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Stockpicking: Die Zukunft hat immer Konjunktur

Was tun angesichts von Inflation und Zinswende? Sind Tech-Titel out? Gewiss nicht, der US-Technologieindex Nasdaq 100 beispielsweise bleibt weiter attraktiv, wobei eine Selektion einzelner Werte, also Stockpicking, in diesem Jahr ratsam ist, um die Qualitätsunternehmen in Nischen zu identifizieren.

Von Dr. Markus C. Zschaber
3 Min. Lesezeit
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(Bild: LookerStudio / shutterstock)

Die steigende Teuerung und die Angst vor höheren Zinsen haben den Markt in den vergangenen Wochen verunsichert. Zeitweise klang das Ganze wie ein Abgesang auf den Aktienmarkt. Doch so weit ist es längst nicht! Seit Ausbruch der Pandemie haben Technologie-Aktien in Form des Nasdaq-100 klassische Standardwerte abgehängt. Das spricht dafür, dass sich der Markt auf die Zukunft fokussiert und so akute Probleme, wie etwa die stotternden Lieferketten, vergleichsweise geringere Sorgen bereiten.

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Doch Vorsicht: Die Herausforderung in diesem Jahr ist, dass die sogenannten zukünftigen Entwicklungen der Tech-Werte und des Sektors zwar auf dem Zettel stehen und jedem bekannt sind, der Trend bei Zinserhöhungen, hervorgerufen durch die US-Notenbank, aber verstärkt in den sogenannten Value-Sektor, also in klassische Unternehmen mit regelmäßigen und planbaren Cashflows geht. Daher gilt eine Investition in die Nasdaq-Werte beispielsweise über einen ETF als Beimischung einer Anlagestrategie. Für risikoorientierte Anleger kann es Sinn machen, weiterhin einen Schwerpunkt auf Technologie-Aktien zu legen. Aber: Nun die gesamten Ersparnisse zu investieren, ist sicherlich nicht ratsam. Um die Risken zu reduzieren, wäre etwa ein monatlicher Sparplan denkbar.

Das Metaverse nicht vorschnell als Schnickschnack abtun

Weiterhin eignet sich als sogenannte Beimischung auch ein passives Investment – zumindest für alle Anleger, die langfristig denken und die auch einige Klassiker, wie etwa Coca-Cola, McDonald’s, BASF oder auch Sartorius im Portfolio haben. Wer allerdings 2022 das Beste aus dem Tech-Markt herausholen will, sollte gerade in diesem Jahr auch Stockpicking betreiben. Auch wenn der Großteil der Unternehmen im Nasdaq 100 wenig spezifisch der Tech-Branche zuzuordnen ist, gibt es doch auch Nischen. Die Verkündung des Metaverse durch den ehemaligen Facebook-Konzern Meta könnte eine Zäsur sein. Schon heute wandern viele Aktivitäten des täglichen Lebens in virtuelle Räume. Dazu gehört auch, dass Mode, Schmuck, Accessoires bis hin zu Kunst digital zweitverwertet werden. NFT (Non-Fungible-Token) gelten schon heute als die Sammlerstücke des 21. Jahrhunderts. Damit einher gehen oftmals auch Aktionen im wahren Leben. Wer sich den schicken Sneaker oder die teure Uhr als NFT gekauft hat, bekommt Zugang zu bestimmten Sondereditionen. Für die Reichen in Hollywood sind NFT schon heute der letzte Schrei. Wenn Facebook mit dem Metaverse ernst macht, könnte der Parallelwelt eine Entwicklung bevorstehen, wie sie Web 1.0 und Web 2.0 schon vor vielen Jahren genommen haben. Unternehmen der ersten Stunde könnten daran gut verdienen.

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Selbst spekulative Titel passen in konservative Depots

Dass der Index Nasdaq 100 nicht nur aus Alphabet, Apple und Microsoft besteht, zeigt auch der Anteil an Unternehmen aus dem Medizinsektor. Die Pandemie hat gezeigt, dass sich der Wagemut innovativer Forscher auszahlen kann. Immer mehr junge Biotech-Unternehmen drängen mit ihren Plänen an den Risikokapitalmarkt. Zwar bleiben auf der langen Reise hin zur Zulassung viele einst hochgejubelten Biotech-Unternehmen auf der Strecke, doch zeigen Verzehnfachungen binnen weniger Monate, wie groß die Chancen sind.

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Um derartige Titel aber sinnvoll in einem Portfolio allokieren zu können, kommt es einerseits auf eine gründliche Due-Diligence an. Professionelle Investoren sind in der Regel gut genug vernetzt, um Fachleute rund um Pharmazie und Medizin um eine erste Einschätzung bitten zu können. Nach einem ersten Screening sollte das Investitionskapital dann so allokiert werden, dass das Risiko in klassischen Hopp-oder-Top-Branchen entsprechend gestreut wird. Wer zudem beim Einstieg Geduld aufbringt, muss selbst vor kleinen Biotech-Gesellschaften keine Scheu haben.

Überhaupt lohnt es sich, bei Tech-Aktien genauer hinzusehen und einen Fokus auf diejenigen Branchen zu legen, die in der Vergangenheit nicht so gut gelaufen sind. Beispiele könnten etwa Titel aus den Bereichen Industrie oder auch aus der Finanzwirtschaft sein. Diese Branchen gelten zwar als nicht so dynamisch und auch stärker reguliert, doch bieten sie langfristig großes Potenzial, sofern sich technologische Errungenschaften erst einmal durchsetzen. Dass die Digitalisierung am Ende eher mehr als weniger Lebensbereiche erfassen wird, dürfte schon heute klar sein. Auch aufgrund dieser Binsenweisheit lohnt sich der Blick in die zweite Reihe.

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Gelassenheit als Gebot der Stunde

Tech-Aktien waren schon immer volatiler. Wenn auf steigende Kurse Gewinnmitnahmen folgen, sollten sich Privatanleger nicht verunsichern lassen. Wer langfristig denkt, sitzt Schwankungen aus oder investiert ohnehin mittels eines Sparplans. Wer kurzfristig den Markt schlagen will, kann bei den genannten Trends auf die Suche nach vielversprechenden Titeln gehen. So viel ist klar: Für die Zukunft gibt es an der Börse immer einen Markt.

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