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Was muss eine Facebook-Anzeige können? 4 Marketing-Experten geben Tipps

Was muss eine Facebook-Anzeige können? (Foto: Shutterstock-Bloomua)

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Die Facebook-Anzeige gehört zum Standardwerk des Online-Marketings. Doch was muss beachtet werden, damit sie gut funktioniert? Wir haben vier Experten nach Tipps und Tricks gefragt.

Christoph Assmann (Sixt): „Facebook-Anzeigen müssen den Bedarf des Kunden berücksichtigen“

Facebook-Anzeigen

Christoph Assmann – Was muss eine Facebook-Anzeige können? (Foto: Sixt)

Christoph Assmann ist seit mehr als vier Jahren Senior-Social-Media-Manager bei Sixt. In dieser Zeit hat er nicht nur das Content- und Community-Management in Deutschland, sondern auch das internationale Social-Performance-Marketing betreut. Unter anderem für die Real-Time-Marketing-Aktionen des Autovermieters hat er 2015 den Deutschen Preis für Onlinekommunikation in der Kategorie Social-Media-Team des Jahres gewonnen.

Im Marketing von Sixt gilt stets: „Sixt hasst Werbung – wenn sie langweilig ist“. Werbung ist dann langweilig, wenn der Kunde das beworbene Produkt schlicht nicht benötigt. Wir müssen den Kunden also zum richtigen Zeitpunkt in seinem Prozess der Kaufentscheidung abholen. Ob Inspiration oder Abverkauf, wichtig ist eine relevante und schnell verständliche Botschaft. Bei der Anzeigenerstellung berücksichtige ich daher den persönlichen Bedarf des Kunden. Dieser Bedarf des Kunden lässt sich beispielsweise über die Facebook-Pixel-Events erfassen. So kann ermittelt werden, welche Produkte sich der Kunde im Shop angesehen hat, wie oft er die Webseite besucht hat und welche Handlungen auf der Website bereits vorgenommen wurden.

Schaut sich ein Kunde mehrfach ein konkretes Fahrzeug an, ist eine Mietabsicht zu vermuten. Diesem Besucher der Sixt.de-Homepage kann ich so präzise das betrachtete Fahrzeug mit Preisangabe in der Anzeige präsentieren – beispielsweise über Dynamic-Product-Ads. Einem Neukunden hingegen, den ich auf Basis einer Lookalike-Audience meiner Webseiten-Besucher bewerbe, muss ich mein Produkt erst vorstellen und erklären. Hierfür bieten sich unter anderem Video-Ads an. Bei Sixt achten wir zudem generell auf eine kreative Tonalität, hochwertige Visuals mit großem Wiedererkennungswert und was immer gegen Langeweile hilft: Eine gute Prise Humor!

Florian Litterst (Adsventure.de): „Facebook-Anzeigen brauchen einen Call-to-Action“

Florian Litterst – Was muss eine Facebook-Anzeige können? (Foto: Privat)

Florian ist Gründer und Autor des Marketing-Blogs Adsventure.de. Mit seinen Tutorials, Strategien und Tipps hilft er Werbetreibenden dabei mehr aus ihren Kampagnen bei Facebook herauszuholen als nur ein paar Likes. Facebook-Werbung hält er für die beste Sache seit es Online-Marketing gibt.

Über den Erfolg einer Facebook-Anzeige entscheidet im ersten Schritt vor allem eine Sache: Sie muss im überfüllten Newsfeed der Nutzer auffallen. Zwei Elemente helfen dabei besonders: Farbenfrohe, kontrastreiche Bilder oder Videos. Beim Inhalt deiner Anzeigentexte solltest du dich auf den Nutzen beziehungsweise die Vorteile deines Angebots und nicht auf die Funktionen fokussieren. Hierfür eignen sich auch Fragen, die auf ein Problem deiner Zielgruppe abzielen. Ein weiterer Tipp ist der Einsatz von Emoticons, die ein aufmerksamkeitsstarkes Element darstellen können. Dein Text sollte außerdem einen Call-to-Action beinhalten, welcher deiner Zielgruppe kommuniziert, was sie tun sollen. Möchtest du, dass sie auf deinen Link klicken oder ihre Kontaktdaten hinterlassen? Kommuniziere klar, was sie tun sollen.

