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Der ultimative Bankenschreck? Unstoppable will Vollbank werden

Gründer Peter Großkopf überrascht auf der Finance-Forward-Konferenz mit ambitionierten Plänen: Das Defi-Startup arbeitet schon seit einigen Monaten an der Gründung einer Bank. Pünktlich zur MiCA-Umsetzung in Europa will man an den Start gehen.

3 Min. Lesezeit
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Die Gründer von Unstoppable Finance: Maximilian von Wallenberg-Pachaly, Peter Großkopf und Omid Aladini (von links). (Foto: Unstoppable Finance)

Unstoppable Finance plant, die erste „vollständig regulierte Defi-native Bank“ zu werden. Das gab Mitgründer und CTO Peter Großkopf im Rahmen der Finance-Forward-Konferenz auf der Bühne bekannt. Geplant ist außerdem, einen Fiat-backed Euro-Stablecoin zu starten.

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Mit der Gründung einer Bank schlägt das Startup eine völlig neue Richtung ein. Gestartet ist Unstoppable Finance 2021 zunächst mit der Idee, eine Defi-Wallet fürs Smartphone zu entwickeln. Unter dem Namen Ultimate wurde diese 2022 eingeführt. Smartphone-Nutzer können über die App ihre Krypto-Assets on-chain selbst verwahren und handeln. Ganz problemlos verlief der Start allerdings nicht: Die App war zwar in den meisten westlichen Ländern verfügbar – nur der Heimatmarkt Deutschland fehlt bis heute. Das liegt daran, dass die deutsche Finanzaufsicht Bafin ihre Zuständigkeit für die Regulierung der App reklamiert.

Ambitionierte Pläne

Nun geht Unstoppable mit der Gründung einer Bank deutlich ambitioniertere Pläne an. Wo die Banklizenz beantragt wird, steht noch nicht fest. Laut Mitgründer und CTO Peter Großkopf will man sich zunächst anschauen, in welchen Ländern die neue Markets-in-Crypto-Assets-Regulierung (MiCA) der EU besonders schnell umgesetzt wird. Großkopf geht davon aus, dass einige europäische Länder gezielt versuchen werden, Startups mit einer ambitionierten Umsetzung der EU-Vorgaben anzulocken, die im April vom Europäischen Parlament verabschiedet wurden. „Natürlich werden wir aber auch mit der Bafin sprechen“, sagt Großkopf. Einige Vorarbeiten, etwa was den Aufbau einer entsprechenden Organisationsstruktur angeht, habe man bereits geleistet.

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Bei Unstoppable rechnet man damit, dass die neue Bank pünktlich zur Umsetzung der MiCA-Regulierung an den Start gehen kann. Großkopf selbst bringt schon viel Erfahrung mit den regulatorischen Prozessen mit, die jetzt auf Unstoppable Finance zukommen. In Berlin gilt er als einer der versiertesten Köpfe, wenn es um die Regulierung der Defi-Welt geht, und ist auch Mitglied des Digital Finance Forum (DFF), eines regelmäßigen Austauschs von Finanzexperten mit dem Bundesfinanzministerium.

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Als Mitgründer und CTO baute er 2016 die Solarisbank mit auf, einen Anbieter von Bankeninfrastruktur, dessen Dienste mittlerweile von mehr als 50 europäischen Fintechs und Blockchain-Startups genutzt werden. Die Startups benötigen so keine eigenen Lizenzen mehr, um Bankprodukte anbieten zu können. Bevor sie gemeinsam Unstoppable Finance gründeten, bauten Maximilian von Wallenberg-Pachaly, Omid Aladini und Großkopf zudem die erste regulierten Börse für digitale Vermögenswerte in Deutschland an der Börse Stuttgart auf.

Bankenpleiten wie die der Silicon Valley Bank und der Schweizer Großbank Credit Suisse haben gerade erst gezeigt, wie fragil das traditionelle Bankensystem sein kann. Unstoppable will daher Banking von Grund auf neu denken. „Das Bankensystem läuft heute noch weitgehend auf alten Gleisen. Geld fließt selten in Echtzeit“, kritisiert Großkopf. Mit Stablecoins werde Geld nun aber programmierbar und könne rund um die Uhr in Sekunden verarbeitet werden. „Zusätzlich sind Transaktionen hochgradig transparent – eine riesige Innovation. Jetzt ist es an der Zeit, diese Technologie zu nutzen, um das Finanzsystem so umzubauen, wie wir es heute von null aufbauen würden“, sagt er.

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Stablecoin mit Vollbankgarantie

Der von Unstoppable geplante Stablecoin soll den Leitlinien der MiCA-Verordnung folgen und wird ein E‑Geld-Token sein. Es ist freilich nicht der erste Euro-Stablecoin. So hat etwa Circle mit Euroc bereits 2022 einen an den Euro angelehnten Stablecoin gestartet. Der wird allerdings von einer US-amerikanischen Bank herausgegeben – und steht deshalb bislang in Europa noch nicht zur Verfügung. Allerdings schaut sich auch Circle die neuen MiCA-Bedingungen genau an – und hat mit Patrick Hansen bereits einen Kryptoexperten für die europäische Expansion ausgerechnet bei Unstoppable Finance abgeworben.

Großkopf rechnet damit, dass mit der Umsetzung von MiCA auch das Angebot an Stablecoins steigen werde. Von anderen Emittenten will sich Unstoppable dann vor allem über das Thema Sicherheit abgrenzen. Das Versprechen ist ein Stablecoin mit dem Risikomanagement einer Vollbank. Wie wichtig das Thema Vertrauen ist, zeigt das jüngste Beispiel des USD Coin (USDC) von Circle. Der hatte nach den Turbulenzen der Silicon Valley Bank zeitweise seine Bindung an den US-Dollar verloren, weil das Unternehmen zunächst knapp 3,3 Milliarden Dollar an Reserven nicht von der Bank abbuchen konnte, was zu einem Vertrauensverlust in den Stablecoin führte.

Die Unstoppable Bank wird sich aber nicht auf die Ausgabe des Stablecoins beschränken. Sie plant eine breite Palette von Bank- und Finanzdienstleistungen, sowohl im traditionellen als auch im Defi-Bereich. Das könnte neben Investmentmöglichkeiten beispielsweise auch die Vergabe von Krediten umfassen. Der große Vorteil gegenüber etablierten Neobanken liegt dabei laut Mitgründer Großkopf im internationalen Antritt des Startups. „Neobanken basieren nun mal auf dem Europäischen Zahlungsraum (SEPA) – und sind deshalb auf die Grenzen Europas beschränkt. Wir bauen ein grenzenloses Zahlungsinstrument – und können entsprechend weltweit agieren.“

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