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Scharfe Kritik: ARM-Mitgründer nennt Nvidia-Deal „Desaster für Europa“

Einer der Mitgründer des britischen Chipdesigners ARM hat heftige Kritik an der bevorstehenden Übernahme durch den US-Chipkonzern Nvidia geübt. Der Deal sei ein Desaster für Europa.

2 Min.
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Noch gehört Arm zu Softbank – aber Nvidia zahlt 40 Milliarden Dollar für die Briten. (Bild: Softbank)

Rund 40 Milliarden US-Dollar will sich US-Chipspezialist Nvidia die Übernahme des britischen Chipdesigners ARM kosten lassen. Noch-Besitzer Softbank, der ARM vor vier Jahren für 32 Milliarden Dollar übernommen hat, scheint mit dem Deal zufrieden. Scharfe Kritik übte derweil der in Österreich geborene ARM-Mitgründer Hermann Hauser. Hauser bezeichnete die geplante Übernahme als „absolutes Desaster für Cambridge, Großbritannien und Europa“, wie CNBC berichtet.

Hauser: Nvidia zerstört ARM-Geschäftsmodell

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Im Gespräch mit BBC Radio 4 konkretisierte Hauser, dass Nvidia ARMs Geschäftsmodell zerstören werde, das daraus bestehe, Chipdesigns an Hunderte Firmen zu lizenzieren – darunter eben auch einigen, die direkt mit Nvidia konkurrieren würden. Die Übernahme werde ein neues Monopol hervorbringen, zeigte sich Hauser überzeugt. Nvidia werde ARM zwangsläufig unter das Konzerndach in die USA ziehen lassen. Dadurch würden Tausende Menschen in Cambridge, Manchester, Belfast und Warwick ihren Job verlieren.

Nvidia hatte am Wochenende erklärt, dass ARM nach der Übernahme in Cambridge beheimatet bleiben könnte. Zudem wolle der US-Konzern weitere Jobs in Großbritannien schaffen und einen neuen KI-Supercomputer auf Nvidia-Chip-Basis bauen. Für Hauser sind solche Erklärungen allerdings lediglich Lippenbekenntnisse. Solange sich das nicht gerichtlich durchsetzen ließe, seien die Nvidia-Erklärungen bedeutungslos, so Hauser.

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US-Handelskrieg belastet britische Firmen

Für Hauser ebenfalls ein wichtiger Kritikpunkt sind die möglichen Folgen einer ARM-Übernahme durch einen US-Konzern vor dem Hintergrund des Handelskrieges zwischen den USA und China. Gehöre ARM erst einmal zu Nvidia, könnten der Chipdesigner selbst sowie Hunderte britische Unternehmen, in denen sich ARM-Produkte befinden, nicht mehr an chinesische Firmen liefern – bisher ein wichtiger Markt für Großbritannien.

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Die Entscheidung, ob geliefert werde oder nicht, obläge dann dem Weißen Haus und nicht mehr der Downing Street, so Hauser. Das sei doch schrecklich, wie der Ingenieur und Unternehmen im Interview mit BBC Radio 4 sagte. Nvidia hat sich zu der Kritik am Montag nicht geäußert. Noch steht aber ohnehin die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA, der Europäischen Union, China und Großbritannien aus – der Vorgang könnte bis Ende 2021 dauern. Die Lösung laut Hauser: Softbank soll ARM einfach – wie ursprünglich geplant – an die Börse zurückbringen.

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