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Was Kardiologen zur neuen EKG-Funktion der Apple Watch sagen

Die Apple Watch kann jetzt ein EKG aufnehmen. (Screenshot: Apple/t3n)

Kardiologen sehen die EKG-Funktion der neuen Apple Watch als interessante Möglichkeit zur Früherkennung etwa von Vorhofflimmern. Die App sollte aber einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Die interessanteste neue Funktion bei der Vorstellung der Apple Watch Series 4 am vergangenen Mittwoch war sicher die Möglichkeit, künftig Elektrokardiogramme (EKG) erstellen zu können. Die Smartwatch ist damit laut Apple das erste Gerät, das dies für den normalen Verbraucher tut. Jetzt haben deutsche Kardiologen ihre Einschätzung zu der neuen EKG-Funktion veröffentlicht.

Die Apple Watch verfügt über einen kardialen Monitor, mit dem unregelmäßiger Herzschlag erkannt werden kann. Dafür befinden sich auf der Rückseite ein optischer Pulssensor und ein elektrischer Sensor, die von einer Elektrode in der Krone ergänzt werden. Dank der eigens entwickelten EKG-App kann die Apple Watch 4 ein 1-Kanal-EKG durch einfaches Fingerauflegen auf die Krone aufzeichnen.

Apple Watch: EKG-Funktion kann Vorhofflimmern früh erkennen

Mit der neuen EKG-Funktion kann die Apple Watch den Kardiologen zufolge Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern früh erkennen – dies laut Voruntersuchungen mit einer 95-prozentigen Trefferquote. Allerdings sehen Experten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) „eine zwingende Notwendigkeit weiterer Studien zu dem Device“. Bis anhand der per Smartwatch gesammelten Daten konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden könnten, seien noch umfangreiche klinische Folgestudien notwendig, mahnt etwa Peter Radke, Vorsitzender des Ausschusses Electronic & Mobile Health der DGK.

Die US-Arzneimittelbehörde habe die Technologie zwar zugelassen, in einem entsprechenden Begleitschreiben aber explizit darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse der EKG-App in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden müssten. „Die Apple Watch sollte nicht als Ersatz für einen Besuch beim Arzt verwendet werden, sondern kann vielmehr helfen, relevante Herzrhythmusdaten aufzuzeichnen und einen betreuenden Arzt in der Diagnostik zu unterstützen“, meint Thomas Deneke, Sprecher der Arbeitsgruppe Rhythmologie der DGK.

Apple Watch Series 4
Apple Watch Series 4. (Foto: Apple)

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Die Apple Watch biete laut der Einschätzung der Kardiologen zwar eine „interessante Möglichkeit zum Monitoring möglicher Herzfrequenzauffälligkeiten“. Allerdings sollten Nutzer der EKG-Funktion aber „hinlänglich über die Notwendigkeit einer ärztlichen Begleitung“ aufgeklärt werden. Bisher ist die Funktion aber ohnehin nur in den USA angekündigt. Ob das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die EKG-App ebenfalls genehmigt, sei noch fraglich, erklären die Kardiologen. Ein Hinweis auf die EKG-Funktion findet sich auf der deutschen Apple-Watch-Seite jedenfalls noch nicht.

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