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Thunderbird: Der quelloffene Mail-Client hat ein neues Zuhause

Das Thunderbird-Logo. (Grafik: Mozilla)

Mit der neu zu gründenden MZLA Technologies Corporation übernimmt eine Mozilla-Tochtergesellschaft die Fortentwicklung des Thunderbird-Mail-Clients. Das soll eine positive Perspektive für das Projekt bieten.

Wie das Thunderbird-Projekt in einem Blogbeitrag bekannt gibt, wird es eine erneute Veränderung in der Trägerschaft des Projektes gegeben. War der Mail/RSS-Client im Jahr 2017 zurück unter das Dach der Mozilla-Stiftung geschlüpft, soll er nun erneut unter kommerzielle Trägerschaft gestellt werden.

Ein eigenes Unternehmen für Thunderbird

Dabei wird Thunderbird nicht etwa bei der Mozilla-Corporation, sondern bei der Neugründung MZLA Technologies Corporation angesiedelt. Die soll nach Mozilla-Informationen eine 100-prozentige Stiftungstochter sein und offenbar exklusiv als neue Thunderbird-Heimat errichtet werden. Entsprechend gibt es bislang keine recherchierbaren Informationen zu diesem Unternehmen.

Von der Umstrukturierung der Trägerschaft verspricht sich das Thunderbird-Team mehr finanzielle Freiheiten. Als Stiftungsprojekt konnte Thunderbird nur in begrenztem Umfang kommerziell aktiv werden. Ein rein kommerzieller Ansatz hätte der Stiftung die Gemeinnützigkeitsanerkennung kosten können. Damit wären erhebliche Nachteile für den Betrieb einhergegangen.

Ausgliederung macht Kommerzialisierung möglich

Ein kommerzielles Unternehmen als Träger hingegen ist keinerlei Beschränkungen unterworfen. So kann Thunderbird unter MZLA-Führung frei Partnerschaften eingehen, zusätzliche Umsatzchancen finden und ergreifen, weitere Produkte, vor allem auch solche, die bezahlt werden wollen, entwickeln. Thunderbird verspricht sich von der Änderung auch eine verbesserte Möglichkeit der Personalakquise.

Dabei soll die Projektstruktur ansonsten intakt bleiben. Der Projektfahrplan soll weiterhin vom von der Community gewählten Thunderbird-Council bestimmt werden. Die Software soll frei und quelloffen bleiben. Das bisherige Team bleibt an Bord.

Das könnte hinter der Ausgliederung stecken

Die Entscheidung kommt in schwierigen Zeiten. Erstmals in der Geschichte ihres Bestehens musste die Mozilla-Stiftung für das Geschäftsjahr 2018 einen Verlust ausweisen, neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Mitte Januar 2020 hatte Mozilla dann angekündigt, 70 Mitarbeiter entlassen zu müssen, weil sich geplante Einnahmen nicht realisiert hatten.

So erscheint es denkbar, dass die Ausgliederung von Thunderbird in kommerzielle Trägerschaft ein letzter Versuch ist, das Projekt zu retten. Gelingt das nicht, könnte es über die MZLA im Zweifel ohne Impact auf die Stiftung in den Konkurs geschickt werden. Das würde auch erklären, warum Thunderbird nicht einfach zur Mozilla-Corporation, der bestehenden kommerziellen Unternehmenseinheit, wechselt.

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Ein Kommentar
Sven

Ich liebe Thunderbird und ich fände es echt traurig, wenn diese Software nicht überleben würde. Ich sehe natürlich auch, dass es ohne Finanzierung echt schwer ist, solch ein Projekt zu stemmen, hoffe aber, dass es weitergeht und es nicht nur ein nächster Schritt hin zur Einstellung von Thunderbird ist.

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