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Interview

Zurück ins Büro vs. Homeoffice – ein Streitgespräch

Zeigt uns die Coronakrise die Chancen des Homeoffice oder eher, dass es doch keinen besseren Platz zum Arbeiten gibt als das Büro? Zwei t3n-Redakteure vertreten unterschiedliche Meinungen.

10 Min.
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Ein Streitgespräch: Zurück ins Büro – trotz Corona? (Foto: Shutterstock)

Erst die Kontaktverbote, jetzt wird das gesellschaftliche Leben wieder hochgefahren. Vielerorts dürfen Mitarbeitende wieder in die Büros zurück. Auch bei t3n darf unter Umständen wieder im Office gearbeitet werden. Für die einen Kolleginnen und Kollegen ist das eine Befreiung, die anderen betrachten das skeptisch: Kathrin Stoll freut sich darauf, ihre alte Struktur wiederzubekommen. Andreas Weck bleibt daheim und fragt sich, wozu man das Risiko eingehen soll – Remote Work klappt doch wunderbar. Die beiden t3n-Redakteure haben sich zu einem Streitgespräch verabredet und online diskutiert. Heraus kam ein Gespräch, in dem sich viele Leserinnen und Leser an der ein oder anderen Stelle wiederfinden werden. Wie stehst du zu der Debatte: zurück ins Büro – trotz Corona? Diskutiere mit uns in den Kommentaren.

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Andreas Weck: Kathrin, die Chefs haben gestern angekündigt, dass wir unter Umständen wieder ins Büro kommen können – unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln und wenn daheim produktivitätstechnisch gesehen gar nichts mehr geht. Wirst du wieder ins Office gehen?

Kathrin Stoll: Ja, voraussichtlich einmal die Woche, immer mittwochs. Ich hoffe, das gibt mir ein bisschen fehlende Struktur zurück. Letzte Woche wusste ich bis Dienstag nicht, dass der Donnerstag ein Feiertag ist, weil ich einfach komplett das Zeitgefühl verloren habe.

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Andreas: Damit erhöhst du das Risiko, dich und andere mit Covid-19 anzustecken. Wie wägst du das ab?

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Kathrin: Ich nehme mich sonst sehr zurück. Das heißt, ich treffe meine Freunde nach wie vor nur einzeln und draußen, ich meide Öffis und Orte, an denen viele Menschen sind. Ins Büro kann ich zu Fuß gehen. Wenn ich mich nicht wohl fühlen sollte, würde ich natürlich nicht hingehen, und ansonsten haben wir dort ja – wie du schon sagst – auch strenge Abstands- und Hygieneregeln.

Andreas: Du wirst dich aber vermutlich erst dann unwohl fühlen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Manche spüren auch gar keine Symptome.

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Kathrin: Stimmt. Aber bleibst du deshalb komplett zu Hause? Lässt du dir deine Lebensmittel liefern? Siehst du Freunde ausschließlich über Zoom? Und hast du ein Laufband im Wohnzimmer? Das wäre die konsequente Art und Weise, das zu handhaben. Das macht aber keiner. Und bei aller Rücksichtnahme und Vorsicht muss man auch aufpassen, dass man ansonsten gesund bleibt.

Andreas: Inwiefern macht das Büro gesund?

Kathrin: Vor allem fehlt mir der Austausch mit dem Team. Ich freu mich schon, wenigstens vereinzelt Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen. Für dich war der Wechsel ins Homeoffice wahrscheinlich eh nicht so anstrengend, weil du das ja vorher schon hattest: Aber was genau, außer dem wegfallenden Weg von Berlin nach Hannover, findest du daran so erstrebenswert?

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Andreas: Alles. Ich mag es beispielsweise, in der Mittagspause zu joggen, dann entspannt zu duschen und weiterzuarbeiten. Ich mag die Ruhe, wenn ich mich in eine Aufgabe einarbeite. Ich kann während kleinerer Pausen auch einfach mal den Staubsauger in die Hand nehmen und durchsaugen, anstatt mich im Büro mit Unwichtigkeiten abzulenken. Es ist einfach der viel effizientere und effektivere Weg, zu arbeiten und zu leben.

