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Sennheiser Momentum 4 Wireless im Test: ANC-Dauerläufer mit tollem Klang

Sennheisers Over-Ear-Kopfhörer Momentum 4 Wireless sind ein regelrechte Dauerläufer. Im Alltagstest überzeugten sie aber auch in weiteren Disziplinen, wobei der Hersteller sich die Steuerung und App gerne noch einmal vorknöpfen könnte.

8 Min. Lesezeit
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Sennheiser Momentum 4 Wireless im Test. (Foto: t3n)

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Als Sennheiser die Momentum 4 Wireless im August 2022 angekündigt hat, war bei Fans des Vorgängers, der im Retro-Look daherkam, die Enttäuschung groß. Denn die neue Kopfhörer-Generation kommt nun in einem Design daher, das an Sonys oder Boses Modelle erinnern.

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Laut Sennheiser war die neue Form nötig, um mehr Akku und Technik – unter anderem für einen besseren Sound – unterbringen zu können. Die Änderungen unter der Haube machen sich überwiegend positiv bemerkbar. Sogar der Preis ist im Vergleich zum Vorgänger geschrumpft.

Sennheiser Momentum 4 Wireless: Mehr Kunststoff, mehr Platz im Inneren für mehr Technik

Früher war mehr Metall: Während die Momentum 3 Wireless mit einem Retro-Design und hochwertigen Metallbügeln daherkamen, orientiert sich die neue Modellgeneration an der Optik der Mitbewerber. Das heißt einerseits, dass sie weniger markant aus der Masse hervorstechen, andererseits sind sie aber nun leichter und sogar komfortabler im Sitz.

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Sennheiser Momentum 4 Wireless. (Foto: t3n)

Die Momentum 4 Wireless hinterlassen trotz ihrer neuen Materialien den Eindruck eines hochwertig verarbeiteten Kopfhörers. Unter anderem ist der Stoffüberzug des Kopfbügels optisch durchaus ansprechend und erinnert an den Case der Momentum 3 Wireless (Test). Sowohl das Kunstlederpolster der Bügel als auch die der Ohrmuscheln sind weich und angenehm zu tragen. Die Ohrpolster schließen die Ohrmuscheln dicht ab und tragen zu einer ersten passiven Geräuschunterdrückung bei

Was die Tragequalität angeht, haben die Ohrpolster einen gewissen Anpressdruck, der aber bei Weitem nicht mehr so stark ist wie bei den Vorgängern. Selbst bei längerem Tragen werden die Momentum 4 Wireless nicht unbequem, selbst als Brillenträger spüre ich keinen unangenehmen Druck. Wie bei allen Over-Ear-Kopfhörern kann es je nach Außentemperatur tendenziell einen Satz warmer Ohren geben.

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Durch das modernere Design lassen sich die neuen Kopfhörer im Unterschied zum Vorgänge nicht mehr zusammenklappen. Dafür ist es nun möglich, die Ohrmuscheln um 90 Grad zu drehen und die Kopfhörer so in einem recht flachen Case zu transportieren. Die Größe der Schutzhülle ist vollkommen vertretbar, zumal sie nur minimal größer ist als Sonys XM4-Case.

Im Case ist übrigens genug Platz für die klassischen Doppelklinken-Flugzeugadapter, das Klinken- und das USB-C-Ladekabel. Sie können durch passende Gummischlaufen im Case fixiert werden, sodass sie nicht verloren gehen.

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Sennheiser Momentum 4 Wireless im Case. (Foto: t3n)

Der Kopfhörer besitzt nur eine Taste, die sich an der rechten Hörmuschel befindet und zum manuellen Ein- und Ausschalten sowie zur Bluetooth-Kopplung dient. Zum Ein- und Ausschalten muss der Knopf nach Sennheisers Vorstellung aber nicht gedrückt werden, da der Kopfhörer eine automatische Schaltung an Bord hat: Wird der Kopfhörer aus der Tasche genommen, schaltet er sich ein, beim Ablegen in der Tasche schaltet er sich wieder ab. So die Idee.

Die Sache ist: Diese Automatik springt nur an, wenn ihr die Kopfhörer, wie beim Transport im Case vorgesehen, mit dem Ohrmuscheln nach unten auf eine Oberfläche legt. Falls ihr sie gegebenenfalls aufhängt, drückt zum Energiesparen einfach den Powerbutton oder/und stellt in der Sennheiser-Control-App ein, dass die Momentum 4 sich nach einer bestimmten Zeit selbst ausstellen.

Die weitere Bedienung erfolgt im Unterschied zum Momentum 3 Wireless nun über die berührungsempfindliche Oberfläche der rechten Ohrmuschel. Wie bei Modellen anderer Hersteller können Musikwiedergabe oder Anrufe per Tap- oder Wischgeste pausiert, gestartet oder angenommen werden. Auch die Lautstärkeregelung und das Vor- und Zurückspringen sind über die Ohrmuschel möglich.

