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11 Tipps für einen erfolgreichen Instagram-Account

(Foto: TY Lim / Shutterstock)

An Instagram kommt man nicht vorbei, so viel ist klar. Aber worauf kommt es eigentlich an und was macht einen guten Account aus? Wir haben gesammelt.


Ausprobieren, analysieren und optimieren ist die Strategie der Wahl, wenn es um die Verbesserung der Performance auf Instagram geht. Aber die Learnings der erfahrenen Instagrammer lassen sich als Ausgangspunkt für Format, Länge und Veröffentlichungsintervall heranziehen.

1. Die Story

Storytelling ist wie ein Synonym für Social Media. Der einzelne Post erzählt eine Story, aber eben auch der gesamte Account. Die Story bestimmt nicht nur die Inhalte, sondern auch die Ästhetik. Und sie ist emotional, sie provoziert, löst Mitgefühl aus, steckt zum Lachen an. Mirco Gluch, der mit seiner Agentur Piggyback Insta-Storys für Unternehmen produziert, hat allerdings gelernt, dass Storytelling auf Instagram anders funktioniert, als in anderen Kanälen. „Statt einem einzelnen Spannungsbogen sieht Storytelling auf Instagram eher wie eine Fieberkurve aus. Es gibt permanent kleine Höhepunkte.“

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2. Video first

Man hätte es sich denken können, aber jetzt hat man es auch Schwarz auf Weiß: Videos lösen deutlich mehr Engagement aus als Bilder oder Carousels. Das Kölner Unternehmen Quintly hat im September 2019 einen Bericht veröffentlicht, in dem man Durchschnittswerte über Tausende große und kleine Accounts gebildet hat. Videos lösen fast 50 Prozent mehr Engagement aus als einfache Bilder. Carousels mit mehreren Bildern bekommen 25 Prozent mehr Shares, Likes und Kommentare.

3. Räumliche Tiefe

Das hochkantige Format der Bilder und Videos kennt vor allem einen Topstar: die Bildflucht. Damit ist nicht simultane Abmelden von Instagram und Pinterest gemeint, sondern Elemente im Bild die Tiefe erzeugen. Alles, was optisch „nach hinten“ geht, ist spannend, alles, was eher in die Breite geht, schwierig. Schaut also nach Bahnschienen, Reihen mit Gläsern auf Tischen oder in Reihe stehenden Pfosten eines Geländers. Fotograf Jörg Nicht konzentriert sich auf Gebäude: „Die Darstellung von Häuserfluchten wurde wichtiger, um das Hochformat optimal zu nutzen und Tiefe zu erzeugen“.
Und dann ergibt sich die Raumaufteilung im Bild oder Video von selbst: „Eine ist die Drittelregel. Der Content findet in den unteren beiden Dritteln des vertikalen Bildschirms statt, während oben das Logo residiert“, erklärt Leni Stahlhuth, selbst Mikro-Influencerin mit 21.000 Followern und vor allem exaltierte Fotografin.

4. Mit oder ohne Text?

67 Prozent aller Posts haben laut Quintly-Studie eine Beschreibung von über 150 Zeichen Länge. Das ist interessant, denn die ganz kurzen Beschreibungen unter 50 Zeichen lösen laut Quintly-Statistik mehr Engagement aus.

5. Finger weg von Standard-Filtern

Der Effekt ist immer der gleiche, wenn ein neues Tool erscheint. Alle stürzen sich auf die neuen, coolen Funktionen und ganz schnell wird das optisch sehr langweilig. Da die Insta-Filter kaum Einstellungsmöglichkeiten für einen dezenten Umgang damit anbieten, sondern für den „schnellen Effekt“ gedacht sind, sollte man sie links liegen lassen. Besser ist die Nutzung von Bildbearbeitungstools und deren Filtern. Der Berliner Fotograf Jörg Nicht freut sich, dass Instagram eine ganz eigene Bildästhetik mitbringt, aber die hat nichts mit fertigen Effekten zu tun. „Retro-Filter locken keinen mehr hinter dem Ofen hervor“.

6. Emojis und Sticker nerven

Euch vielleicht schon, aber eure User nicht. Obwohl der Quintly-Report Emojis als Herz der Kommunikation auf Social Media bezeichnet, enthält die Hälfte aller Posts keine illustrierenden Minibilder. Und das scheint ein klarer Fehler zu sein: Posts ohne Emojis haben bei jeder Account-Größe die geringste Interaktionsrate.

Mirco Gluch warnt allerdings davor, dass die Sticker vom Call-to-Action ablenken. „Weniger ist mehr. Lieber eine coole Interaktion mit einem guten CTA als jede Menge blinkende Icons auf dem hoffentlich schönen Video.“

7. Instagram-Influencer

Der Schlüssel zu einer funktionierenden Influencer-Kampagne ist die richtige Auswahl. Zunächst bestimmt man die eigene Zielgruppe, dann sucht man Influencer, die diese Zielgruppe bespielen und schließlich schaut man sich die Accounts an, um zu sehen, ob der Kommunikationsstil einigermaßen passt. Die Kunst ist natürlich, etwas Luft zu lassen zwischen Marke und Influencer, damit der Creator auch spannendes Neues beitragen kann und nicht nur einem Briefing folgt. Aber das gelingt deutschen Marketern schwer. Zwei Drittel der in einer Studie Befragten beklagen das Fehlen vollständiger Kontrolle im Influencer-Marketing.

