Fundstück

7,8 Millionen Dollar futsch: Paar sammelt Geld für Ethereum-Klage

Paar kommt nicht an seine 3.000 Ether. (Bild: Viktoryabov/Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.
Artikel merken

Sie haben vor sieben Jahren 3.000 Ether gekauft und seitdem keinen Zugriff auf ihre Wallet – jetzt will ein US-Paar die Ethereum Foundation verklagen. Ganz stimmig ist die Geschichte aber nicht.

Im Jahr 2014 hatte die Ethereum Foundation als Organisation hinter der entsprechenden Blockchain und der aktuell zweitgrößten Kryptowährung einen Vorverkauf gestartet. Bei dieser Gelegenheit hatte das aus der US-Hauptstadt Washington stammende Paar Yuki und Art Williams 3.000 Ether erstanden – für 1,5 Bitcoin. Damals waren die Coins knapp 1.000 US-Dollar wert, aktuell sind es rund 7,8 Millionen Dollar. Das Problem: Die Williams‘ kommen nicht an ihr Geld und machen dafür die Ethereum-Entwickler:innen verantwortlich.

Paar sammelt Geld für Ethereum-Klage

Jetzt will das Paar per Crowdfunding 250.000 Dollar zusammenbekommen, um die Ethereum Foundation vor einem Schweizer Gericht verklagen zu können. Konkret geht es Yuki und Art Williams um eine Json-Datei. Diese hatten jene, die sich 2014 an dem Ether-Vorverkauf beteiligt hatten, herunterladen müssen. Darin hätten sich dann die privaten Schlüssel zu der Wallet befunden. Das Paar gab an, diese Datei nie erhalten zu haben.

Ein Detail der Erzählung lässt Beobachter:innen aber fragend zurück. Denn Art Williams erklärte gegenüber dem Nachrichtensender ABC-7-News, es habe damals einen Hinweis gegeben, den Computer während des Ladevorgangs eineinhalb Stunden nicht abzuschalten. Diesen Hinweis findet man aber auf der per Waybackmachine gespeicherten Website der Aktion aus dem Jahr 2014 nicht. Zudem dürfte eine Json-Datei selbst bei der schlechtesten Internetverbindung in nur wenigen Sekunden heruntergeladen sein, wie Golem schreibt.

Hat Ethereum Foundation alte Json-Datei?

Was darüber hinaus gegen den Erfolg einer Klage der Williams‘ gegen Ethereum spricht: In einem Youtube-Video ist zu sehen, dass im Rahmen der Verkaufsaktion Käufer:innen deutlich darauf hingewiesen wurden, die Bitcoin erst dann zu überweisen, wenn die Json-Datei mit dem Wallet-Passwort heruntergeladen worden sei. Außerdem ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Ethereum Foundation überhaupt noch über die Json-Datei verfügt. Anderenfalls hätte sie ja theoretisch Schlüssel zu allen Wallets der damaligen Käufer:innen.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Immerhin: Die Wallet mit den 3.000 Ether gibt es laut Recherchen von Mashable. Und sie wurde tatsächlich seit 2014 nicht mehr angerührt. Die Wallet und die 7,8 Millionen Euro dürften aber letztlich verloren sein. Interessant ist ferner, dass ein Vergleichsangebot einer Schweizer Schlichtungsbehörde im Sande verlaufen sei. Dabei waren, als Reaktion auf frühere Beschwerden der Williams‘, 2.750 Ether geboten worden. Jetzt soll die Klage Klärung bringen.

Das könnte dich auch interessieren

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Digitales High Five
Holger Schellkopf (Chefredakteur t3n)

Anleitung zur Deaktivierung

Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder