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Günstige Windows-10-Lizenz bei Edeka: Das steckt dahinter

Windows 10. (Foto: Shutterstock / g0d4ather)

In vielen Edeka-Supermärkten gibt es derzeit neben iTunes- und Netflix-Gutscheinen auch günstige Windows-10- oder Office-2019-Lizenzen. Aber ist das Angebot auch legal?

Wer online auf der Suche nach günstigen Lizenzen für Microsoft-Produkte wie Windows oder die Office-Suite ist, stößt auf einschlägigen Marktplätzen oder Webseiten von Anbietern schnell auf günstige Lizenzen. Statt etwa 145 Euro für die Vollversion von Windows 10 Home in Microsofts Online-Shop zu bezahlen, werden für sogenannte OEM-Versionen teils kaum mehr als zehn Euro fällig. Jetzt bieten viele Edeka-Supermärkte günstige Lizenzen für Windows 10 oder Office 2019 an. Können Kunden da bedenkenlos zugreifen?

Edeka-Cards für Windows 10 und Office-Suite

Die Computerzeitschrift c’t ist der Frage nachgegangen. Zunächst einmal stammen die Karten an den Edeka-Aufstellern von dem Kölner Anbieter Lizengo. Der bietet vergleichsweise günstige Software auch auf seiner Webseite an. Die Lizenzen stammen laut Lizengo aus Überbeständen von Microsoft-Kunden, die die Firma in großen Mengen aufkaufe. Wer eine der Karten bei Edeka kauft, erhält nach dem Bezahlen eine zwölfstellige PIN. Über diese wird das entsprechende Softwarepaket geladen (von den Microsoft-Servern) und ein Aktivierungsschlüssel des Softwareriesen bereitgestellt.

Im Test von c’t ist die Installation zweier über die Lizengo-Cards gekauften Produkte – Windows 10 und Office 2019 Standard – nahezu problemlos vonstatten gegangen. Lediglich beim Aktivieren der Office-Suite gab es offenbar eine kurze Irritation. Lizengo bietet Kunden aber an, dass mögliche Probleme mit einem Lizenzschlüssel ausgeräumt würden. Etwa, indem ein neuer zugesendet werde.

Softwarelizenzen: Ist das Angebot legal?

Die wichtigste Frage dürfte aber sein, ob das Angebot wirklich legal ist. Hierzu gab es auf Anfrage der c’t von Microsoft keine eindeutige Antwort. Allerdings verwies der Softwareriese auf Urteile des Europäischen und des Bundesgerichtshofes, wonach der Vertrieb durch Lizengo zumindest nicht eindeutig illegal ist. Microsoft behält sich allerdings das Recht vor, Aktivierungsschlüssel zu blockieren, etwa bei einem Update.

Im Falle des Einkaufs der Lizenzschlüssel bei Edeka sollten Kunden aber unbedingt den Kassenbon aufbewahren. Damit werde der Kaufvertrag mit dem Supermarkt belegt, erklärt c’t. Der Kunde habe damit eine Handhabe, „bei Lizenzproblemen innerhalb der Gewährleistungsfrist sein Geld zurückzufordern“, so die Computerzeitschrift. Die Gewährleistungsfrist beträgt zwei Jahre.

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3 Kommentare
lizenzstinktier
lizenzstinktier

Lizengo, Lizenzfuchs, Tornadosoft usw. Alles der selbe Laden. Die Händler die mit MAK Schlüsseln Geld verdienen, sprießen gerade wie Pilze aus dem Boden.

Ich arbeite in der Software Branche und berate unsere Kunden bezüglich dem Microsoft Lizenzrecht. Alle diese Anbieter, haben eins gemein: Sie beziehen sich auf das Urteil zu Gebrauchtlizenzen und fühlen sich so sicher. In Wirklichkeit sind das alles keine gebrauchten Lizenzen aus ehemaligen Lizenzverträgen, sondern alles MAK Schlüssel die unerlaubt mehrfach weiterverkauft werden. Dazu nutzen diese Händler die Kulanz von Microsoft aus, einzelne Keys aus Volumenlizenzen (MAK Keys) bis zu 50 x aktivieren zu können.

Hier mal deren Geschäftsmodell erklärt am Beispiel Microsoft Office Standard.

1. Die Unternehmen kaufen neue Lizenzen aus legalen Bezugsquellen. Die Preise starten ab 450 € Brutto für das MS Office Standard 2019 z.B. im Open License Programm. Mit dem Kauf erwirbt man das Nutzungsrecht auf einem Gerät + 1 Mobiles Gerät wie z.B. ein Notebook. Diese Lizenz wird über das VLSC Portal in Form eines MAK Schlüssels bereitsgestellt. Zusätzlich erhält der Kunde ein Downgraderecht, sodass er auch ggf. Office 2016 installieren kann. Dafür gibt es einen weiteren Schlüssel über das VLSC Portal.

