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Porträt

Diese Gründer wollen das Erbe von Protonet antreten

Die Uniki-Gründer Matthias Bollwein und Roman Leuprecht. (Foto: Uniki)

Das Münchner Startup Uniki bietet einen einfachen und sicheren Cloud-Server für Zuhause an. Klingt wie Protonet? Stimmt, sagen auch die Gründer. Allerdings wollen sie einiges anders machen

Es war eine der ambitioniertesten deutschen Gründungen: Das Hamburger Startup Protonet entwickelte einen Cloud-Server, der einfacher und sicherer sein sollte als alle anderen Modelle auf dem Markt. Ein radikaler Gegenentwurf inmitten der von NSA-Enthüllungen geprägten Snowden-Ära, der den Machern neben großer medialer Präsenz auch einen Crowdfunding-Rekord bescherte.

Trotzdem: Protonet gelang es nicht, genügend Serverboxen zu verkaufen. Von schwarzen Zahlen konnte das 2012 gegründete Unternehmen bis zuletzt nur träumen. Nachdem sich Protonet zudem mit seiner US-Expansion überwarf, folgte im Frühjahr schließlich die Insolvenz. Es sei nicht gelungen, weitere Investoren für das Vorhaben zu gewinnen, hieß es. Auch wenn Protonet zumindest seine Server weiterbetreiben will – die Server mit dem orangefarbenen Chassis haben ausgedient.

Uniki bietet Serverbox für Kleinunternehmer

Ist damit auch der Traum von Datenhoheit auf eigener Hardware geplatzt? Nicht unbedingt. Zwei Menschen, die noch an diese Idee glauben, sind Matthias Bollwein und Roman Leuprecht. Die Gründer des Münchner Startups Uniki haben selbst eine Serverbox entwickelt, die Nutzern die Möglichkeit bieten soll, ihre Daten einfach und sicher zu schützen. Die silberne Box sieht aus wie ein überdimensionierter CPU-Kühler. Im Innern werkeln je nach Modell ein Vierkern-Prozessor mit 3,4 Gigahertz, bis zu sechs Terabyte Speicher und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Kostenpunkt: Ab 1.250 Euro.

So sieht das Top-Modell unter den Servern von Uniki aus. (Foto: Uniki)

Konzipiert ist der sogenannte „Uspace“ nach Angaben der Gründer für die Synchronisation von Kalender- und Kontaktdaten, aber auch zur Dateispeicherung und Kollaborationen zwischen Teams. Die Box wird einfach zu Hause am Router angeschlossen. „Wir wollen beweisen, dass Privatsphäre nicht kompliziert sein muss und geben der Allgemeinheit die Mittel, sich ohne Verzicht auf die Bequemlichkeit der Cloud ihre Datenhoheit zurückzuholen“, sagt Matthias Bollwein über das Konzept.

„Anders als Protonet versuchen wir nicht, das Rad neu zu erfinden“

Solche Sätze hat man in den vergangenen Jahren von Protonet zuhauf gehört. Und tatsächlich ähnelt der Auftritt von Uniki in vielerlei Hinsicht dem Hamburger Vorbild. Auf seiner Website spricht das Startup bewusst Selbstständige und Kleinunternehmen an, beim eigens entwickelten „UnikiOS“ ist man sich nicht sicher, ob es nun „Magisch einfach oder einfach magisch?“ ist und der Sicherheitsaspekt steht im Mittelpunkt.

Trotz der offensichtlichen Gemeinsamkeiten mit Protonet will sich Uniki aber nicht als Nachahmer verstanden wissen, wie Bollwein auf Nachfrage betont. „Anders als Protonet versuchen wir nicht, das Rad neu zu erfinden“, sagt der gelernte Finanzmathematiker. Weder entwickle das Unternehmen eine eigene Kühllösung noch eine Kollaborationssoftware. „Stattdessen erschaffen wir eine App-Plattform, auf der gute bestehende Web-Anwendungen laufen“, so Bollwein. Auf diese Weise sollen Nutzer den Server je nach Bedarf etwa um Chatmodule oder Funktionen für die Zeiterfassung oder das Projektmanagement erweitern können.

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3 Reaktionen
PeteW

Bin mir nicht sicher, wo jetzt genau die USP der Gründer liegt. Die Lösung bietet "Synchronisation von Kalender- und Kontaktdaten, aber auch zur Dateispeicherung und Kollaborationen zwischen Teams." Ok, alles schöne Funktionen. Aber auch ein heiß umkämpftes Feld.

Da fällt mir sofort ownCloud, NextCloud oder auch Hosted Exchange ein. Letzteres kriege ich für wenige Euro im Monat. Auf einem V-Server kann ich mir ownCloud selbst installieren. Viele Anbieter beiten das aber auch out-of-the box. Kosten: Wieder einige Euro pro Monat. Wer's on-premise mag, der ist bei ei QNAP, Synology und WD bestens und billig aufgehoben. Die Synchronisationsfunktionen kriegen die sehr gut hin - auch bei Datenhoheit.

Uniki muss also noch etwas mehr bieten, um Server in größerer Stückzahl abzusetzen.

Ist es das UnikiOS? Hmm, das könnte es sein! Aber einen App-Store für Business Applikationen hat auch schon Protonet versucht und sind gescheitert. Und Protonet hatte einige Vorteile: Protonet war gut finanziert, hatte einige Erfahrung , viel mehr Man-Power und eine für die Größe des Unternehmens unglaubliche Präsenz im Markt.

Ach und übrigens: Sowas gibt es übrigens auch schon. Mir fallen da auf Anhieb der Univention Server (https://www.univention.de) und der Server der Firma ionas (www.ionas-server.com) ein. Letzterer ist auch eine on-premise Lösung.

Ich wünsche den Gründern viel Erfolg. Ich denke aber, es wird Ihnen sehr schwer fallen, dass zu schaffen, woran Protonet gescheitert ist.

PS: Eine Business Lösung auf Raspi Basis - auch wenn es 30 sind - bietet wohl kaum die Zuverlässigkeit und Stabilität, die ein B2B Gerät aufweisen muss.

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coocser

Für den Preis stelle ich mir lieber 30 Raspis hin. Wer soll das bezahlen???

Selbst ein NAS ist 3x günstiger!

Ich wette diese Hardware wird auch nur 1 Jahr die Schaufenster zieren.

Trotzdem viel Erfolg.

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Markus

Deren Zielgruppe kann mit dem Raspis nichts anfangen und etwas selbst zu machen ist oft günstiger, aber doch kein Hinderungsgrund für erfolgreiche Geschäfte. Ich sehe da eher etablierte Anbieter wie Qnap&Co als Konkurrenten und selbst deren teure Dinger sind günstiger, etablierter, skalierbarer und bereits bei Firmen im Einsatz. Dagegen wird es schwer mit dem Ansatz.

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