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Erwähnt werden sollte, dass eingehende Anrufe mit einem Wisch nach vorne angenommen und mit einem Wisch nach hinten abgelehnt werden. Damit unterscheidet sich die Bedienung der Momentum 4 Wireless von denen anderer Kopfhörer.

Während die allgemeine Gestenbedienung nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut übergeht, ist dss bei einer weiteren Bedienoption eher weniger der Fall. Denn Sennheiser hat eine Pinch-to-Zoom-Geste wie bei Smartphone integriert, mit der zwischen ANC- und Transparenzmodus gewechselt werden soll. Leider bietet Sennheiser bei der Bedienung keine Anhaltspunkte wie etwa ein sinnvolles Audiofeedback, wie Bose es beim Headphone 700 nutzt, um über die ANC-Stärke zu informieren.

Laut Sennheiser müsse man die Smartphone-App öffnen, in der angezeigt wird, auf welcher Stufe man sich befindet. Das ist jedoch nicht sonderlich elegant gelöst. Immerhin ist die Animation bei der Pinchgeste in der App hübsch anzusehen.

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Sennheiser-App mit Equalizer und Soundzonen

Anlaufstelle für die Momentum 4 Wireless: die Smart-Control-App von Sennheiser. (Screenshots: Sennheiser/t3n)

Die „Smart-Control“-App von Sennheiser dient nicht nur für Software-Updates der Kopfhörer, die übrigens über 20 Minuten in Anspruch nehmen können. Die App bietet noch zahlreiche weitere Funktionen, mit denen ihr die Kopfhörer an eure Ansprüche anpassen könnt.

Ihr könnt darin unter anderem einen Soundcheck vornehmen, der euch dabei hilft, eine eigene Preset-Bibliothek zu erstellen. Hierfür müsst ihr allerdings einen Sennheiser-Account anlegen. Wollt ihr das nicht, bietet der Hersteller einen Equalizer an, in dem schon einige Presets zu finden sind. Zudem könnt ihr auch eigene Presets manuell anlegen.

Weiter lassen sich Soundzonen konfigurieren, mit denen Equalizer, ANC- und der Transparenzmodus anhand bestimmter Standorte justiert werden können. Um die Soundzonen verwenden zu können, müsst ihr der App dauerhaften Zugriff auf eure Standortdaten gewähren.

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Anlaufstelle für die Momentum 4 Wireless: die Smart-Control-App von Sennheiser. (Screenshots: Sennheiser/t3n)

Während des Alltagstests von mehreren Wochen habe ich die App tatsächlich kaum benötigt und sie fast nur zum Einspielen von Updates genutzt. Sinnvoll ist sie indes auch, wenn ihr mehrere Geräte nutzt und zwei von ihnen als Hauptgeräte nutzt. Dank Multipoint-Bluetooth könnt ihr zwei Gerät gleichzeitig verbinden und nahtlos zwischen ihnen wechseln.

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Wie klingen die Sennheiser Momentum 4 Wireless?

Was den Klang der Momentum 4 angeht, gibt es im Grunde nichts zu beanstanden: Die 42-Millimeter-Treiber bieten einen typischen Sennheiser-Sound und ein dynamisches Klangbild mit einer gewissen Räumlichkeit.

Sennheiser Momentum 4 Wireless. (Foto: t3n)

Die Höhen sind scharf, aber nicht übertrieben, die Mitten sind gut ausbalanciert. Auch die Bässe werden sauber betont, sodass ihr euch mit ihnen basslastige Musik wie Hiphop oder Drum-n-Base ordentlich durch die Ohren dröhnen lassen könnt. Das heißt nicht, dass nicht auch feinere Töne eine gute Figur machen.

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Was ferner gefällt, ist, dass Sennheiser seine Kopfhörer so abgestimmt hat, dass die Soundqualität mit und ohne ANC auf dem gleich hohen Level ist. Das ist bei Modellen anderer Hersteller nicht immer der Fall.

Die hohe Audioqualität der Kopfhörer dürfte Sennheiser unter anderem auch durch die Unterstützung einiger aktueller Codecs unterstütz. So verfügen die Momentum 4 Wireless neben SBC und AAC auch über Qualcomms aptX und aptX Adaptive. Nicht alle Android-Smartphones und andere Zuspieler wie iPhone und Windows-PCs unterstützen aptX; sie müssen auf den älteren AAC-Codec zurückgreifen.

Die ANC-Funktion, neben dem Sound ein relevanter Faktor, überzeugt auch. Umgebungsgeräusche werden gut herausgefiltert, sodass man unterwegs oder im (Home-)Office seine Ruhe hat und konzentriert arbeiten kann. Auch ohne Musikbeschallung helfen die Momentum 4 Wireless dabei, Außengeräusche abzuwehren.

