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Vanmoof S3 im Test: Der Tesla unter den Pedelecs mit Turbo-Button

Vanmoof S3. (Foto: t3n)

Das niederländische Fahrrad-Startup Vanmoof gilt als Tesla der Fahrradwelt. Das neue Vanmoof S3 hat zwar keinen Autopilot wie ein Model 3, dafür aber eine Menge smarter Features und eine makellose Verarbeitung ohne Spaltmaße. Wir haben das 2.000-Euro-Bike eine gute Woche ausprobiert.

Vanmoofs mittlerweile dritte Generation seines Pedelecs ist vor allem auf den Stadtverkehr ausgelegt. Optisch ist das S3 durch seine markante Geometrie und vor allem das sich über das Steuer- und Sattelrohr hinweg gezogene gerade Oberrohr klar als ein Modell des Herstellers zu erkennen. Das mittlerweile ikonische Designmerkmal hat aber auch einen Zweck: Im Oberrohr ist an den beiden Enden die Beleuchtung untergebracht, wodurch das Rad einen gewissen Minimalismus ausstrahlt.

Vanmoof S3 im Test: Minimalismus von außen …

Unterstrichen wird das minimalistische Design durch überwiegend innen verlegte Kabel und den Verzicht auf zusätzliche Anbauteile. Auch die mattierte Lackierung in Dunkel- oder Hellgrau unterstreicht das schlichte Design. Ebenso reduziert gehalten ist die Lenker- und Vorbau-Einheit, die sich bei Bedarf mit Distanzringen in der Höhe ändern lässt. Nachteil: Eine Möglichkeit, den Lenker zu neigen, gibt es nicht – allerdings ist die festgelegte Position angenehm gewählt. Während des einwöchigen Testzeitraums fiel sie nicht negativ auf.

Vanmoof S3

Vanmoof S3. (Foto: t3n)

Der Minimalismus setzt sich sogar bei der Klingel fort: Anstelle einer klassischen Fahrradglocke setzt Vanmoof auf einen Knopf an der linken Lenkerseite, der mit einem elektronischen Lautgeber – dem in den Rahmen integrierten Lautsprecher – verbunden ist. Ein zweiter, identisch aussehender Knopf ist an der rechten Lenkerseite angebracht und sorgt für eine stärkere Beschleunigung bei der Anfahrt. Dazu aber später mehr. Weiter sind die Schutzbleche des S3 schwarzmattiert und schmiegen sich elegant um die dicken Reifen, die eventuelle Stöße abdämpfen sollen. Ein Federungssystem besitzt es nicht. Das hätte das 19 Kilogramm wiegende Rad unnötig schwerer gemacht.

Am Lenkrad des Vanmoof S3 sind zwei Knöpfe angebracht – links für die Klingel, rechts für den Turbo. (Foto: t3n)

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Durch sein Design ist das S3 ein regelrechter Hingucker. Im Laufe des Tests erhielt das Pedelec neugierige Blicke von Passanten und auch Komplimente wie: „Das ist aber ein schönes Fahrrad!“.

… Hightech von innen

Dass das Vanmoof S3 mehr ist als ein herkömmliches Fahrrad mit Elektroantrieb, sieht man auf den ersten Blick nicht. Es hat kein sichtbares zusätzliches Display – das letztlich auch wieder das minimalistische Design zerstören würde – oder andere auffällige Merkmale. Allerdings versteckt sich unauffällig im Oberrohr ein Matrix-Display mit 166 LED, das auch beim S2 zu finden ist. Das Display zeigt während der Fahrt an, welcher der vier Gänge eingelegt ist und auch die Geschwindigkeit.

Vanmoof S3 Display

Vanmoof S3 mit LED-Matrix-Display. (Foto: t3n)

Wie das S2 ist auch das S3 vollvernetzt wie ein Tesla, wodurch sich das Fahrrad von vielen anderen Pedelecs und Fahrrädern unterscheidet. Vanmoof bietet eine eigene Smartphone-App für seine Bikes an: Nach Verknüpfung mit dem Fahrrad und dem Anlegen eines Vanmoof-Kontos lassen sich in der App viele Funktionen einstellen und verwalten.

Über die App ist es etwa möglich, das Licht ein- und auszuschalten respektive einen Automatikmodus zu aktivieren, oder einen von derzeit drei Klingeltönen einzustellen. Auch die zurückgelegten Fahrten, deren Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeiten und die Restkapazität des Akkus sind einsehbar. Darüber hinaus könnt ihr die Schaltschritte der Viergangautomatik nach eigenen Wünschen einstellen.

Ein Blick in die Vanmoof-App. (Screenshot: t3n)

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Ihr wollt wissen, ob euer Fahrrad noch auf seinem Stellplatz steht? Auch kein Problem: Eine Karte in der App zeigt euch den Standort an. Große Angst, dass euer smartes Bike gestohlen wird, müsst ihr nicht haben, denn zum einen hat der Hersteller ein Schloss in die Hinterradnabe integriert, das ihr mit dem Fuß per Kick schließen könnt. Hierbei müsst ihr lediglich aufpassen, dass Rad und Nabe passend zueinander stehen – entsprechende Striche sind gut erkennbar. Zum Entriegeln müsst ihr euch mit dem verbundenen Smartphone und aktiver Bluetooth-Verbindung nur in die Nähe eures Rads begeben und es ein Stück nach vorn schieben. Schon könnt ihr wieder losradeln.

Vanmoof S3 mit Kickschloss zum schnellen Abschließen. (Foto: t3n)

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Der Sperrbolzen ist aber nicht die einzige integrierte Sicherheitslösung: Sobald das Rad abgeschlossen ist, stellen sich diverse Sensoren scharf und warnen lautstark, wenn sich jemand Unbefugtes am S3 zu schaffen macht oder es wegtragen will. Je länger die Person das Rad bewegt, desto lauter wird der schrille Warnton, der von blinkenden Lichtern und einem animierten Totenkopf im LED-Matrix-Display begleitet wird. Letzteres ist nett, aber eher nur ein Gimmick.

Laut Vanmoof könnt ihr das Rad auch über Nacht draußen stehen lassen. Falls Diebe es trotz des Kickschlosses und Höllenlärms stehlen sollten, stehen die Chancen gut, dass ihr es zurückbekommt – sofern ihr beim Kauf für 290 Euro eine für drei Jahre gültige Diebstahlsicherung abschließt, holen sogenannte Bike-Hunter das Rad zurück. Falls Vanmoof es nicht finden sollte, bekommt ihr ein neues Rad als Ersatz. Laut Hersteller können Diebe recht wenig mit dem Rad anfangen, da es zum einen per GSM-Modem vernetzt und so ortbar ist; zudem sind die Einzelteile kaum weiterverkäuflich, da es überwiegend Spezialanfertigungen für Vanmoof sein sollen. Für 200 Euro mehr lässt sich für drei Jahre ein „Peace of Mind“-Service abschließen, zu dem neben dem Diebstahlschutz auch ein Reparaturservice in 21 Städten weltweit gehört. Der Service deckt laut Vanmoof „alle Schäden ab, die sich aus der regelmäßigen Nutzung ergeben“ – plus eine umfassende Wartung des Fahrrads, „einschließlich aller Kosten für Service und Ersatzteile“.

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