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Welche Daten Whatsapp künftig mit Facebook teilt – und was du dagegen tun kannst

(Foto: Allyouneedfresh)

Fast zwei Jahre nach der Übernahme von Whatsapp will Facebook die Dienste enger miteinander verzahnen. Nutzer können teilweise widersprechen. Kritik kommt von einem Datenschützer.

Bestehende Whatsapp-Nutzer können personalisierter Werbung widersprechen

Künftig sollen die Telefonnummer des Whatsapp-Nutzers sowie Informationen dazu, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird, an Facebook weitergegeben werden. Zugleich betonte Whatsapp, dass Facebook auf keinen Fall Zugang zum Inhalt von Kurzmitteilungen bekommen werde. Mit der Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Frühjahr seien sie ohnehin nur für die beteiligten Nutzer und nicht einmal für WhatsApp selbst einsehbar, hieß es.

Mit dem Abgleich der Telefonnummer solle unter anderem relevantere Werbung bei Facebook angezeigt werden, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Auch die Freunde-Suche solle so verbessert werden. Von dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar kam scharfe Kritik an den Änderungen.

Bestehende Whatsapp-Mitglieder können zumindest der Verwendung ihrer Daten für die Personalisierung von Facebook-Werbung und Freunde-Vorschläge widersprechen, wie der Dienst klarstellte. Wie das geht erläutert das Unternehmen auf der eignen Website. An Facebook weitergegeben werde die Telefonnummer trotzdem. Die Informationen könnten dann von Facebook zum Beispiel verwendet werden, um den Betrieb der Infrastruktur und die Sicherheit zu verbessern, hieß es.

Datenschützer: Einstieg von Whatsapp in die Kapitalisierung von Daten

Wenn zum Beispiel ein Whatsapp-Nutzer seine Handy-Nummer auch mit Händlern geteilt habe, die Anzeigen bei Facebook schalten und dafür ihre Datenbanken hochluden, könnten ihm durch den Abgleich Angebote des Geschäfts eingeblendet werden. In den neuen Nutzungsbedingungen geht es auch um die Pläne, Whatsapp für die Kommunikation zwischen Nutzern und Unternehmen einzusetzen. Das hatte Mitgründer Jan Koum Anfang des Jahres angekündigt. Auch der zweite große Kurzmitteilungsdienst des Online-Netzwerks - der Facebook Messenger - will eine große Rolle bei Kontakten zwischen Firmen und ihren Kunden spielen.

Datenschützer Caspar kündigte eine Prüfung der Pläne an: „Jenseits der wenig klaren und in sich intransparenten Datenschutzhinweise wird zu untersuchen sein, in welcher Weise der Datenaustausch stattfindet und ob es hierfür eine rechtliche Grundlage gibt.“ Das Teilen der Informationen von Nutzerkonten zwischen Facebook und Whatsapp ohne Einwilligung der Nutzer sei nach europäischen und nationalen datenschutzrechtlichen Standards massiv in Frage zu stellen.

„Allein das Wissen über die gespeicherten Telefonnummern der Nutzer eröffnet Perspektiven, für die jeder Geheimdienst dankbar wäre.“ Der Schritt markiere den Einstieg von Whatsapp in die Kapitalisierung von Daten und werde dazu führen, „dass Facebook noch mehr über seine Nutzer weiß als zuvor“, warnte Caspar.

Whatsapp-Gründer: Lege großen Wert auf den Schutz der Privatsphäre

Facebook hatte Whatsapp im Herbst 2014 für rund 22 Milliarden Dollar übernommen. Der Kurzmitteilungsdienst hat inzwischen mehr als eine Milliarde Nutzer. Der ursprüngliche Plan von Koum war, Whatsapp mit einer Jahresgebühr von rund einem Dollar beziehungsweise Euro pro Nutzer als unabhängige Firma zu betreiben. Die Übernahme durch Facebook brachte dem Dienst den Zugang zu der gigantischen Rechen-Infrastruktur des Online-Netzwerks. Zugleich wurde Whatsapp wieder zu einer kostenlosen Anwendung. Klar war dabei, dass an irgendeinem Punkt eine Möglichkeit gefunden werden müsste, wie Facebook von dem Milliardendeal auch finanziell profitieren kann.

Zugleich hatte der Ukrainer Koum stets betont, dass er auch durch seine Kindheitsjahre in der kommunistischen Sowjetunion großen Wert auf den Schutz der Privatsphäre lege. In Brasilien war Whatsapp in den vergangenen Monaten auf richterlichen Beschluss wiederholt blockiert worden, weil der Dienst keine verschlüsselten Mitteilungen herausrückte. „Unser Glaube an private Kommunikation ist nicht zu erschüttern“, hieß es auch im Blogeintrag am Donnerstag.

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7 Reaktionen
Thomas

Ja ja, es war doch klar dass es so kommt. Jetzt macht die Hure Whatsapp für Facebook die Beine breit. Wer seit der Übernahme von Facebook weiterhin Whatsapp verwendet hat, der darf sich nirgendwo mehr über fehlenden Datenschutz beschweren. Die Facebook-App, den Facebook-Messenger und Whatsapp auf dem Smartphone haben und sich dann irgendwo beschweren, weil er sich Sorgen um den Datenschutz macht. So Leute liebe ich.

Wenn es nach mir geht kann der ganze Laden gerne hops gehen. Sowohl Facebook als auch Whatsapp. Die Nutzerzahlen sind ja derzeit mal wieder rückläufig. Hoffentlich bleibt es so.

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Björn

Noch gibt es die Einstellung, zumindest bei mir, nicht. Aber so sollte es auszuschalten sein.
https://www.whatsapp.com/faq/general/26000016

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Gerard

Danke, Björn. Ich habe diese "Option 2" noch gar nicht, weil ich die neuen Bestimmungen auch noch gar nicht vorgeschagen bekommen habe (und somit nicht aus Versehen zustimmen konnte). Und trotzdem bin ich mir einigermassen sicher, dass facebook schon alles aus meinem Telefonbuch über WhatsApp abgesaugt hat!

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Gerard

Mache seit ca. 1 Woche genau die gleiche Erfahrung. Komplet neue Kategorie von Freundesvorschlägen, die nur aus meinem Telefonbuch stammen können.

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Hendrik

Ich wusste es bzw. glaube ich, dass Facebook schon länger damit experimentiert. Immer wieder habe ich bei Facebook Freundesempfehlungen erhalten, für Leute die ich zwar in WA habe, aber Leute die Null mit meinem sonstigen Bekanntenkreis zu tun haben.

Und wo kann ich dieser Datennutzung widersprechen?

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Stephan Dörner

Wie das geht ist hier erläutert: https://www.whatsapp.com/faq/de/general/26000016

Wir haben den Link inzwischen im Bericht ergänzt.

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ixk

War das beim "big deal" nicht klar erkennbar ?
Leute wacht mal auf !
Ihr verkauft eure sensiblen Information für die Nutzung kostenloser Dienste ohne das ihr es bemerkt !

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