Android 10 dominiert: Warum so viele Unternehmen noch alte Smartphone-Betriebssysteme nutzen

Viele Android-Nutzer:innen geben darauf acht, dass ihr Smartphone immer auf dem aktuellsten Stand ist. Schließlich landen auch nur so neue Funktionen und Sicherheitsstandards auf den Geräten. Anders ist das allerdings bei vielen Unternehmen. Wie eine Studie von Esper zeigt, setzen zahlreiche Sektoren noch auf stark veraltete Android-Versionen für Smartphones, Tablets und Terminals.
Android 10 ist bei Unternehmen besonders beliebt
Insgesamt wurden bei der Studie die Android-Geräte von 1.000 Unternehmen aus diversen Bereichen unter die Lupe genommen. Dazu zählen etwa Restaurants, Händler:innen und Logistikfirmen. Zudem umfasst die Studie Software- und Telekommunikationsunternehmen, Lehreinrichtungen und den Gesundheitssektor.
Jedes Unternehmen hatte dabei im Schnitt 470 Android-Geräte im aktiven Einsatz. Nur 1,6 Prozent dieser Geräte laufen bereits mit Android 14. Alle anderen Tablets, Smartphones und Co. nutzen noch veraltete Software. Besonders stechen dabei Android 9, 10 und Android 11 aus der Masse heraus. Rund 21 Prozent aller Geräte laufen noch mit Android 9. Bei Android 11 sind es 24,6 Prozent. Spitzenreiter ist Android 10 mit einem Anteil von 25,2 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Studie ebenfalls in den Unternehmen durchgeführt wurde, hat sich nicht allzu viel getan. Lediglich Android 8 hat einen großen Anteil an Nutzer:innen verloren (von 10 auf lediglich 3,1 Prozent). Immerhin sind Android 12 und Android 13 etwas „beliebter“ geworden und konnten ihre Nutzerschaft mehr als verdoppeln. Dennoch kommen sie damit nur auf 8 und 13,6 Prozent.
Warum nutzen viele Unternehmen alte Android-Versionen?
Gerade im Vergleich zu Unternehmen, die iOS-Geräte nutzen, finden Android-Updates nur sehr spärlich statt. Firmen mit Apple-Geräten sind bereits zu 57,6 Prozent auf iOS 16 und zu 37,7 Prozent auf iOS 17 umgestiegen. Dass viele Android-Geräte noch eine alte Version aufgespielt haben, dürfte vor allem daran liegen, dass diese Geräte durch das jeweilige Unternehmen gesteuert werden.
Heißt: Ein Update kann nur durch Administrator:innen angestoßen werden. Wie die Studie zeigt, befinden sich zahlreiche Geräte sogar in einem „Kiosk-Modus“. Dadurch kann meist nur eine App auf ihnen ausgeführt und keine Einstellungen direkt am Gerät vorgenommen werden. Dementsprechend können Nutzer:innen die Updates gar nicht selbst durchführen.
Und das ist von den Administrator:innen auch so gewollt. Jedes Update könnte die eigentliche Funktion der Android-Geräte stören – und damit auch den Betrieb im Unternehmen. Weitreichende Störungen durch Updates könnten zu gravierenden Ausfällen und finanziellen Verlusten führen. Dementsprechend werden die Geräte auf der Version gehalten, die einen reibungslosen Ablauf garantiert und nicht die Sicherheit des Unternehmens durch gravierende Lücken gefährdet.