Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Twitch: Boykott zeigte Wirkung, Plattform gelobt Besserung

Die Protestaktion der Streamer:innen scheint Erfolg gehabt zu haben. Doch ein Teil des Einbruchs kommt auch durch den Abgang zweier Prominenter – sie verließen Twitch in Richtung Youtube.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige

Die Amazon-Tochter tut ihren Streamern zufolge zu wenig gegen Hate-Raids. (Foto: salarko/Shutterstock)

Die Aktiven fühlen sich häufig von Twitch im Stich gelassen und dieses Gefühl gipfelte unter anderem in dem Protest-Tag #ADayOffTwitch. Jetzt analysierten Medien die Ergebnisse: Es haben sich einige Streamer:innen verabredungsgemäß ferngehalten, das hat wiederum zu einem Einbruch bei den Zuschauerzahlen geführt. Andere kommen nicht mehr zurück und sind komplett zu Konkurrenzplattformen abgewandert. Dabei geht es jedoch nicht nur um den Kampf gegen Hate-Speech, sondern auch um Geld und verletzte Gefühle.

Boykott zeigt Wirkung

Anzeige
Anzeige

Sicher sind sich alle Beobachter in einem: Die Zahlen fielen am Boykott-Tag. Laut Gamesight Analytics waren 14.000 Kanäle weniger online und es wurden rund eine Million Stunden weniger Inhalte angesehen als im Durchschnitt der sieben Tage zuvor. In der Spitzenzeit seien normalerweise rund 4,5 Millionen User online, dieses Mal seien es nur 3,5 Millionen gewesen, heißt es. Medien sprechen demnach von möglicherweise 22 Prozent weniger aktiven Nutzern an diesem Tag.

Der Analyst Zach Bussey berücksichtigte zusätzliche Faktoren, die den Schwund erklären könnten. Zum einen begann in vielen Ländern wieder die Schule, sodass Schüler weniger Zeit auf Twitch verbrachten. Zum anderen verließen die beiden prominenten Twitcher DrLupo und TimTheTatman die Plattform. Sie wechselten zu Googles Youtube. Bussey kommt aber zu dem Schluss, dass selbst unter diesen Einberechnungen die Plattform am „Day Off“ immer noch einen Zuschauerschwund von 5 bis 15 Prozent verzeichnete.

Anzeige
Anzeige

Amazon-Tochter behält 50 Prozent der Einnahmen

Der Protest galt sogenannten „Hate-Raids“ – Hasskampagnen gegen insbesondere farbige und queere Streamer:innen, die über Bots und andere Mechanismen ausgeführt werden. Die Aktivisten kritisieren, dass Twitch nur wenige Schutzmechanismen dagegen bietet. Die Tools arbeiteten dermaßen unzureichend, dass viele marginalisierte Schöpfer sie ausschalteten und die Community selbst moderieren ließen. Jess Go, eine Streamerin, bemerkte gegenüber dem Magazin Kotaku: „Wenn wir all diese zusätzliche Arbeit leisten, warum nimmt Twitch dann einen so großen Anteil des Gewinns, den wir erwirtschaften?“ Die Amazon-Tochter behält die Hälfte der Einnahmen ein. Jess Go spricht damit etwas an, das vielen sauer aufstößt: Twitch zieht viel Geld ein und leistet dafür wenig.

Anzeige
Anzeige

Reformen und neue Mechanismen gefordert

Neben einer faireren Verteilung der Einnahmen – 70:30 und sogar 80:20 sind im Gespräch – mahnen die Streamer:innen bessere Werkzeuge an. Es sei für gebannte Nutzer viel zu leicht, neue Accounts zu erstellen und mit ihrem Tun weiterzumachen. Man könnte bei der Registrierung verlangen, eine Telefonnummer anzugeben und so das Umgehen von Verboten und Sperren durch neue Accounts zu erschweren. Zudem schlagen Betroffene vor, das Alter von Konten zu begrenzen, die im Chat antworten dürfen. Außerdem soll Twitch die Streamer:innen über eingehende Raids informieren und dann können die Moderatoren des Kanals entscheiden, ob sie ihn zulassen. So könne man ungewollte Kampagnen im Keim ersticken. Zuletzt fordern einige auch, Streamer auszuschließen, die ihre Kanäle für Hetze und Belästigung anderer nutzen.

Twitch kündigte bereits früh Besserung an und kommentierte auch den neusten Protest in diesem Sinne. Man arbeite hart daran, die Plattform zu einem sicheren Ort für Kreative zu machen.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kai

Twitch wurde von Amazon aufgekauft

Randnotiz

Antworten
Raimund Schesswendter

Steht ja auch im Artikel

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige