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Ratgeber

Windows 10 S, Pro und Home: Das sind die Unterschiede

Windows 10. (Foto: Microsoft)

Im Juni wird Microsoft Windows 10 S einführen. Was sind eigentlich die Unterschiede zu Windows 10 Pro und Home? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Windows 10 S ist die neueste Variante des weit verbreiteten Desktop-Betriebssystems von Microsoft. Die neue Version ist laut Unternehmen für Bildungseinrichtungen entwickelt worden, kann aber auch von Windows-Kunden verwendet werden, die großen Wert auf eine konstante Leistung und erweiterte Sicherheit setzen, so das Unternehmen.

Optisch gibt es auf den ersten Blick kaum Unterschiede zu den anderen Windows-10-Versionen. Allerdings bietet es zahlreiche Funktionseinschränkungen, die im Bildungsbereich durchaus sinnvoll erscheinen, aber nicht jedermanns Sache sein dürften. Wir fassen für euch die relevantesten Unterschiede zusammen.

Windows 10 S im Vergleich. (Bild: Microsoft)

Windows 10 S: Schneller als Windows 10 Pro und Home

Einer der beworbenen Vorteile der neuen Windows-Version ist die Performance: Rechner mit vorinstalliertem Windows 10 S sollen binnen 15 Sekunden hochfahren und startbereit sein. Die S-Version soll zwar auf demselben Core wie die anderen Windows-10-Versionen basieren, allerdings wurde die S-Version entschlackt. Auf diese Weise kann das OS auch auf weniger performanten oder älteren Geräten rund laufen. Laut Microsoft reichen vier Gigabyte RAM und 64 Gigabyte Speicher vollkommen aus – optimal für das Klassenzimmer. Bei den meisten handelsüblichen Windows-Versionen dauert der Startvorgang zumeist ein Weilchen länger.

Windows 10 S soll auf vielen erschwinglichen Notebooks vorinstalliert sein (Bild: Microsoft)

Für Bildungseinrichtungen praktisch: Mittels eines vorkonfigurierten USB-Sticks lassen sich mehrere Rechner rasch mit der gleichen Windows-10-S-Version inklusive Anwendungen ausrüsten. Das funktioniert mit Home und Pro nicht.

Windows 10 S soll eine bessere Akkulaufzeit bieten und sicherer sein

Ein Blick auf das gleichzeitig mit Windows 10 S enthüllte Surface Laptop deutet darauf hin, dass die Akkulaufzeit des Betriebssystems signifikant besser sein könnte als bei Windows 10 Pro oder Home: Das neue Notebook soll bis zu 14,5 Stunden ohne Aufladen auskommen.

Windows 10 S soll besonders sicher sein. (Bild: Microsoft)

Ob Microsoft das markige Versprechen halten kann, bleibt abzuwarten, denn Hersteller sind bei den Angaben der Akkulaufzeiten ihrer Produkte nicht selten zu großzügig. Dennoch werden meist nicht mehr als zehn bis zwölf Stunden Laufzeit versprochen.

Windows 10 S erinnert mit seinen Einschränkungen an Windows RT

Erinnert ihr euch noch an das erfolglose Windows RT, das Microsoft zusammen mit Windows 8 auf den Markt gebracht und speziell für Tablets mit ARM-Architektur entwickelt hatte? Wie die Anfang 2015 eingestellte Windows-Variante können unter Windows 10 S ausschließlich Anwendungen aus dem Windows-Store installiert werden.

Die App-Installation erfolgt bei Windows 10 S ausschließlich über den Windows-Store. (Bild: Microsoft)

Mit dieser Einschränkung haben IT-Admins und Lehrkräfte zwar mehr Kontrolle darüber, dass keine Anwendungen aus inoffizieller Quelle installiert werden, und außerdem dürfte man sich so weder Malware noch Viren einfangen. Auf der anderen Seite können Drittanbieter-Anwendungen wie Erweiterungen für Photoshop und andere Programme oder auch Google Fotos und mehr nicht auf Windows 10 S genutzt werden.

Bei Windows 10 Home und Pro existieren diese Einschränkungen bekanntlich nicht, sofern Nutzern die Berechtigungen durch den Admin erteilt wurden. Ihr könnt alle Anwendungen installieren, die ihr benötigt, auch wenn sie nicht im Windows-Store zu finden sind.

Windows 10 S: Bing und Edge sind Pflicht

Während euch unter Windows 10 Pro und Home freigestellt ist, welchen Browser und welche Suchmaschinen ihr als Standard nutzen wollt, sieht das bei der S-Version gänzlich anders aus: Es führt kaum ein Weg an Bing und Edge vorbei – die Microsoft-Dienste sind standardmäßig und unveränderbar als default eingestellt.

Googles Chrome-Browser könnt ihr unter Windows 10 S nicht nutzen. (Bild: t3n)

Es ist zwar möglich, einen anderen Browser zu verwenden – wenn ihr aber in einem Dokument oder einer Mail auf einen Hyperlink klickt, wird die Website stets im Edge-Browser geöffnet. Um den Browser zu umgehen, müsst ihr die HTML-Adresse kopieren und von Hand in das Adressfeld des Browsers eurer Wahl einfügen.

