Analyse

Wechat als Wunderwaffe: So begeistert die populäre App deutsche B2B-Unternehmen

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Evonik Industries, früher unter dem Namen Degussa bekannt, nutzt Wechat intensiv, um seinen Namen unter den Graduierten von Chinas Top-Universitäten bekannter zu machen. Dazu setzt das Unternehmen auf Studierende als Markenbotschafter. Xie Jian Chao, Gewinner eines Forschungswettbewerbs im Bereich Materialwissenschaften, ausgetragen von der Shanghaier Tongji-Unversität, schreibt auf dem offiziellen Wechat-Account von Evonik: „Mich inspiriert der junge, dynamische Unternehmensgeist, den ich während des Wettbewerbs erleben durfte.“

Ein Blick in den offiziellen Account des Goethe-Sprachlernzentrums Shanghai mit Ankündigung für den Film „Fack ju “. (Screenshot: Wechat)

Auch Mittelständler begeistern sich für Wechat

Auch klein- und mittelständische B2B-Unternehmen können sich Wechat zunutze machen: Subscription-Accounts lassen sich bereits zu niedrigen Kosten realisieren. Über H5-Kampagnen sind auch Firmen mit geringen Budgets in der Lage, auf ihre Teilnahme an bestimmten Events wie Fachkongressen und Messen aufmerksam zu machen.

Messedienstleister, wie die Messe München-Shanghai, verfügen bereits seit Jahren über sehr gut strukturierte Wechat-Accounts zur Vermarktung ihrer Veranstaltungen wie unter anderem der ISPO (Internationale Fachmesse für Sportartikel und Sportmode). Die Messe Nanjing Stuttgart entwarf im Rahmen der LogiMAT China im April 2016 eine 17-seitige H5-Kampagne, in der die verschiedenen Aussteller, Onsite-Events, Referenten sowie der Veranstaltungsort vorgestellt werden. Über ein Registrierungsformular können sich TeilnehmerInnen anmelden.

Blick auf die Wechat-Benutzeroberfläche. (Screenshot: Wechat)

Gute Planung ist Schüssel zum Erfolg

Was Wechat-Marketing angeht, stellt sich für deutsche B2B-Unternehmen in China heute nicht mehr die Frage nach dem “ob” sondern nur noch nach dem “wie”. Anfang 2017 belief sich die Zahl der offiziellen Accounts bereits auf mehr als zwölf Millionen, bis Jahresende soll sie auf mindestens 14,1 Millionen ansteigen.

Bei ausländischen Unternehmen besteht dennoch nach wie vor großer Aufklärungsbedarf. Gao Xin, General Manager des Headhunting-Unternehmens Asia Solution, das sich auf deutsche B2B-Unternehmen spezialisiert hat, schätzt, dass erst etwa 20 bis 30 Prozent der Unternehmen, mit denen er zusammenarbeitet, über offizielle Accounts verfügen.

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2 Kommentare
Jim
Jim

Ich bin jetzt über 4 Monate in China (Hangzhou) und muss dem Autor recht geben, WeChat ist überall, jeder Kontakt wird per QR-Code sofort hinzugefügt, kein nerviges Nummern tauschen und alle wichtigen Infos kommen über die WeChat Kanäle rein.

Was aber definitiv noch zu erwähnen wäre, ist die gesamte Alipay Plattform, welche WeChat als Zahlungsmittel noch deutlich in den Schatten stellt und worüber Essen, Tickets, Taxi und Taobao (chinesisches Amazon) geregelt werden kann.
Es gibt hier ein richtigen Kampf zwischen den beiden Zahlungsmethoden, Alipay und WeChat. Jeder kleine 1-Mann Obsthändler am Straßenrand hat aber bereits beide QR-Codes und wirklich jeder unter 30 zahlt hier mit dem Handy.

Der Markt in beiden Plattformen ist absolut gewaltig! Wer es da verschläft, kann einpacken.

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Stephan Mayer
Stephan Mayer

Hallo Jim.

ich kann dir nur zustimmen. Mein (kurzer) Artikel zeigt nur einige der Möglichkeiten auf, die WeChat für deutsche B2B-Unternehmen leisten kann – längst nicht alle. Viele deutsche Firmen zögern noch, weil sie die gewaltigen Chancen nicht erkennen. Aber immer mehr sind schon dabei. Was Mobile Payment angeht, ist China Deutschland meilenweit voraus.

Gruß aus Changshu

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