Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Mozilla-Studie: Youtubes Empfehlungen sind immer noch eine Katastrophe

Daten von 37.000 Nutzer:innen zeichnen ein deutliches Bild: Teilweise verstoßen die Empfehlungen des Youtube-Algorithmus sogar gegen die eigenen Richtlinien.

Von Eike Kühl
2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige

Liegt häufig daneben: Youtubes Empfehlungs-Algorithmus (Foto: Daniel Krason / Shutterstock)

Youtube brüstet sich gerne damit, einen komplexen Empfehlungs-Algorithmus zu haben, der den Zuschauerinnen und Zuschauern stets die mutmaßlich besten Inhalte anzeigt, die sie direkt im Anschluss an einen Clip gucken können. Und wer hat nicht auch schon einmal (oder hundertmal) auf eines der Videos geklickt, die einem von Youtube in der rechten Spalte oder auf der Startseite empfohlen wurden?

Anzeige
Anzeige

Wie eine Untersuchung von Mozilla nun herausfand, sind die empfohlenen Inhalte aber häufig alles andere als passend und schon gar nicht perfekt. Im Gegenteil, in manchen Fällen bringen sie Videos hervor, die wahlweise als verstörend, hasserfüllt oder als Fake News bezeichnet werden können – und die somit gegen Youtubes eigene Richtlinien verstoßen.

Für die Untersuchung hat Mozilla seit September vergangenen Jahres freiwillig gespendete Daten von rund 37.000 Nutzerinnen und Nutzern ausgewertet. Sie alle nutzten Mozillas Browser-Erweiterung RegretsReporter, über die sie Youtube-Videos flaggen konnten, die ihnen vom Algorithmus empfohlen wurden, die aber für Enttäuschung sorgten. Und das waren eine ganze Menge. Wie Mozilla schreibt, reichen die Inhalte von Covid-Angstmacherei über politischer Desinformation bis hin zu komplett unangemessenen Cartoons für Kinder.

Anzeige
Anzeige

Vor allem nicht-englischsprachige Nutzer bereuen die Empfehlungen

Unter den vom Youtube-Algorithmus empfohlenen Inhalten, die von den Nutzern selbst als unpassend gemeldet wurden, waren laut Mozilla 43 Prozent, die überhaupt nichts mit den vorher geschauten Clips zu tun hatten. Zwölf Prozent der gezeigten Videos verstießen zusätzlich gegen die Richtlinien der Videoplattform. 200 dieser Clips seien inzwischen gelöscht worden.

Anzeige
Anzeige

Besonders deutlich war die Diskrepanz zwischen Erwartung und Enttäuschung unter Userinnen und Usern in nicht-englischsprachigen Ländern. Hier lag die Rate der bereuten Videos bei 60 Prozent – mehr als die Hälfte der empfohlenen Videos fanden die Nutzer also als nicht hilfreich oder zumindest enttäuschend.

Für Brandi Geurkink von Mozilla ist das ein Beweis, dass Youtube schadhafte Inhalte nicht nur hostet, sondern gezielt empfiehlt, also verbreitet. „Youtube muss zugeben, dass sein Algorithmus so konzipiert ist, dass er Menschen schädigt und falsch informiert“, sagt Geurkink. In einem Statement antwortet das Unternehmen, dass man allein im vergangenen Jahr über 30 Änderungen eingeführt habe, um schädliche Inhalte weniger zu empfehlen. Regelmäßig löscht die Plattform Kanäle, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen. Doch reicht das?

Anzeige
Anzeige

Die Untersuchung von Mozilla bestätigt die Kritiker, die schon seit längerem von Youtube fordern, stärker gegen Falschinformationen und Hate-Speech vorzugehen. Vergangenen Sommer zeigte eine andere Untersuchung, wie schnell sich Verschwörungsmythen auf Youtube verbreiten können und zu einem „Rabbit Hole“-Effekt führen.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige