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Token Deep Dive: Wie ticken Uhren auf der Blockchain?

Am Handgelenk und auf der Blockchain: Uhren von Breitling, Bulgari und Jacob & Co. bekommen einen NFT, um ihre Echtheit zu gewährleisten. Unser Kolumnist stellt verschiedene Modelle für Uhren-NFT vor.

Von Dennis Fleischer
4 Min. Lesezeit
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Breitling bringt seine Uhren auf die Blockchain. (Foto: Breitling)

Der Zweitmarkt für Luxusuhren ist überlastet und die Nachfrage wächst rasant. Die Unternehmensberatung McKinsey geht davon aus, dass der weltweite Umsatz für Luxusuhren im Jahr 2025 auf 38 Milliarden US-Dollar steigen wird. Aber wie können sich Käufer:innen sicher sein, ein Original zu erhalten? Eine NFT-Lösung könnte die Echtheit der Uhren bezeugen.

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Der Handel mit Uhren ist lukrativ, da neue Modelle zu „normalen“ Preisen über Wartelisten verfügbar sind. Gebrauchtware hingegen ist in der Regel sofort verfügbar – und womöglich unbenutzt. Dafür müssten Liebhaber:innen aber tief ins Portemonnaie greifen, da jene oftmals beträchtliche Wertsteigerungen erfahren.

Wieder stehen den Käufer:innen einige Herausforderungen gegenüber, von der Funktionalität bis hin zur Frage, ob es sich tatsächlich um ein Original handelt. Letzteres ist der wohl entscheidende Punkt: Ist die Uhr echt oder wurde sie schlichtweg kopiert?

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Da Fälschungen immer schwieriger von den Originalen zu unterscheiden sind, ist die Echtheits-Überprüfung durch Konzessionär:innen oder eine markeneigene Boutique die einzige Möglichkeit, volle Gewissheit zu erlangen. Dieser Gang kostet nicht nur Zeit und Geld, sondern ist auch sehr analog.

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Bei Breitling tickt das Uhrengeschäft nun auf der Blockchain

Auch Hersteller haben die Chancen des NFT-Konzepts erkannt: Breitling hat so als erster Hersteller bereits im Oktober 2020 einen Blockchain-basierten Pass für alle neu produzierten Uhren ins Leben gerufen. Der soll digitale Sicherheit und das Eigentum zweifelsfrei nachweisen, aber gleichzeitig die Anonymität in Hinblick auf die Kundenbeziehung wahren.

So verknüpft das Unternehmen ein digitales Garantie-Programm mit dem Einsatz von NFT, zudem sind Serviceleistungen wie Reparaturen nicht nur initiierbar, sondern auch mittels Nachverfolgung möglich. Im digitalen Pass werden Informationen zur Uhr wie Seriennummer, Aktivierungszeitpunkt der digitalen Garantie sowie das Datum des Erwerbs gespeichert.

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Spannend wird es aber beim Eigentum: Über die Übertragungsfunktion wird dieses Recht an den Uhren auf dem Arianee-Blockchain-Protokoll übertragen. Breitling initialisiert dort die Pässe als NFT, die an die Breitling-Wallets der Käufer:innen versendet werden. Diese Wallets sind über einen QR-Code im Echtheitszertifikat zugänglich.

Dadurch profitieren künftige Käufer:innen auf dem Zweitmarkt von mehreren digitalen Sicherheitsüberprüfungs-Mechanismen: Stimmen die Seriennummern der Uhr auf dem Echtheitszertifikat, der Uhr sowie dem NFT überein und kann mir der:die aktuelle Besitzer:in die Eigentümerschaft auf der Blockchain übertragen? Insbesondere der letzte Schritt könnte den Gang zu markeneigenen Boutiquen und Konzessionär:innen sparen, da die App der Käufer:innen den Erhalt der Eigentumsrechte sofort bestätigen würde. Das wäre bei einer gefälschten App auffällig.

NFT als Marketing- und Community-Instrument

Während digitale NFT-Uhren von Metawatches den Markt erobern und ihre Besitzer:innen als Widgets auf iOS, Android oder Android Smartwatches glücklich machen, wagen sich weitere Uhrenhersteller in den Bereich vor.

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Bulgari steigt mit einer auf zehn Uhren limitierten Auflage der Octo Finissimo Ultra ein. Diese ultradünne Uhr soll für um die 400.000 Euro gehandelt werden und enthält einen eingravierten QR-Code, der beim Scan ein NFT-Artwork sowie Informationen zur Herstellung und Herkunft preisgibt. Der auf der Polygon-Blockchain basierte Uhrenpass ist ebenso inklusive, obwohl die Vermarktung und das Branding im Vordergrund stehen.

Auch Jacob & Co. zieht mit der Konkurrenz mit. Die neue Kollektion „Astronomia Metaverso“ verknüpft drei bekannte NFT-Konzepte – nämlich den Community-Gedanken von NFT, Artwork und eine physische Komponente: die Uhr. Die besagte Kollektion besteht aus mehreren NFT, wovon ein Bruchteil das Recht auf den Anspruch an einer limitierten, physikalischen Uhr verbrieft. Der Rest der NFT repräsentieren lediglich das digitale Artwork. Jedoch funktionieren alle NFT als Zugang zu einer exklusiven Mitgliedschaft mit besonderen Events. NFT-Besitzer:innen mit einer physischen Uhr winken weitere Vorteile wie ein Dinner mit dem Gründer Jacob Arabo.

Ohne einheitliches Blockchain-Protokoll kein ganzheitliches Modell

Immer mehr Hersteller denken an den Schritt in das NFT-Business. Um Seriosität und Reputation zu wahren, müssen sich Hersteller nachhaltige Konzepte überlegen und transparent agieren. Doch scheint das Marketing-Potenzial teils größer als das echte Vertrauen auf die Blockchain wahrgenommen zu werden.

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Der Uhrenpass ist hier ein idealer Weg, um ein aktuelles Problem zu lösen, da vor allem die Gewissheit über die Echtheit für Händler:innen und Käufer:innen von großem Interesse ist.

Natürlich kann dieses Konzept nur funktionieren, wenn Uhren-Fans aktiv werden, ihre Uhren registrieren und das System pflegen. Jedoch sehe ich langfristig eine ähnliche Entwicklung wie bei einem scheckheftgepflegten Auto: Es wird den Wiederverkaufswert beeinflussen.

Lösbar ist dieses Anwendungsszenario ebenso mit einer Web2-Datenbanklösung. Jedoch bietet die Blockchain zwei elementare Vorteile: die Fälschungssicherheit der Einträge auf der Blockchain sowie die eine Infrastruktur für einen herstellerübergreifenden Uhrenpass, damit nicht für jede Uhr eine neue Wallet oder App installiert werden muss. Nur so wird aus den sich eröffnenden Chancen ein ganzheitlich erfolgreiches Modell – für Hersteller, Sammelnde und Liebhaber:innen.

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