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Sennheiser Momentum 4 Wireless. (Foto: t3n)

Der Transparenzmodus des Kopfhörer funktioniert zwar, aber nicht so gut wie bei Sony oder Bose. Die Tonqualität beim Telefonieren ist gut; nutzt ihr die Momentum zum Telefonieren an der frischen Luft, könnt ihr Windgeräusche durch eine Funktion in der App reduzieren. Das funktioniert am besten, wenn das Feature auf Maximum gestellt wird. Die Automatik-Option ist eher erratisch. Zudem hätten wir uns gewünscht, dass dieses Feature in der App nicht im Untermenü der ANC-Funktion versteckt wäre.

Die Kopfhörer lassen sich zudem nicht nur kabellos betreiben, sondern sie lassen sich auch kabelgebunden nutzen. Was die wenigsten Mitbewerber-Modelle beherrschen, ist die Möglichkeit die Kopfhörer während des Aufladens per USB-C-Kabel weiter zu verwenden. Weder Boses noch Sonys Kopfhörer unterstützen diese Funktion.

Kurios ist die Trageerkennung, mit der die Musikwiedergabe pausiert wird, wenn die Kopfhörer abgenommen werden. Dabei scheint der Tragesensor in der rechten Ohrmuschel verbaut worden zu sein. Denn beim einseitigen Heben der linken Ohrmuschel wird die Wiedergabe normal fortgesetzt, erst wenn man die rechte Ohrmuschel lüpft, ist Pause angesagt. Hier hätte ich mir Sensoren auf beiden Seiten gewünscht. Aber das ist eigentlich nur eine Kleinigkeit.

Highlight der Sennheiser Momentum 4 Wireless: Monster-Akku

Die Ladestandanzeige der Sennheiser Momentum 4 Wireless. (Foto: t3n)

Neben dem ausgezeichneten Sound der Kopfhörer ist vor allem die Akkuflauzeit ein ziemliches Highlight. Sennheiser verspricht bis zu 60 Stunden mit aktiviertem ANC, was im Vergleich zur Konkurrenz teils einer doppelten bis dreifachen Laufzeit entspricht. Bei Boses 700er Modell ist nach etwa 20 Stunden Schluss, Sonys XM5 schafft um die 30 Stunden.

Die Angabe von 60 Stunden ist zwar recht optimistisch angelegt, auf über 50 Stunden kommen die Momentum 4 Wireless indes locker. Wie bereits erwähnt, können die Kopfhörer auch während des Ladens weiterverwendet werden, ein kompletter Ladevorgang benötigt etwa zwei Stunden.

Fazit: Toller Dauerläufer mit ANC

Sennheiser hat mit seinem Momentum 4 Wireless ziemlich gute ANC-Kopfhörer abgeliefert. Fans des Vorgängers dürften ob des neuen Designs keine potenziellen Kund:innen werden, allerdings ist der Sound Sennheiser-typisch top und die ANC-Leistung sehr ordentlich.

Ausgezeichnet ist außerdem die Akkulaufzeit, die die Konkurrenz mit Abstand hinter sich lässt, sodass sich gerade Menschen, die sich oft auf langen Reisen befinden, nicht um das Nachladen sorgen müssen. Falls doch mal der Saft ausgehen sollte, lassen sie sich während des Nachladens weiternutzen. So etwas wünsche ich mir auch bei Modellen von Bose und Sony.

Kritik muss Sennheiser sich bei der App und Teilen der Steuerung gefallen lassen. Hier sollte der Hersteller nachbessern, was auch für das „Onboarding“ gilt. Die Kurzanleitung ist zu kurz, eine umfangreichere Anleitung muss man sich auf der Sennheiser-Webseite suchen.

Kopfhörer sind mittlerweile so komplexe Produkte mit vielen teils zu versteckten Funktionen, als dass sich sicher nicht wenige Nutzer:innen ein wenig mehr Hilfestellung wünschten, um das volle Potenzial der Produkte ausnutzen zu können. Ein smarter Ort für mehr Hilfestellung wäre der Reiter „Entdecken“ in der App. Hier macht Sennheiser jedoch primär Werbung für seine weiteren Produkte.

Nichtsdestotrotz: Wer gute ANC-Kopfhörer mit langer Laufzeit und tollem Sound sucht, wird bei den Momentum 4 Wireless fündig. Direkte Konkurrenz sind Sonys WH-1000XM5 und Boses Headphones 700, die sich zudem allesamt im gleichen Preissegment befinden. Die Sony XM5 kosten um die die 310 Euro*, Boses 700 sind für 270 Euro* zu haben und Sennheisers Momentum 4 Wireless gibt es ab 300 Euro*.

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