Kathrin Stoll ist Entwicklungsredakteurin bei t3n. (Foto: Sandra Skupin)

Kathrin: Und genau das stört mich daran. Immer das Gefühl zu haben: Oh, hier ist Staub, die Pflanze braucht Wasser, die Wäsche könnte ich noch abnehmen. Da spiele ich lieber eine Runde Tischtennis im Büro, wenn ich eine kleine Pause brauche. Überhaupt ist Hausarbeit für mich keine Pause.

Andreas: Okay, zugegeben: Tischtennis mit den Kollegen ist spannender als Hausarbeit. Aber bei mir gilt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ich bin lieber schnell mit allem durch und hab den Feierabend dann für mich. Boah, wie ich es damals gehasst habe, abends noch alle Erledigungen machen zu müssen oder erschöpft vom Tag nochmal die Laufschuhe anzuziehen, weil ich zu wenig Bewegung hatte im Büro.

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Kathrin: Kann ich verstehen. Aber diese kurzen Pausen mache ich ja auch und vor allem, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Die würde ich eh brauchen. Da mach ich dann lieber was, das Spaß macht, als den ungeliebten Abwasch und dann überhaupt nicht entspannt wieder an den Schreibtisch zurückzugehen. Ich brauche aber auch die räumliche Trennung. Im Büro kann ich mich voll auf meine To-dos konzentrieren und Sachen, die zu Hause so anfallen, kommen mir nicht einmal ansatzweise in den Sinn. Im Homeoffice ist das anders, da ist ungewaschenes Geschirr oder die Pflanze, die ich umtopfen muss, die ganze Zeit präsent.

Andreas: Das ist ja eines der Hauptargumente vieler Berufstätiger, die mit dem Homeoffice nicht klarkommen. Dass sie sich von ungeliebter Hausarbeit ablenken lassen. Aber sein wir doch mal ehrlich: als ob im Büro nicht auch online neue Pflanzenkübel recherchiert, geshoppt und bezahlt werden.

Kathrin: Das hab ich tatsächlich noch nie gemacht. Ich schwöre!

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Andreas: (lacht laut)

Kathrin: Aber noch mal zu „erst die Arbeit dann das Vergnügen“. Ich frage mich momentan auch, welches Vergnügen? Das ist es ja gerade, was die ganze Situation so schwierig macht: Viele Sachen, auf die ich mich während der Freizeit gefreut habe, sind jetzt einfach weg. Der Ausgleich ist kaum noch im selben Maße vorhanden wie vorher. Und dann nicht mal die räumliche Trennung von Arbeit und Vergnügen zu haben, ist echt richtig doof. Ich arbeite zu Hause und danach bin ich auch zu Hause, weil ich nichts vorhabe, weil man einfach nichts machen kann. Nicht einmal auf Festivals in diesem Sommer kann ich mich freuen.

Andreas: Ja, die persönlichen Einschnitte sind schon gewaltig. Wir wollten auch Wandern gehen in den Alpen. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, in einem Bettenlager mit 20 anderen Personen zu schlafen. Vergnügen bereiten mir gerade vor allem Strandspaziergänge. Wir sind seit ein paar Wochen in meinem Heimatort in Mecklenburg-Vorpommern. Im Kreise der Kernfamilie. Meinem Vater geht es gesundheitlich nicht gut. Mein Großvater liegt ebenfalls im Krankenhaus. Gott sei Dank geht das, vor allem eben auch durch Homeoffice.

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Kathrin: Ja, bei mir ist leider kein Strand. Und auch sonst, ein Spaziergang ist ja mal ganz nice, aber das eingeschränkte Sozialleben kann der nicht ausgleichen.

Andreas: Wie blickst du auf politische Forderungen, dass es ein Recht auf Homeoffice geben soll? Siehst du da ein Mehrwert oder ist das für dich eher Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Kathrin: Auf jeden Fall sehe ich den Mehrwert darin, so können auch andere Berufstätige, die pendeln, etwas Druck rausnehmen. Oder, wie du jetzt, mehr für die Familie da sein. Und die Pandemie hat auch sehr deutlich gezeigt, dass es in super vielen Berufen auch möglich ist, bei denen vorher behauptet wurde: Nee, können wir nicht. Im Falle, dass es nur eine Verhandlungssache bleibt: Gar nicht oder schlussendlich nur theoretisch die Möglichkeit zur Heimarbeit zu haben, würde ich als dickes Minus für einen potenziellen Arbeitgeber verbuchen.