Ein weiter Kritikpunkt sind natürlich die inzwischen beträchtlichen Kosten für Influencer-Posts. Einen Ansatz zumindest hier die Kontrolle in der Hand zu behalten, verrät Anna Thalhammer, Geschäftsführerin der Agentur Klein Aber und selbst Youtuberin: „Geht immer mit einem eigenen Angebot zu den Influencern, sonst wird es teuer“.

8. Viele Hashtags, viel Engagement

Glaubt man den Quintly-Statistiken, dann nutzt fast ein Drittel aller Posts keine Hashtags. Etwas mehr als ein Drittel nutzt ein bis drei Hashtags. Vor allem kleine Accounts fügen eher viele Hashtags in die Posts ein. Und hier passt das auch: Sie erzielen damit überdurchschnittlich viele Reaktionen.

Die Quintly-Redaktion rät: Nutzt möglichst spezifische Hashtags. Und wenn es ganz viele sind, dann versteckt sie vor allem bei den Stories lieber hinter einem Sticker, denn Hashtag-Clouds wirken irgendwie plump.

9. Der richtige Zeitpunkt

Auch Instagrammer scheinen häufiger ein arbeitsfreies Wochenende genießen zu wollen. Jedenfalls geht die Menge der Posts am Wochenende sukzessive zurück. Ganz anders als die Engagementrate. Die ist am Sonntag mit Abstand am höchsten, was allerdings auch logisch ist, wenn es weniger Posts gibt.

10. Instagram B2B

Eigentlich muss man es nicht mehr erwähnen, aber Geschäftsleute sind auch Menschen. Und sobald es emotionale und vor allem visuelle Themen im B2B-Umfeld gibt, funktioniert Instagram auch als Kanal dafür. Und natürlich schauen sich Bewerber schon mal dort um, um herauszufinden, ob der neue potentielle Arbeitgeber cool ist. Laura-Jane Freutel hat für Hapag Lloyd hier sehr gute Erfahrungen gemacht: „In unserer traditionellen Branche können wir mit dem Instagram-Auftritt hervorstechen“. Hapag Lloyd erzählt viele Geschichten über Container und internationale Seefahrt und die Azubis haben einen ganz eigenen Kanal für sich.

11. Tools

Mirco Gluch und Leni Stahlhuth empfehlen die Apps Filmic Pro zum Aufnehmen und Inshot zum Schneiden, wenn man tiefer einsteigen will.

Ralf Werner, ausgebildeter Tontechniker und heute in Diensten von Yellowtech, rät zum Zweitmikrofon, unabhängig vom Smartphone-Mikro. Erfahrene Instagrammer filmen auch mit zwei Kameras simultan, um einerseits ein Backup zu haben, andererseits aber auch eine zweite Perspektive für den Schnitt oder ein Making-of-Video verwenden zu können.

Quintly empfiehlt im Blog Unfold: Die App hat eine große Auswahl an Story-Templates, Hintergrundbildern oder auch Stickern.

Vorsicht schadet nicht!

Man könnte endlos weitermachen mit Tipps für Instagram und Stories. Allerdings sollte man etwas Vorsicht walten lassen, wenn man all die Tipps und Tricks anwendet, die da draußen kursieren. Im Blog der Kölner Firma Quintly findet sich zum Beispiel folgender Hinweis, wenn man ein fremdes Youtube-Video in die eigene Insta-Story einfügen will:

  • Starte die Screen-Recording-Funktion deines Smartphones.
  • Bearbeite das Video mit einer App deiner Wahl, beispielsweise Inshot, und speichere es im gewünschten Format.
  • Lade es in deine Storys hoch. Fertig!

Nein, definitiv nicht! Da Youtube dem Wettbewerber Facebook diese Form der Einbindung nicht anbietet, verstößt dieses Vorgehen mit ziemlicher Sicherheit gegen die AGB. Außerdem bedarf es mindestens einer klaren Quellenangabe, die jeder User sehen kann. Und sobald auch nur der Hauch eines Verdachts besteht, dass der Account auf dem das Video erscheint, Geld verdient, liegt eine klare Urheberrechtsverletzung vor.

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Ein Kommentar
Oliver

Informativer Artikel kurz und knapp – wunderbar!
Besonders in der aktuellen Situation können regionale Unternehmen ganz klar punkten, wenn man sich schon ein reichweitenstarkes Profil aufgebaut hat.

Viele Firmen scheuen noch den Schritt sich mit Instagram auseinanderzusetzen. Wirklich schade.

Beste Grüße und bleibt gesund,
Olli

Antworten

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