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Ein neuer Wettlauf ins All: Wie die Multimilliardäre den Weltraum erobern wollen

Branson, Bezos, Musk, Allen – die Liste der Superreichen, die einen Weg in den Weltraum suchen, ist lang. Entstehen könnte hier eine Industrie, die Menschen, vor allem aber auch Satelliten und andere Gerätschaften, ins All bringt.

4 Min. Lesezeit
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Die Falcon-Heavy-Rakete auf der Startrampe des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral. (Foto: SpaceX)

Was tut man mit seinem Geld, wenn man so viel hat, dass man sich so ziemlich alles leisten kann, was es auf dieser Welt zu kaufen gibt? Man versucht, den Weltraum zu erobern und für sich (und andere Betuchte) nutzbar zu machen.

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Kein Zweifel: Zwischen den Multimilliardären Elon Musk, Sir Richard Branson und Jeff Bezos ist ein regelrechtes Rennen um den Weg ins All entstanden. Der Vierte im Bunde, Microsoft-Mitgründer Paul Allen ist letzte Woche verstorben. Es geht dabei einerseits um Weltraumtourismus für die Superreichen, um die Besiedlung von Mond und Mars, um den (wohl lukrativeren) Transport von Gegenständen ins All – und sicherlich auch um ein Ego-Rennen der drei Milliardäre, die allesamt ihr Geld in anderen Industrien gemacht haben.

Das Besondere daran ist, dass es sich bei den Initiativen um Positionierungen handelt, die die regierungsfinanzierte Raumfahrt außen vorlässt. Die wiederum wird weltweit auf jährlich 300 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei sich insbesondere die Nasa hier etwas zurückzieht. Während man davon ausgehen kann, dass die Grundlagenforschung für den bemannten Raumflug aufwendig und teuer ist, könnten Weltraumtransporte schon in absehbarer Zeit ein lukratives Geschäftsfeld werden.

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Jeff Bezos. (Foto: Blue Origin)

Jeff Bezos: Amazon-Gründer will Passagiere in den Weltraum bringen

Da ist zum Ersten Jeff Bezos. Der Amazon-Gründer erklärte einmal, dass er jedes Jahr eine Milliarde US-Dollar an Amazon-Aktien verkaufe, um diese in sein Weltraumprojekt zu investieren. Es geht dabei um Weltraumtourismus mithilfe von wiederverwendbaren Raketen. Bezos will offenbar für 200.000 bis 300.000 Dollar Menschen in die Schwerelosigkeit bringen. Dazu will Blue Origin, so der Name des Bezos’schen Weltraumunternehmens eine Trägerrakete einsetzen, die das Unternehmen seit 2013 selbst entwickelt. Man wolle damit Menschen in rund 100 Kilometer Höhe bringen – das ist der allgemein anerkannte Beginn des Weltraums.

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Erste Schritte auf dem Weg ins All hat man offenbar bereits geschafft: Schon 2015 gelang die erste vertikale Landung, inzwischen hat man erste Nutzlasten ins All transportiert und auch die Erprobung des Bordcomputers, der die Trägerrakete „New Shepard“ steuert, schreitet im Laufe der inzwischen acht erfolgreichen Flüge voran. Bemannte Flüge hat man freilich noch nicht durchgeführt – hier steckt aber bekanntermaßen die eigentliche Herausforderung. Die sollen dann im Übrigen nicht in die Umlaufbahn um die Erde einschwenken, sondern die Rakete soll lediglich einige Minuten in der Schwerelosigkeit verbringen und dann in der Kapsel mit Hilfe von Fallschirmen wieder zur Erde zurückgelangen, während die Trägerrakete wieder selbstständig landet. Weitere Tests sollen in den nächsten Monaten folgen.

Richard Branson: Technik noch nicht fertig, Tickets schon erhältlich

Virgin-Gründer Richard Branson sucht ebenfalls den Weg in den Weltraum. (Bild:  Matthias Balk/dpa)

Der britische Milliardär will mit seinem Weltraumflugunternehmen Virgin Galactic ebenfalls Menschen ins All bringen. Offenbar steht hierfür allerdings noch kein funktionstüchtiges Raumschiff zur Verfügung, obwohl Bransons Unternehmen bereits den Preis für die Tickets kennt: Von 250.000 Dollar ist die Rede. Ob Bransons Unternehmen daher in absehbarer Zeit tatsächlich Menschen ins All bringt, ist unklar. Bekannt sind dagegen mehrere Todesfälle: Bei der Erprobung 2007 endete der Test eines Triebwerks für drei Menschen tödlich und der Raumschiff-Prototyp „Spaceshiptwo“ brach 2014 – aufgrund eines Pilotenfehlers, wie es später hieß – und kostete einen Piloten das Leben.

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Elon Musk: Tesla-Gründer setzt auf Weltraumtransporte

Der Gründer des Autobauers Tesla hat im Februar mal wieder für Schlagzeilen gesorgt, als der Unternehmer seinen Tesla in Form eines Cabriolets mit Hilfe seiner SpaceX-Rakete namens „Falcon Heavy“ ins All schoss. Eine gute PR-Maßnahme, aber doch mehr als ein simpler Werbegag. Die Besiedlung des Mars ist eine der Visionen, die Musk hat und an der er mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit festhält.

Elon Musk will Yusaku Maezawa zum Mond schicken. (Bild: Twitter/Yusaku Maezawa)

Auch Weltraumtouristen will Musk ab 2023 transportieren, gab der Multimilliardär laut Medienberichten an. Der erste Passagier soll der japanische Modemacher Yusaku Maezawa werden, der einen hohen, aber ungenannten Preis für den Flug bezahlt und noch einige weitere Passagiere mitnehmen will. Und auch wenn Anfang des Jahres eine der drei Trägerraketen nicht wie geplant landete, sondern im Atlantik versank, könnte Musk zu den ersten gehören, die es schaffen, größere Lasten ins All zu transportieren – und dies auch zu vergleichsweise moderaten Kosten, weil die Raketen wiederverwendbar sein sollen.

Paul Allen: Ein 250 Tonnen schweres Flugzeug für den Weltraum

Microsoft-Mitgründer Paul Allen 2011. (Foto: dpa)

Auch Microsoft-Mitgründer Paul Allen war ein Weltraumpionier. Wie es mit seinem Unternehmen nach seinem Tod weitergeht, ist unklar. (Foto: dpa)

Der vierte Superreiche ist der in der vergangenen Woche verstorbene Microsoft-Mitgründer Paul Allen. Er war nicht nur der technische Kopf hinter Microsoft, sondern engagierte sich auch seit vielen Jahren in der Luft- und Raumfahrt. Nach eigenen Angaben war er vor 14 Jahren der alleinige Investor für ein Experimentalflugzeug für kommerziellen suborbitalen Raumflug. Ihm gelang auch der erste finanzierte suborbitale Raumflug ins All. Deutlich lukrativer als der Transport von Menschen könnte für Allens Firma allerdings der Satelliten- und Lastentransport werden. Hier baut Allens Unternehmen Stratolaunch das weltgrößte Flugzeug mit 177 Metern Flügelspannweite und 72 Metern Länge. Wie es mit dem Unternehmen nach seinem Tod weitergeht, ist unklar. Allen selbst hat den Jungfernflug des 250 Tonnen schweren Flugzeugs nicht mehr erleben dürfen.

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