2. Der Kunde hat nun pro bestellte Lizenz das Recht, Office Standard auf einem Gerät + Zweitkopie Recht zu nutzen. MAK Schlüssel aus Volumenlizenzen lassen sich aber bis zu 50 x aktivieren. Das liegt einfach daran das MS kein Bock auf den Support hat, wenn man mal ein Gerät neu installiert wird. Außerdem wird so das Deployment erleichtert. Lizengo hat nun also eine Lizenz gekauft, hat aber 2 Schlüssel die sich jeweils bis zu 50 x aktivieren lassen.

3. Diese Schlüssel werden nun so oft verkauft bis das Limit dieser 50 Aktivierungen überschritten wird. Das erklärt auch warum manche Keys ungültig sind und diese dann nachgesendet werden. Lizenzgo kann nicht prüfen ob ein Kunde den Key ggf. nicht 10 x aktiviert. Es wird dann einfach ein anderer Key versendet. Immerhin kaufen die eine Lizenz und verkaufen das Ganze dann 100fach weiter. Das erklärt auch warum die solche hohen CPC’s bei Google leisten können. Von so einer Marge träumt jeder Unternehmer. Das Gerichtsurteil bezüglich Gebrauchtsoftware ist hier also nichtaussagend. Das ist schlicht Betrug. Es werden einzelne Lizenzen die lizenrechtlich nur einmal genutzt werden dürfen (+ Zweitkopierecht) mehrfach weiterverkauft. Nichts anders findet man auf Ebay. Teilweise aber schon für 5 Euro. Lizengo hat es nur geschafft die Webseite halbwegs serios aussehen zu lassen. Ihr Geschäftsmodel beruht aber auf der Unwissenheit der Anwender. Nur weil ein Key sich aktivieren lässt, hat man noch lange nicht das Nutzungsrecht für die Software erworben. Für Gute Bewertungen von Privatanwendern reicht es aber. Für Privatanwender mag das völlig egal sein. Für Unternehmen kann das bei einem Lizenzaudit aber richtig teuer werden. Alle Lizenzen müssen dann teurer nachbestellt werden. Teilweise mit Software Assurance. Dann wird das Ganze richtig teuer. Zwischendurch sperrt Microsoft auch mal MAK Keys wenn bestimmte Händler auffliegen. Die Kunden stehen dann mit nichts da. Bis dahin, haben diese Händler schon 3 neue Unternehmen gestartet und beginnen das Spiel von vorne.

Wer mir nicht glaubt, kann testweise das MS Office Home and Business bestellen. Das sind keine MAK Keys und diese lassen sich auch nur 1 x aktivieren. Ihr werdet eine E-Mail erhalten, mit dem Hinweis das dieses Produkt ausverkauft ist. Gottseidank bekommt ihr dann die höherwertigere Office Professional Plus Lizenz (nur verfügbar über Volumenlizenzen für Unternehmen) die ja sowieso viel teurer und wertvollerist zugesendet.xD Das ist dann wiederum ein MAK Key, den die 50 x weiterverkaufen. Wir haben das anhand von Testbestellungen geprüft. Ich kann das Ganze einwandfrei beweisen.

Ihr könnt auch die Konsole starten und den Befehl slmgr /dli ausführen. Dann seht ihr auch ob ihr „gebrauchte Retail Lizenzen“ erhalten habt oder MAK Keys. Echte Lizenzübergaben gibt es von manchen ehrlichen Gebrauchtsoftware Anbietern auch. Zu 90 % wird aber genau dieser MAK Key Vorgang ausgenutzt und als gebrauchte Software verkauft. Auffällig war auch das nach Release von Windows Server 2019 es schon tausende gebauchte Lizenzen gab. :D

Fazit:

Unternehmenskunden: Nicht dumm sein und nur über offizielle Quellen kaufen. Wenn z.B. ein Office Professional Plus aus offiziellen Quellen 600 € kostet, kann man sich mit gesundem Menschenvertsandschon denken, dass da was faul ist.

Privatkunden: Macht was ihr wollt. Im schlimmsten Fall wird euer Schlüssel einfach nur gesperrt.

Microsoft intressiert das alles nicht, weil die keine Kontrolle mehr darüber haben. Für die ist nur noch das Cloud Geschäft mit z.B. Azure, Office 365 usw interessant. Die Zukunft ist das Abo. Usergebundene Lizenzen.

Ihr könnt eurer eigenes Business auf Ebay und co starten. Kauft Lizenzen aus dem Microsoft Open License Lizenzmodell und verkauft das ganze 50 x weiter. MS scheint es nicht zu stören. :D

Antworten
Christoph
Christoph

Und warum scheint das Spielchen auch mit Office 365 zu funktionieren?

Antworten
lizenzstinktier
lizenzstinktier

Die Office 365 Preise bei Lizengo sind nicht besser als die üblichen Konditionen bei anderen Händlern. Eben genau aus dem Grund weil hier der MAK Schlüssel Trick nicht funktioniert.

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