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Digitale Transformation: Nur agile Unternehmen sind innovationsfähig

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Agilitätsindex untersucht Anpassungsfähigkeit

Bitkom-Research hat im Auftrag von Autodesk daher den sogenannten Agilitätsindex entwickelt, der die Anpassungsfähigkeit der deutschen Industrie beschreiben soll. In diese Kennzahl, heißt es, seien 13 Indikatoren aus den Kategorien Bedeutung/Strategie, Struktur, Prozesse, Führung und Unternehmenskultur eingeflossen.

„Vorgehensweise bei der Berechnung des Agilitätsindex” (Grafik: Autodesk/Bitkom-Research)

„Vorgehensweise bei der Berechnung des Agilitätsindex” (Grafik: Autodesk/Bitkom-Research)

Ergebnis: Mit 66 von maximal 100 Punkten erzielt die deutsche Industrie einen mittleren Indexwert. So geben 54 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihre Ablauforganisation für die Konstruktion und das Design von Produkten stark auf ihre Kunden ausgerichtet ist, was „ein wichtiges Merkmal agiler Strukturen” sei, wie die Studienautoren schreiben.

Ganze 52 Prozent setzen dabei auf crossfunktionale Teams, um „frühzeitig unterschiedliche Kompetenzen einzubinden”. Darüber hinaus arbeiten bereits 43 Prozent der Unternehmen überwiegend mit sogenannten inkrementellen Methoden wie Scrum oder Kanban. Dagegen entwickelt rund ein Viertel, nämlich 26 Prozent, noch hauptsächlich nach dem gängigen Wasserfallmodell, ein weiteres Viertel nutzt beide Methoden gleich stark.

„Vorgehensweise bei der Berechnung des Agilitätsindex” (Grafik: Autodesk/Bitkom-Research)

„Vorgehensweise bei der Berechnung des Agilitätsindex” (Grafik: Autodesk/Bitkom-Research)

23 Prozent „Nachzügler”

Eine Clusteranalyse der Studienergebnisse habe ergeben, dass 42 Prozent der Befragten als „Vorreiter“ auf dem Weg zum agilen Unternehmen gelten können und 23 Prozent als „Nachzügler“, heißt es in der Studie. Ein Vergleich zeige, dass die Agilitätsvorreiter innovationsfähiger sind, digitale Technologie intensiver nutzen und größeren Wert auf die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter legen.

Die im produzierenden Gewerbe wichtigen Industrie-4.0-Anwendungen nutzen beispielsweise 45 Prozent der Agilitätsvorreiter, aber nur 31 Prozent der Nachzügler. 32 Prozent der Vorreiter setzen 3D-Druck-Verfahren regelmäßig ein, um physische Prototypen zu erstellen. Unter den Nachzüglern sind es dagegen nur elf Prozent.

„Der Bau von Prototypen mit 3D-Druckverfahren beschleunigt die Produktentwicklung und verringert die Kosten”, sagt Osti. Mittel- bis langfristig könnte der 3D-Druck in bestimmten Bereichen die derzeit gängigen Produktionsverfahren ergänzen oder sogar vollständig ersetzen, schätzen Experten.

Agile Unternehmen hätten auch die Kompetenzen ihrer Beschäftigten stärker im Blick: 72 Prozent der Agilitätsvorreiter investieren laut Studie gezielt in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, um sie fit für die digitale Arbeitswelt zu machen. Unter den Nachzüglern sind es dagegen nur 28 Prozent.

Zusammenhang zwischen Agilität und Innovationsfähigkeit

Die Ergebnisse der Studie würden „einen engen Zusammenhang zwischen Agilität, Innovationsfähigkeit und dem Digitalisierungsgrad der befragten Unternehmen” nahelegen, schreiben die Studienautoren. Eine hohe Agilität würden Unternehmen allerdings nicht auf Knopfdruck erreichen, warnt Axel Pols, der Geschäftsführer von Bitkom-Research: „Auf dem Weg zu einer agilen, anpassungsfähigen Organisation sollten Unternehmen schrittweise ihre Strukturen und Prozesse anpassen.”

„Agile Unternehmen setzen stärker auf digitale Technologien” (Grafik: Autodesk/Bitkom-Research)

„Agile Unternehmen setzen stärker auf digitale Technologien” (Grafik: Autodesk/Bitkom-Research)

Gleichzeitig müssten Mitarbeiter und Führungskräfte eine agile Denkweise verinnerlichen, bei der sie Veränderungen willkommen heißen und nicht als Bedrohung empfinden. Dafür, heißt es, würden sie mehr Verantwortung und bessere Qualifizierungsmöglichkeiten erhalten.

Im Juli und August 2017 hat Bitkom-Research im Auftrag des Software-Anbieters Autodesk 505 Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit 20 oder mehr Mitarbeitern befragt. Die Interviews wurden mit Führungskräften durchgeführt, die in ihrem Unternehmen „für das Thema Digitalisierung verantwortlich sind”, wie es heißt. Dazu zählen Geschäftsführer und Vorstandmitglieder ebenso wie Entscheider aus den Bereichen digitale Technologien, Informationstechnik, operatives Geschäft sowie Forschung und Entwicklung. Die Umfrage, sagt Bitkom Research, sei repräsentativ für die deutsche Gesamtwirtschaft ab 20 Mitarbeitern.

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