Jan Stranghöner (Facebook-Ads-Camp): „Eine Facebook-Anzeige muss sehr kreativ sein“

Jan Stranghöner – Was muss eine Facebook-Anzeige können? (Foto: Privat)

Jan Stranghöner hat als Produktmanager SEO und Social Media im Verlag Dumont-Schauberg gearbeitet und war für die strategische Ausrichtung in diesen Bereichen der Digital-Angebote für sieben Tageszeitungen verantwortlich. 2015 machte sich Jan selbstständig und beriet Unternehmen bei der Ausrichtung ihrer Social-Media- und SEO-Maßnahmen. Ein Jahr später gründete er zusammen mit Ben Küstner die „Social Marketing Nerds“ (smnerds.de). 2017 veranstalteten die „SM Nerds“ zum ersten Mal das Facebook-Ads-Camp, eine Konferenz in Köln, die ausschließlich das Thema Werbung auf Facebook und Instagram behandelt.

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Die Herausforderung bei Facebook-Ads besteht darin, den richtigen Leuten die richtige Anzeige zu zeigen. Auf Facebook bewegen wir uns in einer unterhaltenden Umgebung. Arbeiten wir also mit Bildern, Videos oder Anzeigentexten, die direkt nach Werbung aussehen oder die den Nutzer langweilen, müssen wir mehr Geld investieren um die richtigen Personen zu erreichen. Facebook bewertet deine Anzeigen mit dem sogenannten Relevante-Score. Diesen Score erteilt das Unternehmen nach 500 Ad-Impressions. Die Bewertungsskala reicht hierbei von eins (absolut nicht relevant für deine Zielgruppe) bis hinzu zehn (sehr relevant für deine Zielgruppe). Du kannst den Relevante-Score deiner Anzeigen auf Anzeigenebene im Werbeanzeigen-Manager einsehen.

Die Herausforderung für dich als Werbetreibender ist also: Du musst bei der Erstellung von Bildern und Videos sehr kreativ sein! Das beste Bidmanagement nützt dir nichts, wenn du schlechte Creatives und Visuals verwendest. Tipp: Facebook gibt dir Anzeigenformate und Größen vor. Diese müssen nicht zwingend die optimalen Größen für deine Anzeige sein. So kann es Sinn machen bei verwendeten Bildern oder Videos nicht das Verhältnis 16:9 zu nutzen, sondern für die mobile Ausspielung die Bilder und Videos im Verhältnis 1:1 (quadratisch) oder 2:3 (vertical) zu verwenden. Du nimmst mit diesen Formaten mehr Platz im mobilen Newsfeed ein und erzeugst eine höhere Aufmerksamkeit.

Lars Budde (t3n.de): „Erfolgreichen Kampagnen nähert man sich in einem zweischrittigen Prozess“

Lars Budde – Was muss eine Facebook-Anzeige können? (Foto: Privat)

Lars Budde ist Head of Online-Marketing der yeebase media GmbH, dem Verlag hinter t3n.de und dem t3n Magazin. Als Kopf eines kleinen ultra-effizienten Teams arbeitet er zwischen Redaktion und Vertrieb, hat auf t3n.de aber selbst rund 1.000 Artikel veröffentlicht. Facebook-Werbung hält er derzeit für einen der interessantesten Kanäle des Performance-Marketings.

Werbetreibende nähern sich erfolgreichen Facebook-Kampagnen in einem zweischrittigen Prozess: Erst identifizieren sie die ideale Herangehensweise, dann skalieren sie erfolgreiche Maßnahmen. Wer das richtige Kampagnenziel wählt und die richtigen Kennzahlen beobachtet, dämmt die Kosten des ersten Schritts ein und erhebt trotzdem statistisch signifikante Ergebnisse.

Ob eine Zielgruppe zum Produkt passt, lässt sich zum Beispiel durch Facebook-Kampagnen testen, deren Ziel vergleichsweise günstige Interaktionen sind. Ob ein Produkt zum Kassenschlager wird, lässt sich oft schon an der Klickrate ablesen. Wer diese und ähnliche Erfolgskriterien und „Abkürzungen“ innerhalb der ersten Kampagnen identifiziert, spart nicht nur wertvolles Werbebudget, er kann auch schneller mit dem zweiten Schritt starten: der Skalierung.

In eigener Sache: Du willst mehr Praxistipps und wertvolle Insights rund ums Advertising auf Facebook und Instagram? Bekommst du – mit dem Guide von t3n und dem mittlerweile selbstständigen Facebook-Marketing-Experten Lars Budde „Erfolgreich werben auf Facebook und Instagram“!

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