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Andreas: Würdest du dafür auch weniger Gehalt hinnehmen?

Kathrin: Das kommt sehr auf die Umstände an. Wenn ich dafür an einem Standort wohnen bleiben könnte, der mir besser gefällt als der des Arbeitsplatzes, würde ich vielleicht auch ein niedrigeres Gehalt in Kauf nehmen. Grundsätzlich finde ich es aber unfair, das eine gegen das andere auszuspielen. Es ist auch einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Arbeitswelt ist inzwischen flexibler geworden.

Andreas: Da sind wir uns einig. Ich denke auch, man muss natürlich den Beruf für sich genommen betrachten. Bei einer Programmiererin geht das, bei einem Kassierer halt nicht. Aber wenn es bei der ersten Person geht und es keine produktiven Nachteile gibt, sondern die Person eher noch beflügelt, weil beispielsweise der Mental Load geringer wird, dann ist das doch super. Dann würde ich das als Arbeitgeber doch forcieren, um einen zufriedeneren Kollegen zu haben. Warum der dafür bezahlen sollte durch Lohnverzicht, verstehe ich auch nicht.

Kathrin: Wenn wir schon dabei sind: Für mich hat das Homeoffice übrigens sogar finanzielle Nachteile – wenn auch geringe. Ich kann nicht mehr im Büro essen, keinen Kaffee und keine Limo for free trinken. Diese ganzen Benefits, die unser hipper kleiner Verlag mitbringt, habe ich jetzt daheim nicht mehr. Ich frag mich auch: Was ist, wenn das Internet bei mir zu Hause ausfällt? Das ist ja nichts, was mir der Arbeitgeber stellt. Muss ich die Zeit, die ich aufbringe, um das wieder zum Laufen zu bringen, eigentlich nacharbeiten? Ist das Arbeitszeit?

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Andreas: Das ist natürlich Arbeitszeit. Das wäre im Büro nicht viel anders, da sagt ja auch niemand, dass du die Nacht durcharbeiten musst, weil tagsüber das Netz ausfällt. Spannend ist aber der Punkt mit den Kosten. Wenn du es schlau anstellst, kannst du nämlich viel wieder reinholen. Wenn du beispielsweise ein Arbeitszimmer hast, dann direkt rein in die Steuererklärung. Gibt Mietkosten zurück. Strom und Internet könntest du meines Wissens auch über den Arbeitgeber abwickeln, wenn du quasi ins Homeoffice geschickt wirst, wie es ja während der Corona der Fall gewesen ist, bei vielen Beschäftigten. Zumindest werden die Nebenkosten bezuschusst. Wer ein wenig googelt, wird da recht schnell fündig. 

Kathrin: (fängt an zu googeln)

Andreas: Hast du die Reaktion unserer Geschäftsführer, uns aufgrund des Infektionsrisikos ins Homeoffice zu schicken, damals eigentlich gefeiert? Oder fandest du sie übertrieben und unnötig?

Kathrin: Nee, die fand ich gut und richtig und grundsätzlich ist das während der Coronakrise auch sinnvoll. Das ändert aber nichts daran, dass ich diese Form des Arbeitens generell weniger mag. Wenn es sich vermeiden lässt, ja, dann ist das nichts für mich. Mir fehlen da die Struktur, das Team und der Abstand. Gerade letzteres ist in unserem Beruf ja eh schwierig, also sich komplett rauszuziehen. Mein Twitter-Feed ist voll mit Sachen, die ich rund um die Uhr ins Themenregister eintragen oder die ich zumindest lesen könnte, um zu wissen, was es so Neues gibt. Das macht ja auch super viel Spaß, aber aufpassen muss man schon etwas mit der Work-Life-Balance. Wie machst du das eigentlich? Also wie sorgst du dafür, dass die Arbeit nicht immer und immer wieder in den Feierabend überschwappt?

