News

Beispielloser Twitter-Hack: Accounts von Elon Musk bis Kanye West posten Krypto-Spam

Twitter ist von einem massiven Hack betroffen. Auf Accounts von Elon Musk bis Bill Gates wird das große Geld via Bitcoin versprochen. (Foto: (OverHope.STP/Shutterstock)

Lesezeit: 2 Min.
Artikel merken

Was haben die Twitter-Accounts von unter anderem Elon Musk, Bill Gates, Apple, Barack Obama und Joe Biden gemeinsam? Auf allen wird plötzlich das große Geld versprochen. Ein Fake. Noch nie wurden so viele Prominenten-Accounts auf einmal missbraucht. Das wirft Fragen zu Twitters Sicherheitsmaßnahmen auf.

In einer beispiellosen Hacker-Attacke auf Twitter ist es Unbekannten gelungen, Werbung für einen Bitcoin-Betrug über Profile von Prominenten wie Ex-Präsident Barack Obama und Amazon-Chef Jeff Bezos zu verbreiten. Twitter versprach Aufklärung darüber, ob die Angreifer sich auch Zugang zu Informationen der betroffenen Accounts verschaffen konnten.

Nach ersten Erkenntnissen des Kurznachrichten-Dienstes wurden in einer koordinierten Attacke Twitter-Mitarbeiter mit Zugang zu internen Systemen ins Visier genommen. Seit Beginn der Corona-Krise arbeitet ein Großteil der Twitter-Beschäftigten von Zuhause aus. Zugleich berichtete die Website Vice unter Berufung auf einen angeblichen Angreifer, sie hätten auch einen Twitter-Insider für seine Hilfe bezahlt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.

In der am Mittwoch über die Accounts verbreiteten Botschaft wurde versprochen, eingeschickte Bitcoins doppelt zurückzuzahlen. Dafür missbraucht wurden auch Profile des demokratischen Präsidentschaftsanwärters Joe Biden, des früheren New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg, des Rappers Kanye West, des Microsoft-Gründers Bill Gates sowie des Tesla-Chefs Elon Musk. Der Account des US-Präsidenten Donald Trump, für den Twitter ein zentraler Kommunikationskanal ist, war nicht betroffen.

Besonders alarmierend an der Attacke ist, dass es den Angreifern trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gelang, in großem Stil ihre Botschaften auch über sehr gut geschützte Twitter-Accounts zu verbreiten. Mit diesem Zugang hätten sie statt einer kruden Bitcoin-Betrugsmasche zum Beispiel auch versuchen können, über falsche Tweets Aktienkurse zu manipulieren.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

„Wir alle bedauern, dass dies passiert ist“, schrieb Twitter-Chef Jack Dorsey. „Ein harter Tag für uns bei Twitter.“ Sobald die Firma „ein besseres Verständnis“ von dem habe, was passiert sei, werde man die Öffentlichkeit so ausführlich wie möglich darüber informieren.

Viele der Twitter-Accounts wurden zeitweise gesperrt, waren aber kurze Zeit später ohne die betrügerischen Nachrichten wieder online. Mehrere Stunden lang konnten verifizierte Twitter-Profile größtenteils gar nicht twittern, weil der Dienst so eine weitere Verbreitung der Bitcoin-Betrugsmasche stoppen wollte. Auf ein in den Twitter-Nachrichten genanntes Bitcoin-Konto wurde schnell Kryptowährung im Wert von über 100.000 Dollar eingeschickt.

Twitter hatte in der Vergangenheit immer wieder mal Probleme mit dem Kapern von Accounts – aber noch nie auf so breiter Front und bei so vielen prominenten Namen auf einmal. Schon das Ausmaß der Attacke legte nahe, dass diesmal nicht wie bei früheren Fällen etwa eine mit Twitter-Accounts verknüpfte App ausgenutzt wurde, sondern dafür direkt Systeme von Twitter eingesetzt wurden.

Die Accounts der Prominenten dürften mit komplexen Passwörtern sowie der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt sein, bei der zusätzlich noch ein frisch zugeschickter Code für die Anmeldung auf einem weiteren Gerät erforderlich ist. Über den Zugriff auf Twitter-Systeme ließen sich diese Sicherheitsvorkehrungen jedoch ganz offensichtlich aushebeln.

Twitter hatte die Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft, nachdem Unbekannte vor knapp einem Jahr Nachrichten über den Account des Firmenchefs Jack Dorsey verbreitet hatten. Der Dienst erklärte damals, seine Systeme seien nicht gehackt worden, aber eine Sicherheitslücke bei Dorseys Mobilfunk-Anbieter habe das Versenden der Tweets per SMS zugelassen. Zuletzt gelang es Ende Januar einer Gruppe, die sich „Ourmine“ nennt, auf den Accounts mehrerer amerikanischer Football-Teams zu posten. Man habe damit zeigen wollen, „dass alles hackbar ist“, hieß es damals. dpa

Mehr zum Thema Twitter:

Das könnte dich auch interessieren

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

3 Kommentare
Cryptolist
Cryptolist

Da kann man wirklich froh sein, dass es hierbei „nur“ um das Abgreifen von einigen Bitcoin ging. Mit der Macht über all diese Einflussreichen Accounts (Trump, Musk, etc.) hätte weitaus schlimmeres angestellt werden können…

Antworten
Nico
Nico

Hoffen wir das es bei diesen einem bleibt und nicht noch mehr solcher Angriffe folgen, wobei mehr erbeutet werden kann als bei diesem Angriff. Zudem würde es mich mal Interessieren wie das passieren konnte.

Antworten
Shocked
Shocked

wenn Sie p2p-Lösungen verwenden, die auf dem Utopia-ökosystem basieren, können solche Vorfälle vermieden werden.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Digitales High Five
Holger Schellkopf (Chefredakteur t3n)

Anleitung zur Deaktivierung

Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder