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Enttäuschendes Zwischenfazit zum 9-Euro-Ticket: Auto wird kaum stehengelassen

Das zum 1. Juni 2022 eingeführte Neun-Euro-Ticket ist ein Erfolg – zumindest, was die Verkaufszahlen angeht. Aber: Es führt nicht oder nur kaum dazu, dass Menschen ihr Auto zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs stehenlassen.

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Voller Bahnsteig am Berliner Hauptbahnhof – dank Neun-Euro-Ticket. (Foto: Shutterstock/Werner Spremberg)

30 Millionen verkaufte Tickets allein im Startmonat Juni – das Neun-Euro-Ticket ist ein Verkaufsschlager. Entsprechend hitzig wird gerade über eine Nachfolge für das Ende August auslaufende Billig-Ticket diskutiert.

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Kaum Umstieg von Auto auf Bus und Bahn

Jetzt grätschen allerdings erste wissenschaftliche Auswertungen zur Nutzung des Tickets in die Wohlfühlatmosphäre. Offenbar wird mit der Sonderfahrkarte sogar mehr statt weniger Verkehr erzeugt. Kaum eine:r lässt das Auto stehen, um komplett auf Bus und Bahn umzusteigen.

Stattdessen steigt die Nutzung auf einigen wenigen Strecken so stark, dass dort der Verkehr zusammenbricht, wie etwa Christian Böttger, Bahn-Experte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, tagesschau.de sagte.

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Das Dilemma zeigen folgende zwei Auswertungen. Laut statistischem Bundesamt lagen die bundesweiten Bewegungen im Schienenverkehr im Juni 2022 um 42 Prozent höher als im letzten Vor-Corona-Juni 2019.

9-Euro-Ticket fördert zusätzliche Reisen

Aber: Ein Viertel der Fahrten wären ohne das Neun-Euro-Ticket nicht angetreten worden. Einer Untersuchung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen im Großraum München zufolge handelte es sich dabei um zusätzliche Reisen.

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Der Verlagerungseffekt von der Straße in Richtung Bus und Bahn lässt sich laut Böttger auf lediglich zwei bis drei Prozent beziffern. „Keine positive Klimaschutzwirkung, möglicherweise sogar eine negative“ sieht entsprechend Philipp Kosok, Projektleiter Öffentlicher Verkehr des Interessenverbands Agora Verkehrswende.

Man kann die bisher vorliegenden Daten aber auch positiver deuten. So sei der Straßenverkehr in München im Juni leicht zurückgegangen, statt wie für Juni üblich zu steigen. Eine ähnliche Wirkung scheint das Neun-Euro-Ticket auch auf die Verkehrslage in anderen Großstädten gehabt zu haben.

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Angebot in den Alltag integriert

Im Juli sagte Klaus Bogenberger von der TU München jedenfalls, dass es am wichtigsten sei, dass viele Menschen dank des günstigen Angebots „die öffentlichen Verkehrsmittel in ihren Alltag integriert“ hätten.

Wie auch immer es jetzt mit dem Neun-Euro-Ticket weitergeht: Für die Zukunft mahnen die Wissenschaftler:innen vor allem einen Ausbau der Kapazitäten des öffentlichen Nahverkehr an. Denn das System sei am Anschlag, wie Bahn-Experte Böttger sagt.

Allein in den Eisenbahnverkehr müssten demnach rund 150 Milliarden Euro investiert werden. Laut Böttger ist die Bundesregierung aber derzeit weit davon entfernt, Investitionen in solcher Höhe bereitzustellen.

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