Google Chrome könnt ihr aber bis auf Weiteres nicht nutzen, denn dieser wird nicht im Windows-Store geführt. Seitens Microsofts steht es Google aber frei, ihn dort anzubieten.

Windows 10 S besitzt zahlreiche Funktion der Pro-Version

Interessanterweise basiert Windows 10 S nicht auf der Home, sondern der Pro-Version. Damit besteht Zugriff auf Features wie Azure Active Directory (AD), Mobile Device Management (MDM) und die Business-Version von Windows-Update und dem Windows-Store, inklusive Bitlocker und Enterprise-Roaming.

Windows 10 S: Feature-Vergleich mit Windows 10 Home und Pro. (Screenshot: Microsoft)

Windows 10 S ohne Linux-Bash

Microsoft hatte auf der Build 2017 angekündigt, die Linux-Bash-Shell über den Windows-Store zur Verfügung zu stellen, um den Installations-Aufwand zu reduzieren. Deswegen gingen viele Nutzer davon aus, dass die Linux-Distros damit auch auf Windows 10 S ausgeführt werden könnten. Das ist aber nicht der Fall, wie Microsofts Rich Turner in einem Blog-Post bestätigte.

Ubuntu, Fedora und OpenSure können unter Windows parallel installiert werden. (Screenshot: Microsoft)

„Nur weil eine App im Windows-Store angeboten wird, heißt es nicht automatisch, dass sie auch sicher und passend für Windows 10 S ist“, erläutert Turner im Beitrag. Weiter schreibt er, dass es einige Apps gebe, die nicht auf Windows 10 S ausgeführt werden dürfen – dazu gehören alle Kommandozeilen-Apps, Shells und Konsolen. Turner stellte zudem klar, dass Windows 10 S in erster Linie für Studenten, Schüler und Nutzer entwickelt wurde, die technisch weniger versiert seien und erwarten, dass ihre Rechner sicher, schnell, zuverlässig und effizient arbeiten.

Auch wenn Windows 10 S im Funktionsumfang eingeschränkt sei, könne die Version dennoch für das Schreiben von Code im Web, auf IoT-Geräten oder auf einer virtuellen Maschine per SSH genutzt werden, so Turner. Solche Szenarien erforderten keinen Zugriff auf das System eines Rechners. Nutzer, die entsprechende Funktion benötigen, müssten auf die Pro-Version updaten.

Windows 10 S: Upgrade auf Pro-Version möglich

Auch, wenn Windows 10 S in vielen Belangen näher an Windows 10 Pro gelagert ist, könnt ihr wie bei der Home-Version über den Windows-Store ein Upgrade auf die Pro-Version durchführen. Ob ihr das letztlich machen wollt, bleibt euch überlassen – einige User und Nutzer im Bildungsumfeld dürften mit der eingeschränkten Windows-Version womöglich sicherer fahren.

Notebooks mit Windows 10 S können via Windows-Store auf Windows 10 Pro aktualisiert werden – es gibt aber kein Zurück. (Bild: Microsoft)

Falls ihr aber den vollen Funktionsumfang von Windows 10 Pro ausnutzen wollt, habt ihr die Möglichkeit, upzugraden. Kauft ihr beispielsweise das Surface Laptop, das ab Werk mit Windows 10 S ausgeliefert wird, könnt ihr bis Ende dieses Jahres kostenlos auf die volle Windows-Version umsteigen. Regulär müsst ihr 49 US-Dollar für das Upgrade ausgeben. Ein nachträglicher Rollback auf Windows 10 S ist laut Microsoft nicht möglich.

So sieht Microsofts Surface Laptop aus
(Bild: Evleaks)

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Windows 10 S könnte in Schulen ankommen – aber nicht mit dem Surface Laptop

Microsoft verspricht, dass Notebooks mit vorinstalliertem Windows 10 S ab 189 US-Dollar angeboten werden. Mit diesem Einstiegspreis dürften Geräte mit Windows 10 S eine interessante Option für den Bildungsbereich beziehungsweise für Schulen sein. Das Surface Laptop, auf dem die neue Windows-10-Version vorinstalliert ist, wendet sich mit seinem Anfangspreis von 1.049 Euro an eine ganz andere Käuferschicht – neben Studenten und Lehrkräften dürfte das Gerät eine breite Masse ansprechen, die dazu bereit ist, über 1.000 Euro für ein recht hübsches und allem Anschein nach gut verarbeitetes Notebook auszugeben.

Ob Microsoft in den USA an den Erfolg von Googles an Bildungseinrichtungen weit verbreitetem Chrome OS anknüpfen kann, lässt sich schwer prognostizieren. Leicht dürfte es nicht sein, denn ein Plattform-Wechsel ist stets mit viel Aufwand und neuen Investitionen verbunden.

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