Andreas Weck ist Karriere-Redakteur bei t3n. (Foto: Ole Witt)

Andreas: Ehrlich gesagt sorge ich gar nicht dafür. Wenn mich was packt, dann leg ich meist auch sofort los damit – sofern ich nicht gerade anderweitig eingespannt bin. Vergangenen Samstag hat es geregnet, wir saßen auf der Couch und konnten nichts machen. Da hab ich einen Artikel beendet, den ich am Freitag nicht geschafft habe. Dafür geh ich dann eben an einem anderen Tag etwas früher oder komme später. Das ist ja das Schöne an dieser neuen flexiblen Arbeitswelt, in der wir uns befinden. Ort und Zeit spielen kaum eine Rolle. Nicht die Anwesenheit, sondern das Ergebnis zählt. Aber umso mehr wir darüber gerade sprechen, desto klarer wird mir, dass das wohl wirklich eine Typsache ist: so wie man Bier- oder Weinliebhaber ist.

Kathrin: Apropos, Bier oder Wein?

Andreas: Wein. Und du?

Kathrin: Bier.

Andreas: Siehst du, da haben wir es wieder.

Kathrin: Ist schon Zeit zum Anstoßen?

Andreas: Immer.

Kathrin: Irgendwie auch merkwürdig, virtuell anzustoßen.

Andreas: Was mir immer wieder auffällt, ist, dass virtuelle Meetings doch ganz gut laufen. Es gibt zwar immer mal einen, der anderen ins Wort fällt und nicht ausreden lässt, aber an sich läuft es ganz okay. Ich bräuchte ehrlich gesagt gar keine Meetings mehr vor Ort. Wie läuft das für dich?

Kathrin: Ich find es hart nervig. Ich finde, so ein Zoom-Meeting verstärkt oft den Effekt noch, dass immer die gleichen drei Leute sprechen. Das sind meistens auch die, die am mitteilungsbedürftigsten sind und die meistens auch das ganze Meeting über nicht gemutet sind. Dadurch geraten Leute, die auch sonst eher zurückhaltend sind, noch mehr in den Hintergrund. Und ganz ehrlich, bis ich mich entschieden habe, etwas zu sagen und mich entmute, um meinen Senf abzugeben, sind die Vielsprecher meistens schon beim nächsten Thema. Außerdem ist es anstrengend. Bei einer Face-to-Face-Konversation in der Gruppe schaut man doch auch nicht 15 Leute gleichzeitig an und hält dabei noch einen Spiegel in der Hand.

Andreas: Du kannst den Bildschirm auch so einstellen, dass du nur die Person siehst, die spricht.

Kathrin: Ja, das weiß ich auch. Aber das macht es nicht besser. Dann sehe ich nicht, wie die anderen reagieren beziehungsweise ob da vielleicht jemand gerade was sagen will, und rede noch viel mehr ins Blaue hinein.

Andreas: Das ist aber etwas, das sich leicht regeln lässt durch einen Verhaltensknigge. Ich glaube vieles, das an Videokonferenzen nervt, kann man regeln: 1. Lass die Leute aussprechen. 2. Bleib beim Thema. 3. Frage auch gezielt nach Meinungen anderer Team-Mitglieder. Aber ja, es ist natürlich das eine, solche Regeln aufzustellen. Man muss sie dann auch befolgen.

Mehr zum Thema: „Die 7 schlimmsten Typen in Videokonferenzen – gehörst du dazu?“

Kathrin: Und genau das ist virtuell nicht so einfach. Ich bin auch schon öfter Leuten ins Wort gefallen, weil einfach nicht klar ist, wer sonst noch ansetzt, was zu sagen. Findest du das denn angenehm?

Andreas: Kommt sehr auf die Meeting-Größe an, ehrlich gesagt. Wenn wir morgens unsere Themenkonferenz halten, finde ich die Dynamik ganz gut. Wie viele Leute sind wir da? Grob zehn Personen, denke ich. Je nachdem. Bei den größeren Team-Meetings denk ich mir oft: Mh, in der Zeit hätte ich auch was anderes machen können. Oft hab ich da das Gefühl: Je mehr Leute drin sind, desto weniger wird miteinander gesprochen. Als würden sich diese 15 bis 20 Personen dann nicht trauen. Irgendwie entsteht da schnell eine kommunikative Barriere. Aber unser Meeting hier fand ich richtig cool. Sollten wir öfter machen.

