News

Apple lässt Muskeln spielen: Facebooks Gaming-Plattform abgelehnt

Der App-Store unter iOS. (Foto: BigTunaOnline / Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Seit Februar versucht Facebook die eigene Gaming-Plattform in Apples App-Store zu platzieren. Nach einem sehr langen Review-Prozess hat Apple nun endgültig entschieden, die App nicht zu akzeptieren.

Mindestens fünf Mal hat Apple Facebook seit der Ersteinreichung der Gaming-App im Februar 2020 zu Änderungen aufgefordert. Insofern ist das Team dahinter von der nun erfolgten Ablehnung nicht überrascht.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Facebook Gaming überreizt das Konzept einer App

Facebook wollte eine komplette Gaming-Plattform, etwa vergleichbar mit Apple Arcade oder Google Stadia, über eine App auf iPhones zugänglich machen. Die sollte mit einem Portfolio an eigenen Spielen, einem eigenen sozialen Netzwerk und der Möglichkeit des Live-Streamings von Gameplay Nutzer gewinnen.

Mobile Spiele gelten als die umsatzträchtigste App-Kategorie überhaupt und dürften einen erheblichen Teil der 15 Milliarden US-Dollar ausmachen, die der App-Store im vergangenen Jahr an Umsatz generiert hat. So verwundert es nicht, dass sich auch Facebook für den Markt interessiert, den Apple natürlich aus den gleichen Gründen nicht hergeben mag.

Apple-Richtlinien verbieten Apps, die ihrerseits App-Stores sind

Dabei hat Apple die selbst gegebenen Richtlinien des App-Stores im Rücken. Die erlauben es nicht, Apps zu vertreiben, die wiederum ihrerseits App-Stores sind. Genau so stuft Apple nämlich „Facebook Gaming“ ein, was vor allem daran liegt, dass Facebook das Angebot spielbarer Spiele flexibel selbst entscheiden will. Letztlich lägen hinter „Facebook Gaming“ also wieder weitere Apps, die sich der Kontrolle durch den App-Store-Review entzögen.

Abgesehen von der fragwürdigen Motivation, andere Gaming-Plattformen wegzubeißen, um dem eigenen Arcade-Angebot keine Konkurrenz zu machen, ist die Ablehnung von Apps, die eigentlich Stores sind, durchaus im Kundensinn und absolut verständlich. Immerhin hält Apple, und dieser Erfolg steht im Gegensatz zu Skandalen weniger strikt agierender Unternehmen, so die Geräte seiner Kunden von Schadsoftware frei und sorgt für ein Mindestmaß an guter Nutzererfahrung. Jetzt einer App zu erlauben, das Tor auf Kundengeräten für weitere Apps zu öffnen, kann Apple sich offenbar nicht vorstellen.

Apple unter Feuer: App-Store-Richtlinien in der Kritik

Der sich nun anbahnende Konflikt mit Facebook, die von Apple „erwarten, die Ablehnung zu überdenken,“ kommt für Apple zur Unzeit. Das Unternehmen steht nämlich schon wegen einer anderen App-Ablehnung im Fokus der Öffentlichkeit. Wegen einer anderen Verletzung der Richtlinien will Apple auch die E-Mail-App Hey des bekannten amerikanischen Herstellers Basecamp, dessen CTO und Mitgründer ausgerechnet der Ruby-on-Rails-Erfinder David Heinemeier Hansson ist, nicht für den App-Store zulassen.

Heinemeier Hanson hatte sich daraufhin in sehr deutlicher Sprache via Twitter geäußert und dem Unternehmen Mafiamethoden vorgeworfen. Apple-Marketingchef Phil Schiller wies die Vorwürfe zwischenzeitlich zurück und erklärte den Grund für diese konkrete Ablehnung.

Am 17. Juni 2020 hatte sich zudem die EU-Kommission entschieden, zwei unabhängige kartellrechtliche Verfahren einzuleiten. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will jetzt prüfen, ob die App-Store-Regelung mit dem europäischen Kartellrecht vereinbar ist. In einem zweiten Verfahren soll geprüft werden, ob Apple zusätzlich mit seinen restriktiven Vorgaben zum mobilen Bezahlen gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstößt.

Passend dazu:

Meistgelesen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 70 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Luca Caracciolo (Chefredakteur t3n) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung