Vorwissen in Steuerfragen mitbringen. „So einfach wie Whatsapp“, versprechen die Macher. Ähnlich wie bei ein Steuerberater fragt der Bot zunächst die wichtigsten Rahmendaten ab. Am rechten Rand sieht man in der Browseransicht die einzelnen Punkte und das aktuelle Ergebnis. Abdecken kann die App allerdings bisher nur einfache Fälle. Dinge wie Vermietung und Verpachtung, Rentenbezüge oder ausländische Lohnzahlungen sind auch hier noch nicht vorgesehen, ebenso bestimmte Spezialfälle, die Kapitaleinkünfte oder Vorsorgeaufwendungen betreffen.

Die App soll bei den Standardfunktionen übrigens dauerhaft kostenlos bleiben, versichert uns Jochen Schöllig, einer der drei Gründer. Lediglich Zusatzfunktionen wie den Ausdruck und Versand ans Finanzamt will das Startup aus Stuttgart kostenpflichtig anbieten. Ob das unterm Strich ein tragfähiges Erlösmodell ist und welche Funktionen dann tatsächlich nur für Geld zu haben sind, wird sich noch herausstellen. In den letzten zwölf Monaten hat das Unternehmen jedenfalls hieran nichts geändert. Skeptiker, die befürchten, man verdiene mit der Weitergabe der Daten Geld, beruhigen die Gründer allerdings: Man halte sich streng an die DSGVO und gebe keine Daten an Dritte weiter.

Steuerfuchs: Wirkt inzwischen ausgereift

Ebenfalls schon seit einigen Jahren auf dem Markt ist der Steuerfuchs. Mit 14,95 Euro für die Übermittlung zählt der Dienst zu den günstigeren Angeboten, kann aber nach einigen Angaben durch den Steuerpflichtigen für alle Dinge, die man landläufig gegenüber dem Finanzamt erklärt, eingesetzt werden. Lediglich Spezialitäten wie Grenzgängereinkünfte, Einkünfte nach dem Doppelbesteuerungsabkommen oder Erträge aus Beteiligungen und Einkünfte aus Betriebsveräußerungen kann der Dienst nicht verarbeiten. Auch hier wird über ein Interview ermittelt, welche Daten der Steuerfuchs benötigt und welche Punkte übersprungen werden können.

Ebenfalls dabei: ein Belegabruf auf Elster-Basis, der lediglich einen entsprechenden Elster-Zugang erfordert. Neben einem Ratgeber mit Optimierungsvorschlägen gibt es eine Optimierungsfunktion, die nach Angaben des Herstellers Tausende Varianten durchrechnet. Hat man sich dazu entschlossen, die Steuererklärung tatsächlich abzugeben, erfolgt die Bezahlung über ein Ticket-System, mit dem der Dienst konkret die Abgabe der Erklärung freischaltet.

Das könnte dich auch interessieren:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung