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Krypto-Hype: Was sind eigentlich NFT?

Ausschnitt aus Everydays: The First 5,000 Days (2021) von Beeple (Quelle: Christie's)

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Fynn Kliemann tut es; Jack Dorsey tut es auch: Auktionen mit Non-fungible Tokens (NFT) sind derzeit ein ganz heißes Thema. Wir erklären euch, was NFT sind und wofür sie genutzt werden können.

Bevor wir uns mit NFT befassen, sollten wir kurz rekapitulieren, was eine Blockchain ist, damit klar werden kann, wie sich non-fungible Token dort einfügen. Das bekannteste Blockchain-Projekt ist sicherlich Bitcoin. Die Bitcoin-Blockchain ist allerdings auf die Nutzung als Kryptowährungs-Plattform beschränkt. Das ist nicht bei allen Blockchains so.

So funktioniert die Datenspeicherung in der Blockchain

Generell ist eine Blockchain eine Art Datenbank, die sich aus Blöcken zusammensetzt, die wie Perlen auf einer Kette aneinandergereiht sind. Dabei enthält jeder Block zum einen die eigentlichen Daten, die darin gespeichert werden wollen, und zum anderen einen eindeutigen Hash-Wert, der sicherstellt, dass der Dateninhalt unverändert ist.

Neben dem eigenen Hash-Wert kennt jeder Block auf der Chain den Hash-Wert des Vorgänger-Blocks. Auf diese Weise authentifiziert sich die Blockchain in einer Art Kettenreaktion selbst. Würde irgendwo in der Chain ein Hash verändert, risse die Kette ab.

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Auf diese Weise sind die Daten in der Blockchain sicherer vor Manipulationen als in gewöhnlichen Datenbanken. Diesen Aspekt machen sich die sogenannten NFT zunutze.

Das sind Non-fungible Token

Im Zusammenhang mit der Blockchain ist der Begriff Token am ehesten mit der Nutzung als Vermögenswert verknüpft. Ein Token kann aber auch einen Vermögensgegenstand oder ein Wirtschaftsgut repräsentieren oder eine digitale Entsprechung eines realen Guts sein.

Bezogen auf eine Kryptowährung sind alle Token fungibel, also austauschbar. Das bedeutet, jeder Token repräsentiert einen gleichen Vermögenswert. Es ist egal, welchen konkreten Token ihr habt. Er ist das gleiche wert wie der Token eines beliebigen anderen Inhabers. So funktioniert auch unser Geld. Welchen konkreten Zehn-Euro-Schein ihr verwendet, ist egal. Ihr könnt auch zwei Fünf-Euro-Scheine oder fünf Zwei-Euro-Münzen oder eine beliebige Kombination verwenden. Die Mittel, in diesem falle Zahlungsmittel, sind austauschbar.

Bei den NFT ist genau das nicht der Fall. Non-fungible, also nicht austauschbare Token repräsentieren ein ganz konkretes Asset und sind damit einzigartig. Lediglich die Technik der Speicherung auf der Blockchain haben sie mit den Währungs-Token gemein.

NFT eignen sich damit ideal für Assets, von denen es nur eines oder wenige gibt. Das sind derzeit etwa digitale Sammelkarten, Spielecharaktere, virtuelle Landstriche in virtuellen Welten oder die sogenannte Krypto-Kunst. Es könnten aber auch Personalausweise, Impfpässe oder andere wichtige Dokumente über die Blockchain gespeichert und gesichert werden.

Open Sea: Der nach eigenen Angaben größte NFT-Marktplatz der Welt. (Screenshot: t3n / Open Sea)

Crypto-Collectibles und NFT-Kunst als dominante Anwendungsfälle – derzeit

Die derzeit wichtigsten oder zumindest verbreitetsten Anwendungsfälle von NFT sind die Krypto-Kunst und digitale Sammlerobjekte. Beginnen wir mit den Sammlerobjekten.

Wer schon mal Magic The Gathering oder Yu-Gi-Oh oder Pokémon mit echten Karten gespielt hat, weiß, dass der Erfolg darin besteht, die richtigen Karten zu besitzen. Hinzukommt ein Sammleraspekt, also der Wunsch, besonders seltene oder beliebte Karten besitzen zu wollen. So hat sich ein Markt entwickelt, auf dem einzelne Karten für Tausende von Euro verkauft werden.

Mit NFT lässt sich dieses Modell auf die Blockchain übertragen. Ein Kartenhersteller würde 20 Exemplare einer bestimmten Sammelkarte als digitales Asset erstellen und in der Blockchain speichern. Nun könnten 20 potenzielle Käufer dieses Asset kaufen und ihr Eigentum später auch nachweisen.

Wer glaubt, dass das theoretisch sei, schaue sich einmal bei Open Sea um – einem der größten der inzwischen recht zahlreichen Marktplätze für NFT. Auf Open Sea finden sich nicht nur Collectibles der unterschiedlichsten Art, sondern ebenso Digitalkunstobjekte oder Assets, die in virtuellen Welten wie Decentraland verwendet werden können.