Kathrin: Aber nicht am Montag, da ist frei.

Andreas: (grinst) Genieß das lange Wochenende!

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Weiterbildung: Die Udacity-App ist eine kostenlose Online-Akademie für iOS und Android. Zusammen mit Partnern wie Google und Salesforce werden Kurse entwickelt, die klassische Bildung mit technischen Berufsfähigkeiten verbinden sollen. (Grafik: t3n / dunnnk)

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Kommentare (3)

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Johnny

Man sollte den Menschen einfach die Möglichkeit geben. Ich kenne viele, die effizienter, besser und schlichtweg motivierter sind, wenn sie sich die Arbeit frei einteilen dürfen. Das geht dann soweit, dass im Sommer mal die Sonne genossen und Abend dann bis Nachts gearbeitet wird. Ist für alle okay und die Arbeit verbessert sich in der Regel, weil eben nicht auf Zwang gearbeitet werden MUSS, sondern nach eigenem Wille. Dementsprechend hoch ist der Output und die Motivation.

Klar kommen einige damit nicht klar. Gilt ja für alles. Ohne Struktur sind manche komplett verloren. Stellt sich die Frage, ob diejenigen nicht grundsätzlich ein Problem haben, wenn sie immer Linien und Strukturen brauchen. Ohne das polemisch zu meinen, aber wenn du immer Führung und Struktur brauchst, stimmt doch einfach was nicht.

Was ich einfach schrecklich finde ist, wenn es einseitig ist. Oder jetzt alle rumheulen, sie wollen ins Büro. Deutschland geht es eh zu gut, wie Corona gerade zeigt, da es ja nicht ernstngeommen wird. Stattdessen Demos und Erzieher müssen auch wieder ran, damit bloß alle wieder in ihre Jobs können.

Kurz gesagt: Der eine mag es, der andere nicht. Es sollte die Möglichkeit geben, nicht den Zwang. Schlimm finde ich nur, wenn Arbeitgeber oder Chefs das nicht anbieten, weil sie selbst nicht klar damit kommen. Die Gamestar hatte neulich mal einen talk im Video, wo beide Chef-Redaktuere das nicht mochten. Da will man dann auch nicht arbeiten, wenn die Chefs in ihren Vierzigern meinen, jeder müsste noch im Büro antanzen. Finde ich einfach nicht zeitgemäß.

Und man ahnt es… ich bin derjenige, der auch besser frei arbeitet und dann auch bereitwillig mehr liefert, einfach weil es besser klappt.

Bodo

Was bei der Diskussion immer vergessen wird: Nicht jeder hat die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten (Ich muss jetzt keine repräsentativen Berufsgruppen aufzählen, oder?)… selbst wenn man wollte. In diesem Sinne ist das eher eine „Luxusdiskussion“ denn ein „Streitgespräch“.

@Andreas Weck: Freue Dich darüber, dass es so gut für Dich läuft und Du Dir Deine Arbeitszeiten im Prinzip aussuchen kannst. Ein bisschen Demut könnte Dir trotzdem nicht schaden. Muss auch nicht so bleiben übrigens… das Leben hält für jeden Überraschungen parat – nicht erst seit Covid-19.

Grüße aus Frankfurt
Bodo M.

Mike Weller

Verstehe nicht warum Büromenschen in einem Büro arbeiten. Man kann doch alles von Zuhause, aus mindestens gleichgut erledigen. Egal ob im Van, Tiny house, im Starbucks, oder 12 Zimmer Wohnung, ihr könnt doch überall dieselbe performance abliefern und müsst nie in ein Büro sitzen? Verstehe sowas nicht sorry. Geniesst es doch und überlasst uns die Schmutzarbeit vor Ort. (MW, Pistenbullyfahrer, Lokführer, Kapitän, Bassist).

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