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6 unglaubliche Geschichten, die nur Bitcoin schreiben konnte

Kennst du schon die berühmte Bitcoin-Pizza? (Foto: dpa)

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Die extremen Kursanstiege des Bitcoin fördern allerlei Kuriositäten und absurde Geschichten zu Tage. Eine Auswahl.

Als der Programmierer Laszlo Hanyec am 19. Mai 2010 in einem Online-Forum angekündigte, für 10.000 Bitcoin zwei Pizzen kaufen zu wollen, glaubten viele Mitglieder noch an einen Scherz. Die Kryptowährung steckte damals noch in den Kinderschuhen und niemand zuvor war auf die Idee gekommen, etwas mit Bitcoins zu bezahlen. Tatsächlich aber fand sich nur wenige Tage später, am 22. Mai 2010, ein Verkäufer, der Hanyec die zwei Pizzen für den ausgerufenen Preis anbot. Die 10.000 Bitcoins entsprachen damals einem Kaufpreis von umgerechnet rund 40 US-Dollar.

Bitcoin: Die 160-Millionen-Dollar-Pizza

Wahrscheinlich wäre diese Geschichte in Vergessenheit geraten, hätte der Bitcoin in den vergangenen Jahren nicht so rasant an Wert gewonnen. Erst gestern knackte die weltweit bekannteste Kryptowährung die neue Rekordmarke von 16.000 Dollar. Rückblickend dürfte Hanyec den Kauf also zutiefst bereuen: Denn nach heutigem Stand hätte er unglaubliche 160 Millionen Dollar für die zwei Pizzen bezahlt.

Bereits 2013 auf seinen Fauxpas angesprochen sagte Hanyec in einem Interview mit der New York Times: „Damals hatten Bitcoins keinen richtigen Wert, also war die Idee, sie für eine Pizza einzutauschen, ziemlich cool. Keiner wusste, was für ein Riesending daraus werden würde.“ Immerhin eines ist dem Programmierer geblieben: Am 22. Mai eines jeden Jahres begeht die-Community jetzt den Bitcoin-Pizza-Day.

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Schulabbrecher wird mit Bitcoins zum Millionär

Die extremen Kursanstiege des Bitcoin bringen allerdings auch viele Gewinner hervor. So wie Erik Finman: Im Alter von gerade mal zwölf Jahren ließ sich der Amerikaner mit seinen Eltern auf die Wette ein, nicht aufs College gehen zu müssen, wenn er es schafft, vor seinem 18. Geburtstag Millionär zu werden. Daraufhin entschloss sich Finman, in Bitcoins zu investieren. Von der Kryptowährung und der Technologie dahinter hatte er bereits aus Gespräche mit seinem Bruder erfahren.

Erik Finman brach die Schule ab – und wurde mit Bitcoin zum Millionär. (Foto: Erik Finman/Facebook)

„Meine Oma gab mir einen 1.000-Dollar-Scheck für meinen Stipendienfonds — den habe ich dann im Mai 2011 für mein Bitcoin-Investment genutzt“, sagt Finman bei Business Insider. „Ich habe zu einem Kurs von Dollar pro Coin damals gekauft und hatte mir eine Strategie überlegt. Ich kaufe so günstig es geht und verkaufe so teuer es geht — jeden einzelnen Tag. Auch wenn die Differenz nur 50 Cent betrug“, erklärt Finman.

Ende 2013 verkaufte Finman seine Bitcoins zu einem Kurs von 1.200 Dollar. Somit hatte er seinen Einsatz verhundertfacht: Von 1.000 auf 100.000 Dollar. Mit dem Geld gründete Finman eine Online-Plattform, auf der frustrierte Schüler sich mit Lehrern per Videochat unterhalten können. Mit Erfolg: Zwei Jahre später bot ein Käufer für die Übernahme der Plattform 100.000 Dollar in Bar oder 300 Bitcoin an. Finman entschied sich erneut für die zwischenzeitlich kriselnde Kryptowährung und konnte sein Vermögen dank massiver Kursgewinne auf über eine Million Dollar steigern.

Holländer verkauft sein ganzes Hab und Gut, um es in Bitcoin zu investieren

Noch nicht reich, aber den Traum, es mit Bitcoins zu werden, hat dagegen Didi Taihuttu. Nachdem der Vater des 39-jährigen Niederländers an Krebs verstorben war, entschied er sich zusammen mit seiner Frau und den Kindern im vergangenen Sommer für einen kompletten Neustart. Taihuttu verkaufte unter anderem sein Haus und investierte den Erlös in Bitcoins. Auch sein Auto und Kleidungsstücke sollen gegen die Kryptowährung getauscht werden.