Vor wenigen Tagen meldete BTC Echo den Verkauf eines virtuellen Landstrichs im Sammelmonster-Spiel Axie Infinity für 1,5 Millionen US-Dollar, respektive rund 890 Ether, der Kryptowährung auf der Ethereum-Plattform. Diese Transaktion löste den bisherigen Rekordhalter, das Cryptokitty Dragon für das wohl berühmteste Blockchain-Spiel Cryptokitties, ab. Das Kätzchen, das eher aussieht wie ein Hamster mit Saurierschwanz, wechselte für 600 Ether den Eigentümer.

600 Ether hat dieses Kätzchen gebracht. (Quelle: Open Sea)

Auch immer mehr Künstler setzen auf NFT als Möglichkeit, digitale Werke mit Einzigartigkeitsgarantie zu veräußern. So hatte die kanadische Sängerin Grimes innerhalb von 20 Minuten rund sechs Millionen Dollar Umsatz mit einem NFT-Verkauf auf der Plattform Nifty Gateway gemacht. Derzeit versteigert der deutsche Künstler Fynn Kliemann 100 eigens hergestellte Jingles als NFT. In einer  auf 14 Tage angelegten Auktion verkauft die Band Kings of Leon ihr neues Album „When You See Yourself“ auf Open Sea.

Auch Twitter-CEO Jack Dorsey will am NFT-Hype teilhaben. Wenige Tage vor dem 15. Geburtstag der Microblogging-Plattform versteigert Dorsey über die Website Valuables eine digitale Kopie des ersten Tweets. Das aktuelle Höchstgebot liegt bei 2,5 Millionen Dollar.

Christie’s springt auf NFT-Zug

Das NFT inzwischen im Mainstream angekommen sind, belegt besonders anschaulich eine Versteigerung, die das altehrwürdige britische Auktionshaus Christie’s seit dem 25. Februar bis zum 11. März 2021 durchführt.

In Kooperation mit Makersplace, einem Marktplatz für digitale Kunst, versteigert Christie’s ein NFT-Kunstwerk des Digitalkünstlers Beeple (Mike Winkelmann). Zum Erwerb steht das Werk  „Everydays: The First 5,000 Days“. Beeple hat mit seinen Kunstwerken über NFT-Auktionen bereits mehr als 3,5 Millionen Dollar erzielt.

Nach Einschätzung der Auktionsexperten von Christie’s ist NFT-Kunst kein kurzlebiger Trend, sondern bildet eine grundlegende Verschiebung vom Realen zum Digitalen ab. Klar, dass das Auktionshaus darin massive Chancen sieht.

Derzeit spielt die offene Ethereum-Blockchain die maßgebliche Rolle in der NFT-Szene, weshalb die Verkäufe in der Regel auch über Ether abgewickelt werden. So schnell dürfte sich daran nichts ändern.

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4 Kommentare
Ringo Star
Ringo Star

Glaube auch, das wird DER Mega Trend der nächsten Dekade!
Opensea ist zwar als Plattform recht groß, hat aber den Nachteil, dass die Gebühren (gas fees) unglaublich hoch sind, wie bei allem was auf der Ethereum Blockchain läuft.
Es gibt andere Plattformen wie atomichub.io, bei denen man mit waxp bezahlt. Das hat z.B. Deadmau5 (auch Atari) besser gemacht als Kings of Leon. Billiger und zudem speziell für NFTs gedacht, während Ethereum (mit der Währung ETH) auch den ganzen neuen dezentralen Finanzbereich abdeckt und vieles andere.
Also: WAX (WAXP) is the way to go!

Antworten
Hans Werscht
Hans Werscht

Ist digitale Scheiße immer noch Scheiße oder schon NFT-Kunst? Die erste menschliche Scheiße auf der Blockchain. Schau mal hier:
https://mintable.app/art/item/NFT-is-a-piece-of-shit–You-are-right-and-you-are-not-Let-me-explain/dmTmIMF1tmO_llX

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kaufen
kaufen

Wie könnt Ihr über NFTs schreiben ohne das Thema Klimawandel zu erwähnen?
Das beendet den Hype ganz schnell wieder.

Antworten
cw
cw

macht es wahrwscheinlich nicht dazu ist es zu sicher zu transparent zu fälschungssicher usw. banken machen zu, geld wird einfach nachgedruckt, das geht hier schlecht, daher bleibt es attraktiv für viele. wenn man außerdem wirklichen klimawandel will dann muss man in techniken investieren die schon da sind, aber das will keiner da die wirtschaft dann nichts mehr verdient das ist wie gesagt nicht erwünscht. sonst wäre es einfach auszusteigen beispiele gibt es genug aber will ich jetzt nicht ausführen.

übrigens kosten banken, gelddruckerrein die sicherheit dafür die herstellung die mitarbeiter, die wege der mitarbeiter usw, nicht weniger geld als das berechnen von hashwerten, aber das will keiner wahr haben. und es wird nicht vorbei sein, solange wie es irgendeine form von netzwerk gibt, internet ist ja nicht das einzige, gibt es auch digitale währung, zumal man diese noch selbst verwaltet und man von niemandem dritten außer einer verbindung abhängig ist. es wird eher die zukunft und nicht schnell vorbei sein.

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