„Jeder Laie wird sagen, du bist verrückt“, wird Taihuttu bei merkur.de zitiert. „Aber wir sind eine abenteuerlustige Familie. Wir nutzen diese Aktion, um minimalistisch zu leben. Wenn man nie etwas riskiert, ist das Leben zu langweilig“, sagt er. Das Investment in Bitcoin soll der Familie eines Tages die finanzielle Unabhängigkeit bescheren. „Das Internet war eine Revolution für Informationen. Ich denke, dass Blockchain und Kryptowährungen eine Revolution im Bereich des Geldsystems sein werden. In fünf Jahren sagt jeder: Logisch, das hätten wir vorhersehen können. Darauf setze ich jetzt“, sagt Taihuttu. Solange lebt die Familie auf einem Campingplatz.

Festplatte mit riesigem Bitcoin-Vorrat entsorgt

Auf der sicheren Verliererseite hingegen steht James Howells: Der britische IT-Fachmann gehörte zu den allerersten Bitcoin-Minern. Nach dem Start der Kryptowährung schürfte Howells 7.500 Bitcoins. Als der Laptop, den er zum Schürfen benutzt hatte, kaputtging, zerlegte er das Gerät und verkaufte die Einzelteile, wie der britische Telegraph berichtet. Die Festplatte, auf der sich die Wallet mit den Bitcoins befand, behielt Howells zunächst noch, schmiss sie aber irgendwann unachtsam weg.

Ein folgenschwerer Fehler, der Howells bereits seit Ende 2013 zu einer Suchaktion auf einer Müllhalde im Süden von Wales motiviert haben soll. Damals ging es um gut 7,5 Millionen Dollar, heute wären es weit über 100 Millionen Dollar. Bislang blieb die Suche aber ohne Erfolg.

QR-Code sorgt für Spenden per Bitcoin

Mit dem Bitcoin als Zahlungsmittel verknüpft sind bekanntlich die QR-Codes. Über die Quadrate mit den kleinen Kästchen können Nutzer innerhalb von wenigen Sekunden eine Wallet-Adresse identifizieren und virtuelles Geld überweisen. Davon profitierte auch ein Student aus den USA: Während einer Fernsehshow im Herbst 2013 auf dem Campus seiner Universität hielt er ein Plakat mit einem QR-Code in die Höhe. Mit der Aufschrift „Hi Mom, send Bitcoin“ erhoffte er sich eine kleine Spende.

Doch diese fiel größer aus: Nachdem der QR-Code bei Reddit in Umlauf geraten war, überwiesen findige Nutzer dem Studenten aus einen Jux heraus zahlreiche Bitcoins. Insgesamt kamen binnen weniger Stunden in rund 100 Transaktionen 22 Bitcoins zusammen. Was damals schon einem beachtlichen Gegenwert von rund 24.000 Dollar entsprach, wäre heute nochmal ein Vielfaches wert.

Schlauer als Mark Zuckerberg

Zu den Gewinnern des Bitcoin-Hypes gehören auch die Winklevoss-Zwillinge: Sie sind nach den massiven Kursgewinnen der vergangenen Wochen die wahrscheinlich ersten Bitcoin-Milliardäre der Welt. Tyler und Cameron Winklevoss kennen die meisten aus dem Film „Social Network“. In einem Vergleich nach einem jahrelangen Rechtsstreit fassten die Brüder ungefähr 20 Millionen Dollar und Aktien von Mark Zuckerbergs Konzern Facebook ab. Mindestens elf Millionen Dollar sollen die Winklevoss-Zwillinge in den Jahren 2012 und 2013 in Bitcoin investiert haben.

Dass sie jetzt die wohl ersten Bitcoin-Milliardäre sind, dürfte für die ehemaligen Harvard-Studenten eine späte Genugtuung sein. In dem Facebook-Film waren die Zwillinge nicht besonders gut weggekommen. Sie hatten Zuckerberg vorgeworfen, dass sie ihn mit der Programmierung eines sozialen Netzwerks beauftragt hatten, Zuckerberg die Idee aber dann selbst als „The Facebook“ umgesetzt hatte.

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